StartseiteDigitale WeltenRegensburgGermanenWeltgeschichteGrenzwissenschaftDas MittelalterSuche IndexAnfänge DeutschlandsGermanische MythologieGeschichte der SeefahrtInhalteSonstigesImpressumGästebuch

Weltgeschichte:

Übersicht

Die Erde

Die Entstehung des Menschen

Alte Kulturen

Chronik der Menschheitsgeschichte

Kosmische Katastrophen

Massensterben durch Katastrophen

Hausgemachte Katastrophen

Massensterben durch Katastrophen:

Die großen Massensterben

Zeitskala der Massenaussterben

Die bösen Vulkane waren es mal wieder

Einschlagkrater des Arten-Killers gefunden

Gamma-Ray Burst löste Massensterben aus

Erstickungstod der Evolution

Chicxulub

Artensterben durch eine Supernova?

Nemesis der tödliche Stern

Planet X

Allgemein:

Startseite



Planet X ist die Bezeichnung für einen noch unbekannten Planeten des Sonnensystems. Zudem ist das X, als römische Zahl 10 gelesen, die Umschreibung für den 10. Planeten nach Pluto. Pluto galt bis zum 24. August 2006 als der neunte Planet, wurde dann aber zum Zwergplaneten erklärt (vgl. Chronologie der Entdeckungen von Planeten des Sonnensystems und ihrer natürlichen Satelliten).

Gelegentlich wird als zehnter Planet auch ein hypothetische früherer Planet zwischen Mars und Erde bezeichnet, der Phaeton genannt wird. Einigen Autoren wie Johannes von Buttlar, Erich von Däniken vermuten einen zerstörten Planeten an der Stelle des heutigen Asteroidengürtels.

Die Suche nach neuen Planeten geht weit zurück in der Geschichte der Astronomie und fand ihr bisheriges Ende mit der Entdeckung des Zwergplaneten Pluto. Damals wurde ein weiterer Planet aufgrund von Bahnstörungen des Neptun gesucht und daraufhin im Jahre 1930 Pluto entdeckt. Allerdings reichte Pluto mit seiner geringen Masse für die damals gemessene Bahnstörung Neptuns nicht aus.

1999 berechneten John B. Murray von der Open University in Großbritannien und John Matese von der University of Louisiana in Lafayette (USA) unabhängig voneinander die Bahnen langperiodischer Kometen. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass ein möglicher unbekannter Himmelskörper regelmäßige Bahnstörungen bei den Körpern der Oortschen Wolke verursachen würde und diese dadurch auf Kometenbahnen ins innere Sonnensystem gelenkt würden. Diesen nannten sie „Planet X“.

J. B. Murray postulierte als Verursacher einen großen „Planeten X“ mit einer Masse mindestens so groß wie Jupiter in einer Entfernung von 30.000 bis 50.000 Astronomischen Einheiten – etwa 32.000 mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde oder ein 1/10 bis 1/5 der Distanz zum nächsten Stern. Allerdings dürfte dieser Körper nicht die Masse eines Braunen Zwerges erreichen, da er sonst strahlen würde und somit von den bisherigen Himmelsdurchmusterungen entdeckt worden wäre. Auch dürfte die Bahn eines solchen Körpers gemessen am Alter des Sonnensystems nicht stabil sein, da ein Umlauf um die Sonne Millionen Jahre betragen würde.

Nach den bisheriegen Modellen kann sich allerdings bei der Entstehung des Sonnensystems soweit entfernt kein Planet gebildet haben, weshalb Murray vermutet, dass er einstmals aus dem interstellaren Raum in unser Planetensystem gedrungen ist.

Bisher lässt sich Murrays These weder bestätigen noch ausschließen.

Vorgeschichte

Nachdem Neptun durch eine genaue Bahnanalyse des Uranus erfolgreich vorhergesagt wurde, postulierte Percival Lowell jenseits von Neptun einen neunten Planeten, den so genannten Transneptun, um Bahnabweichungen des Uranus und Neptun zu erklären. Der durch das von ihm gegründete Lowell-Observatorium mit der Suche beauftragte Clyde Tombaugh fand 1930 beim intensiven Durchsuchen eines enger begrenzten Himmelsausschnittes eher durch Zufall den Pluto. Trotz dessen eher geringer Größe wurde Pluto 76 Jahre lang als neunter Planet geführt.

Suche nach Transpluto

Schnell stellte sich heraus, dass Pluto zu klein ist, um die Bahn des Neptun merklich zu stören und dessen Bahnabweichungen zu erklären. So begann im Jahr 1930 am Lowell-Observatorium schon bald nach der Suche des Transneptun die nach dem noch ferneren Transpluto. Ab 1957 führte Henry Lee Giclas eine systematische fotografische Durchmusterung des Himmels durch, die achtzehn Jahre in Anspruch nahm.

Die Suche nach Transpluto durchzog das ganze 20. Jahrhundert, führte aber zu keinem wirklichen Ergebnis. Die der Suche zugrunde liegenden Bahnabweichungen des Neptun sind heute nicht mehr nachzuvollziehen, es ergab sich, dass es sich um die Auswirkungen kleiner, unvermeidlicher Messfehler gehandelt hatte.

Sedna (Quelle: Nasa)

Entdeckung kleinerer Objekte

Sedna

Im März 2004 wurde das Thema „Zehnter Planet“ für die Medien wieder aktuell, als die Entdeckung des etwa 1.600 km großen Sedna in doppelter Pluto-Entfernung gemeldet wurde, der aber von der Fachwelt nicht als Planet eingestuft wurde. Des weiteren wurde am 29. Juli 2005 die Entdeckung von 2003 UB313 bekanntgegeben, der sowohl von der NASA als auch der Presse zur Zeit der Entdeckung als „zehnter Planet“ eingestuft wurde.

Für die Astronomen zählen solche Himmelskörper allerdings zu jenen sonnenfernen Asteroiden wie den Plutinos, deren Umlaufbahnen sich im Kuipergürtel bzw. jenseits desselben befinden. Auch Pluto selbst wird heute nicht mehr als Planet gewertet, da er mit 2.400 km Durchmesser kleiner als viele Monde und außerdem an die Neptunbahn gekoppelt ist. Die IAU hat für diese Himmelskörper am 24. August 2006 die Klassifikation Zwergplanet eingeführt.

Zwar wurden in diesen Fernen seit 1992 zahlreiche große Körper entdeckt, aber keine über 1.500 km Durchmesser (mit Ausnahme von 2003 UB313). Außerdem haben diese Objekte jenseits der Plutobahn kein festes Gestein, sondern setzen sich aus sehr dunklem Lockergestein zusammen. Sie sind den Asteroiden oder Kometen zuzuordnen. Daher gilt heute die Existenz eines weiteren Planeten als unwahrscheinlich.

Trotzdem wird – auch unter der Bezeichnung „Planet X“ – immer wieder über die Existenz eines solchen Planeten spekuliert. Ein Grund dafür ist der offenbar unbegrenzte Vorrat an Kometen aus den Zonen des Kuipergürtels und der Oortschen Wolke. Ein weiter außen kreisender Planet könnte mit seiner Schwerkraft dafür sorgen, dass Materie aus der Oortschen Wolke in das Innere des Sonnensystems gelangt.

Bedingungen für einen weiteren Planeten

Nach heutigem Wissen kann es durchaus einen weiteren Planeten geben, aber man kann einige Bedingungen angeben:

So müsste seine Entfernung zur Sonne groß genug sein, um keine merklichen Bahnstörungen der bekannten Planeten und Raumsonden im äußeren Sonnensystem zu verursachen  
Er muss den vollständigen Himmelsdurchmusterungen für sich bewegende Objekte entgangen sein, die bis heute durchgeführt wurden.  

Diese Bedingungen führen schon für einen Planeten von etwa Erdgröße zu einem Abstand von mindestens 100 Astronomischen Einheiten (AE) zur Sonne, dem 2,5-fachen Abstand des Pluto. Die Größe eines solchen Transpluto müsste an jene von Neptun heranreichen und seine Bahn stark elliptisch sein oder seine Bahn muß weit außerhalb der Ekliptik liegen.

Falls er existiert, könnte er in den nächsten Jahrzehnten durch Bahnstörungen von Raumsonden nachgewiesen werden. Optische Suchprogramme bis etwa 50 AE wurden in letzter Zeit durchgeführt, stoßen aber durch die dort meist extrem dunklen, kohleartigen Körper an die Grenzen der terrestrischen Teleskope und der bisherigen Weltraumteleskope.

Selbst ein Brauner Zwerg oder ein schwacher Stern („Nemesis“), der unsere Sonne zum Mitglied eines Doppelsternsystems machen würde, ist auch heute noch durchaus möglich. Sämtliche bisher entdeckten Transneptune sind aufgrund ihrer Größe und Zusammensetzung den Zwergplaneten, Asteroiden oder Kometen zuzuordnen.


Autor: Wikepedia
Quelle:
» http://de.wikipedia.org/wiki/Chicxulub-Krater