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Wenn man so durch die Welt der Daten wandert, kommt man auf ein Thema, das einen unweigerlich gefangen nimmt. Das Leben auf der Erde stand, so wie es sich jetzt darstellt, mehrfach fast vor der Auslöschung.

Immer wieder traten Perioden auf in denen innerhalb geologisch gesehen kurzer Zeit die Zahl der auf der Erde lebenden Arten drastisch reduziert wurde.



Einleitung:

Angefangen hat es wohl bei Georges Cuvier (1769 bis 1832) der schon seinerzeit Perioden in denen massenhaftes Aussterben stattfand andachte, aber richtig, wissenschaftlich angegangen wurde das Thema erst ab etwa 1980.
Es begann mit einer schmalen, grauen Schicht im Gestein mit einem, wie sich später, bei eingehender Untersuchung, herausstellte, stark erhöhten Gehalt an Iridium und nach und nach kam an den Tag, daß diese Grenzschicht fast allerorten zu finden ist. Datierungen ergaben, daß diese Schicht mit dem Aussterben der Dinosaurier in Zusammenhang gebracht werden kann, ja muß.
Dann noch die Entdeckung des Chucxulub Krater (~1991) auf der Halbinsel Yukatan (Mexiko) mit einem Durchmesser von über 300 km der eben in jener Zeit entstanden sein muß und schon ist ein gewaltiges faszinierendes Szenario entstanden das das Aussterben der Dinosaurier erklärt und das Thema (der Massensterben) populär machte.
Befaßt man sich etwas eingehender mit der Thematik, so stellt man fest, daß die Datenlage durchaus verworrener ist als gemeinhin angenommen, was teilweise auch der tendenziösen Berichterstattung zuzuschreiben ist.
Das Thema wird, selbst unter Wissenschaftlern, immer noch sehr kontrovers diskutiert, Skeptiker meinen, was sich heute als großes, in einem engen Zeitraum sich abgespielt habendes Massensterben darstellt, war in Wirklichkeit ein millionen von Jahren andauernder Prozess, von dem, hätte man daran teilgenommen, man nix gemerkt hätte (so wie Heute?).
Den Befürwortern der Schnell-Viel-Sterbens-Theorie, ja den Apokalyptikern, bieten sich hier natürlich ungeahnte Möglichkeiten. Es lassen sich wunderbare, faszinierende, abgrundtief erschreckende Szenarien konstruieren und teilweise auch belegen.

Das ganze gleicht also eher einem Puzzle, ja ist eines, mit millionen Teilen, von denen man noch dazu die meisten nicht kennt und deren Zusammengehörigkeit nur mittels akribischer Detektivarbeit zu klären ist.

Hier also nun einige Puzzleteile und der Versuch einer kleinen Zusammenfassung:

Als Massensterben (engl. mass extinction) werden Abschnitte in der Erdgeschichte bezeichnet in denen wesentlich mehr Arten, Spezies, Familien ausgestorben sind als in den Zeiten davor und danach und wovon sowohl das Leben an Land als auch das Leben im Wasser betroffen wurde bzw. wird.

Die fünf großen, relativ gesicherten Massensterbens-Episoden mit ihren Auswirkungen im Überblick.
Am Ende des Ordovizium (vor 438 Mio. Jahren)
- gut 100 Familien erlöschen, mehr als die Hälfte der Bryozoa- und Brachiopodenspezies verschwanden.

Am Ende des Devon (vor 360 Mio. Jahren)
- etwa 30% der Tierfamilien starben hier aus. Bekanntgeworden unter dem Begriff Kellwasserkrise.

Am Ende des Perm (vor 245 Mio. Jahren)
- Die Trilobiten erlöschen, 50% aller Tierfamilien und 95% aller marinen Spezies sterben aus, auch viele Pflanzenarten sind betroffen. Es war das größte der Massenaussterben, oft einfach nur auch als "Das Große Sterben" bezeichnet.

Am Ende des Trias (vor 208 Mio. Jahren)
- etwa 35% aller Familien des Tierreiches sterben aus, selbst die meisten frühe Dinosaurierarten erlöschen.

Am Ende der Kreide (vor 65 Mio. Jahren)
- starb etwa die hälfte aller Lebensformen aus.
Vor-, nach- und zwischengeschaltet waren immer wieder kleinere Episoden die "nur" rund 10 bis 20% der damals jeweils lebenden Tier- und oder Pflanzenarten betrafen.

Die Massensterben, so wie sie sich Heute aus Funden und deren Datierung, mithin aus der geleisteten paläontologischen Detektivarbeit ergeben, können nun nicht einfach nur so passiert sein, wiewohl der Katholik in uns sagen würde: Gott kommt alle 26 Mio. Jahre verbei (manche Wissenschaftler vermuten hinter den Episoden einen 26 Mio. Jahre dauernden Zyklus) , findet das was er sieht gar nicht gut, betätigt die Resettaste, mehr oder weniger energisch, verzieht sich wieder und das war's dann.
Aber so einfach ist das nicht, jede Episode mag ihre eigene Ursache gehabt haben, ja vielleicht war es erst das Zusammenwirken mehrerer unglücklich verketteter oder zufällig zur gleichen Zeit stattfindender Ereignisse, das ein Massenaussterben ausgelöst hat.

Hier nun einige der möglichen Ursachen, unter ihnen die bekanntesten und die plausibelsten,

Ursache  Wirkung Beispiele und Randbemerkungen 
extraterrestrisch   
Supernova in der näheren Umgebung der Sonne  Zunahme der Strahlung (UV-, Röntgen-, Gamma-) 
Sonnenaktivitätsänderungen  11 (22) jähriger Zyklus der Sonne (Doppelzyklus) 
Meteoriten Einschlag  Finden mehr oder weniger oft statt, können verheerende Wirkung, auch global, haben. 
Bahndaten der Erde  Umlaufbahnelipse, Eigenrotation und Achsneigung, Korrelation mit den Eiszeiten! 
terrestrisch   
Plattentektonik  Durch Kontinentaldrift Änderungen im Klima (Strömungsmuster), Subduktionszonen-Vulkanismus, schnelleres oder langsameres Seafloor-Spreading, Große Vulkan Provinzen (LIP's) 
Hot Spot Vulkanismus  Große Vulkan Provinzen (LIP's) Bsp.: Dekan Hochebene 
Massiver Vulkanismus (Riesencalderen)  Gase, Asche, Klimaänderungen. Wahrscheinlich hat der Ausbruch der Toba Caldera vor 70.000 Jahren die letzte Eiszeit ausgelöst, als letztes initiales Event neben den Bahndaten. 
Gebirgsbildung  Langsame aber nachhaltige Änderung der klimatischen Verhältnisse (Strömungsmuster). Auffaltung Mittelamerikas trennt Atlantik und Pazifik. 
Hebungen und Senkungen des Ozeanboden (Seafloor-Spreading)  Vergrößerung oder Verkleinerung der Meeresflächen, Klimaschwankungen, "Meeresverschmutzung" 
Klimaänderung Richtung Kalt- oder Warmzeit  Anpassung an Wärme schwieriger als an Kälte! 
Schnelle Meeresspiegel Schwankungen  wegen Eiszeit, Warmzeit, Seebodenhebungen, Transgressionen, Habitatzahlverringerung. 
Massenhafte Vergiftungen  Vulkanismus ev. auch durch Riesenmeteoriten 
bioimmanent   
Evolutionäre Überalterung  uff. 
Massenhafte Erkrankungen  Seuchen, Parasiten 
Neophyten verändern die Lebensbedingung  Saurier konnten die neu entstandenen und sich ausbreitenden Blütenpflanzen nicht essen. Säugetiere aßen die Eier??? Superräuber (Menschen) fressen alles auf. 
Massenhafte Vergiftungen  Biotopumkippung (Sauerstoffgehalt der Luft, des Wassers) 
Enge Anpassung an Klimabereich die lange Zeit stabil waren und sich Rasch änderten  Alle Saurier wurden Weiblich (z.B. Krokodile, Geschlechtsfestlegung über die Bruttemperatur) 

aber auch mehr oder weniger unrealistische.
Wir wissen, daß zu verschiedenen, mehr oder weniger eng abgegrenzten Zeiten in der Vergangenheit der Erde massenhaft Lebensformen ausgestorben sind. Und wir haben uns ein Sammelsurium an möglichen und vielleicht auch unmöglichen Ursachen dafür zusammengetragen. Nun stellt sich die Frage: Wie hängt das alles zusammen?


Autor: Artur Strauß
Quelle:
» http://www.m2ab.de/wssb/geologie/palaeontoligie/pal_massensterben.html