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Den Aufbau der Welt stellte man sich folgendermaßen vor. Im Zentrum befand sich der Weltberg der sieben Etagen bildete. Darunter befindet sich das Reich von Apsu, dem irdischen Süßwasserozean. An einigen Stellen tritt er unter der Erde hervor und speist die Flüsse und Quellen. Um den Weltberg herum erstreckt sich der irdische Salzwasserozean. Dieser reicht bis zum Horizont, den man sich als eine Art Randwall vorstellte. Unter all dem befand sich dann die Unterwelt.
Über dem Weltberg, dem Ozean und dem Horizont erstreckte sich der Himmel in drei übereinander liegenden Sphären. In der unteren, die der Erde am nächsten ist, stehen die Sonne und die Gestirne. Darüber befindet sich der Himmel der von Marduk und den Igigu bewohnt wird. Der am höchsten liegende Himmel, ist das Reich von Anu, dem ältesten lebenden Gott. Umgeben wird dieses kugelige Gebilde vom himmlischen Salzwasserozean.
Die Unterwelt stellte man sich als düsteren staubigen Ort vor. Sie wurde auch "Land ohne Wiederkehr" genannt, das Reich der Göttin Ereshkigal. (Im akkadischen hieß sie Allatu, und die Unterwelt Aralu.) Sie ist die Schwester der Fruchtbarkeitsgöttin Ishtar und bekam die Unterwelt einst geschenkt. Zunächst ist sie die Gattin des Himmelsstieres Guanna/Gugalganna und nach dessen Tod dann die von Nergal. Sie ist grausam und unzufrieden. Ihr gehorchen auch die Dämonen der Unterwelt, die Gallu oder Galla genannt werden. Sie kommen um die Menschen in das Reich ihrer Herrin zu führen.
Die Unterwelt befand sich unter dem Apsu (dem irdischen Süßwasserozean). Es handelte sich dabei um einen Ort der von sieben Mauern umgeben war. Im Mythos von Ishtars Gang in die Unterwelt wird sie folgendermaßen beschrieben: "Jene, die es betreten, sehen kein Licht mehr. Sie erhalten nur Staub und Erde zu essen. Sie sind gekleidet wie Vögel, ihre Gewänder haben Schwingen. Staub liegt auf den Toren und auf den Riegeln." Außerdem befand sich dort der Palast Ekalkina in welchem die Unterweltsrichter lebten, die Anunnaku. Sie sind auch die Hüter "des Wassers des Lebens" welches Tote wieder erwecken kann.
Man glaubte, daß sich der Eingang zur Unterwelt im Mashu-Gebirge im Osten befand, denn der Sonnengott, der nachts die Unterwelt durchwandert und am Tage die Oberwelt, taucht dort am Morgen aus dem Reich der Toten auf (Sonnenaufgang). Bewacht wird der Eingang von den Girtablulu, welche Dämonen und Mischwesen sind. Sie sind halb Skorpion und halb Mensch und sehr gute Bogenschützen.
Um dort hinzugelangen musste man sieben Tore durchschreiten, an denen alle Macht und aller Besitz zurück gelassen wurden. Dann trat man vor die Göttin Ereshkigal und ihre Unterweltsrichter, die über das geführte Leben entschieden und das „Auge des Todes“ auf den Betreffenden richteten.
Wurde ein Toter jedoch nicht den Ritualen entsprechend bestattet oder wurden ihm die angemessenen Totenopfer nicht mitgegeben, so konnte er nicht in die Unterwelt eingehen. Aus ihm wurde ein Gidim/Etemmu, ein unzufriedener auf der Erde ziellos herumirrender Dämon, der dem Leben schadet. Um ihn doch noch in die Unterwelt zu schicken gab es ein entsprechendes Ritual um diesen bösen Geist zu beschwören.
Ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens waren Zauberei und Magie. Die Religionen Mesopothamiens waren allesamt polytheistisch. Auch der Glaube an Geister und Dämonen war weit verbreitet. Ihnen schrieb man allerlei Krankheiten und Unglücke zu. Um dem zu entgehen gab es viele Möglichkeiten: Wahrsagerei, Astrologie, Rituale, Anrufungen, Zaubersprüche, Talismane und Amulette. Wahrsagen war eine durchaus anerkannte Wissenschaft. Es war auch überaus wichtig den Gang der Gestirne zu kennen, weil sich aus ihnen der Wille der Götter ableiten ließ. Darum waren bereits in Sumer für diese Epoche beachtliche astronomische Kenntnisse vorhanden.
Die erste Regel des religiösen Lebens war jedoch folgende: "Verehre täglich deinen Gott. Bring Deinem Gott freiwillig ein Opfer dar, denn das gebührt einem Gott. Wenn du ihn täglich anbetest, anflehst und dich vor ihm niederwirfst, wird er dein Gebet erhören." (akkadischer Text)
Da die Menschen keine Möglichkeit hatten den sie ständig bedrohenden Naturgewalten entgegen zu wirken, klammerten sie sich fest an ihren Glauben. Glück und Unglück waren allein Sache der Götter. Begriffe wie Schuld oder Sühne tauchten in ihrer Literatur kaum auf.
Man stellte sich die Götter in Menschengestalt vor. Sie hatten die gleichen Bedürfnisse und Eigenschaften wie die Menschen, aber sie waren unsichtbar und mächtig.

Die Menschen brachten große materielle Opfer (Nahrung und geweihte Kunstgegenstände) um ihnen zu dienen und ihr Leben im Himmel angenehm zu gestalten. Der Tempel wurde als ihre Wohnstätte angesehen. Es wurde eine Statue des betreffenden Gottes aufgestellt, welche man dort mit Speisen, mit Kunstgegenständen, mit Musik und Kleidung überhäufte. Selbstverständlich handelte es sich hierbei nur um das allerbeste. Tiere wurden ihnen geopfert und man trug die Götter (Statuen) sogar in benachbarte Tempel, damit sie den anderen Göttern einen Besuch abstatten konnten.
Wer es sich leisten konnte ließ eine sogenannte Weihe- oder Beterstatue anfertigen. Diese kleinen, dem Stifter nachempfundenen, Statuen waren in betender Haltung gestaltet. Sie wurden im Tempel aufgestellt und übernahmen die ewige Anbetung der Götter für den Stifter, so daß dieser sich um seine Angelegenheiten kümmern konnte, ohne Angst haben zu müssen, daß er den Gottesdienst vernachlässigte. Natürlich entband einen das nicht von der Teilnahme an wichtigen Zeremonien.

1.Reich des Gottes Anu, 2.der Himmel von Marduk und den Igigu, 3. der Himmel in dem sich die Gestirne bewegen, 4.himmlischer Salzwasserozean, 5.Horizont, 6. Weltberg, 7.irdischer Salzwasserozean, 8.Apsu, der Süßwasserozean, 9. Unterwelt  Beterstatuen 

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» http://www.goetter-und-mythen.de/mesostar.htm