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Wie es unter der Rubrik Geschichte zu lesen ist, zieht sich die Geschichte Mesopotamiens über Jahrtausende hin. In dieser Zeit sind die alten ur- und (damals noch) neuzeitlichen Mythen immerwieder neu erzählt, verändert und angepaßt worden. Zum Teil liegen sogar zweitausend Jahre zwischen den einzelnen Versionen dieser Mythen.
Trotz ihrer von Grund auf verschiedenen Sprachen, waren sich Sumerer und Akkader recht ähnlich. Im wesentlichen verehrten sie sogar die selben Götter. Die Assyrer und Babylonier schienen später großen Wert auf die Tatsache zu legen, daß sie die Nachfahren der Sumerer waren, denn sie erhielten das sumerische Erbe am Leben. Ihren Bibliotheken ist es zu verdanken, daß die zum Teil unvollständigen sumerischen Mythen dennoch die Zeit überdauerten.
Die alten sumerischen Götter und Geschichten wurden von den semitischen Akkadern, die Sumer eroberten, aufgegriffen. Die Götter Sumers und Akkads waren zum Teil identisch. Die übrigen vermischten sich und wurden schließlich miteinander identifiziert. Auch die Mythen des einen Volkes existierten in ähnlicher Form als die des anderen weiter. Ähnlich wie in der griechischen und römischen Mythologie ist es manchmal schwer sumerisches und akkadisches zu trennen.
Dennoch werden wir in einigen Bereichen eine Trennung vornehmen, weil die Völker verschiedenen Ursprunges sind. Während die Sumerer mehr als „Ureinwohner“ verstanden werden können, sind die semitischen Akkader nach Mesopotamien eingewandert.
Die nach dem Untergang dieser beiden Völker entstehenden Babylonier und Assyrer übernahmen im wesentlich die akkadischen und sumerischen Glaubensvorstellungen, auch wenn sie in einigen Dingen davon abweichen und ganz eigene Züge aufweisen.
Wenn wir also Götter oder Mythen unterscheiden, werden wir zukünftig von sumerisch und akkadisch sprechen, wobei wir babylonisch und assyrisch mit unter akkadisch einordnen.

Sumerische Mythen:

Die Schöpfung  
Die sumerische Schöpfung ist vielleicht einer der ältesten Mythen die auf unserer Erde überhaupt überliefert sind. Die Geschichte der Schöpfung durch eine Urmutter war bereits alt als sie in Sumer aufgeschrieben wurde, zu einer Zeit als die Schrift gerade erst erfunden und soweit ausgereift war, daß sie sich zur Niederlegung von Legenden eignete. Bereits in der akkadischen Zeit verschwindet Nammu, auch wenn die akkadische Schöpfung der sumerischen ähnelt.
In alten Siedlungen wie Catal Hüyük finden sich üppige weibliche Figuren die wahrscheinlich kultischen Zwecken dienten. Figuren dieser Art finden sich jedoch auch in vielen Teilen Europas und sind zum Teil sogar noch um Jahrtausende älter. Sie legen den Verdacht nahe, daß der Mythos von der Urmutter viel älter ist. Aber das ist reine Vermutung und wird sich vermutlich auch niemals beweisen lassen.
Nach diesem sumerischen Mythos entstand alles Leben durch die Urmutter Nammu. Sie ist die Göttermutter, die alle anderen Götter geboren hat. Sie ist aber auch die Schöpferin der Menschen.
Auf die Anweisung ihres Sohnes Enki hin nahm sie einen Klumpen Lehm und das Blut eines Gottes und formte über dem Abzu (dem sumerischen Süßwasserozean) die ersten Menschen. Hierbei waren ihr acht weitere Göttinnen behilflich, unter anderem auch Ninmach und Mama. Die Göttin Nammu ist auch die ursprüngliche Besitzerin der über einhundert Me (der Einflüsse die den Gang der Welt verursachen, egal ob positiv oder negativ)
Zusammen mit den ersten Menschen entstand, der Legende nach, die Stadt Eridu. So beginnt die Welt für die Sumerer mit einer Stadt. In einer sumerischen Überlieferung heißt es: "Kein Schilfhalm war gewachsen. Kein Baum war erschaffen worden. Kein Haus war erbaut worden. Keine Stadt war entstanden. Alles Land war Meer. Da wurde Eridu erschaffen."
Tatsächlich ist die Stadt Eridu einer der ältesten bekannten Siedlungsplätze. Ihre Geschichte reicht nachweisbar bis in das 6. Jahrtausend v.Chr. zurück, also bis weit vor die Zeit der Sumerer.  

Wie die Fertigkeiten zu den Menschen kamen  
Dies ist ein sumerischer Mythos.
Die Götter wurden mit Nahrung versorgt, durch die Göttinnen des Ackerbaus und der Viehzucht. Achnar ist die Göttin der Viehzucht und Lachar die Getreidegöttin. Eines Tages stellten die Götter fest, daß sie davon nicht mehr satt wurden. Deshalb gestattete es Enki den beiden Göttinnen auf die Erde herabzusteigen und die Menschen zu unterrichten. Diese fristeten bis dahin nur ein tierisches Leben, erlernten nun aber die Kulturarbeiten des Ackerbaus und der Viehzucht. Das Ziel der Götter war es aus dem Überfluß der Menschenwirtschaft besser versorgt zu werden.
Ein weiterer Kulturbringer der sumerischen Mythologie ist Oannes. Er war ein Fischmensch (ein Abgal, Mischwesen) der jeden Morgen aus dem Meer herausstieg um die Menschen zu unterrichten und jeden abend ins Meer zurückkehrte. Er lehrte sie die Grundlage der Schrift und der Künste, sowie Fertigkeiten im Tempelbau, Ackerbau, Handwerk und Städtebau. Angeblich gehörte er zu einem Volk von Fischwesen, denn es wird von weiteren seiner Art berichtet, die den Menschen halfen.  

Inannas Gang in die Unterwelt 
Wie bei fast allen anderen Mythen dieser Zeit, ist die Geschichte nur bruchstückhaft und in verschiedenen Varianten überliefert. Diese sumerische Version ähnelt der babylonischen, unterscheidet sich aber in wesentlichen Kleinigkeiten.
Die Unterwelt wird von Inannas Schwester Ereshkigal beherrscht. Um zu ihr zu gelangen muß Inanna sieben Tore durchschreiten. Als Grund gibt sie an zum Begräbnis des Himmelsstieres zu wollen. Dabei muß sie an jedem dieser Tore eines ihrer sieben Insignien abgeben: am 1. die Krone und das Obergewand, am 2. das Ohrgehänge, am 3. die Halskette, am 4. den Brustschmuck, am 5. den Edelsteingürtel, am 6. die Spangen von Händen und Füßen und am 7. Tor das Untergewand. So trat sie schließlich nackt wie eine gewöhnliche Sterbliche vor Ereshkigal und war ihr völlig machtlos ausgeliefert. Dort wurde sie zum Tode verurteilt, hingerichtet und somit selbst ein Teil der Unterwelt
Die Göttin Ninshubur diente Inanna und war deren Vertraute. In Trauer um ihre Herrin wandte sie sich um Hilfe an die Götter. Enlil und Nanna lehnen jede Einmischung ab, aber solange Inanna in der Unterwelt ist, unterbleibt auf der Erde jede Zeugung und die Entstehung allen Lebens. Deshalb greift schließlich Enki ein und schickt zwei geschlechtslose Boten in die Unterwelt um von Ereshkigal die Freilassung Inannas zu erreichen. Die Göttin der Unterwelt war unglücklich darüber, daß man sie immer nur ablehnte. Als Enkis Boten ihr darüber ihr Mitgefühl ausdrücken wird ihr Kummer gelindert. Ereshkigal gibt der Forderung nach und Inanna kann die Unterwelt wieder durch die sieben Tore verlassen. Auf diesem Weg erhält sie die von ihr dort abgegebenen Gegenstände zurück. Als sie die Oberwelt wieder erreicht, setzen Zeugung und Wachstum wieder ein.
Aber Ereshkigal hat zur Bedingung für Inannas Freilassung gemacht, daß jemand anderer ihren Platz einnimmt. Als Inanna in die Oberwelt zurückkehrt wird sie von ihrer Dienerin Ninshubur und ihren Söhnen empfangen, nicht aber von ihrem Gatten Dumuzi. Dieser sitzt daheim auf seinem Thron und trauert ganz und gar nicht um seine Gemahlin. Inanna ist wütend und verfügt, daß er ihren Platz in der Unterwelt einnehmen soll und so führen die schrecklichen Galla-Dämonen, die sie auf Ereshkigals Geheiß begleitet haben, Dumuzi als Ersatzperson in die Unterwelt.
Aber Dumuzis Schwester Geshtinanna liebte ihren Bruder so sehr, daß sie bereit ist seine Strafe mit ihm zu teilen. So verbringen sie abwechselnd jeweils ein halbes Jahr in der Unterwelt.  

Die Flut 
Die Geschichte von der Flut ist einer der bekanntesten sumerischen Mythen. Er ist in Versform verfaßt und wurde später ins Akkadische übernommen. So heißt der Held dieser Geschichte im sumerischen Ziusudra und im akkadischen Utnapishtim. Er ist dem Bibelmythos ähnlich.
Lange bevor es Menschen auf der Erde gab, überwachte Enlil die anderen Götter dabei, wie sie die Flußbetten von Tigris und Euphrat aushoben. Nach einiger Zeit waren es aber die anderen Götter leid, sich mit dieser endlosen Aufgabe abplagen zu müssen und beschlossen, sich gegen Enlil zu erheben.
Aber Enki kam Enlil zu Hilfe und schlug einen Kompromiß vor. Mit Hilfe der Göttin Nintu wurden nun Menschen erschaffen die die Arbeit der Götter erledigten. Mehrere hundert Jahre lief alles zur Zufriedenheit der Götter, doch dann vermehrte sich das Volk in den Städten derartig, daß sie mit ihrem Lärm Enlils Schlaf störten.
Um sie los zu werden wollte er eine Pest schicken. Aber Enki hatte Mitleid mit den Menschen und warnte sie. Sie versuchten leise zu sein aber nach einer Zeit vergaßen sie die Drohung und es wurde wieder lauter. Nun drohte ihnen Enlil mit einer Dürre. Auch dieses Mal warnte Enki die Menschen und sie gaben sich Mühe leise zu sein, doch dann vergaßen sie erneut, womit Enlil ihnen drohte. Als sich der Gott ein weiteres Mal gestört fühlte, wollte er eine Hungersnot schicken und Enki warnte die Menschen ein drittes Mal. Die Menschen vierhielten sich wieder eine Zeit lang ruhig aber bald lärmten sie genauso wie zuvor.
Da verlor Enlil die Geduld und faßte den Entschluß alles Leben auf der Erde zu vernichten. An der Ausführung dieses Planes waren vier Götter beteiligt: An (der Himmels- und Schöpfergott), Enlil (der Sturmgott und Ratgeber der Götter), Ninurta (der Kriegs- und Jagdgott und Enlils Sohn) und Ennugi (der Schutzherr der Kanäle).
Der fünfte große Gott Enki (der Herr des Apsu, des Süßwasserozeans) war jedoch nicht damit einverstanden und verriet den Plan der Götter König Ziusudra, welcher im akkadischen auch Utnapischtim genannt wird. (siehe Gilgamesh-Epos) Enki rät ihm sich ein Boot zu seiner Rettung zu bauen. Der König folgt seinen Anweisungen und baut eines auf welchem er Vorräte, Tiere und sogar Gold verstaut.
Schließlich bricht ein Sturm von ungekannter Stärke los, so stark, daß er selbst die Götter erschreckt. Die nun folgende Flut dauerte sieben Tage und sieben Nächte bis das Boot schließlich auf einem Berg landete. Utnapischtim sandte nacheinander drei Vögel aus: eine Taube, eine Schwalbe und zuletzt einen Raben. Die ersten beiden kamen zurück, der Rabe jedoch nicht, weil sich das Wasser der Flut langsam zu verlaufen begann und er einen Platz fand um sich nieder zu lassen.
Der König war dankbar für sein Überleben und opferte allen Göttern außer Enlil. Diesen hielt er für hauptverantwortlich für die Flut.
Enlil ärgerte sich darüber daß jemand überlebt hatte. Schließlich jedoch segnete auch er Utnapischtim und seine Frau und die Götter machten den König unsterblich. Die beiden wurden daraufhin an den paradiesischen Ort Tilmun versetzt 

Der Garten Eden 
Auch im Sumerischen gibt es einen Mythos von einem paradiesischen Garten.
Er wird als helles reines Land beschrieben, das weder Krankheit noch Tod kannte. Der Wassergott Enki brachte nun das Süßwasser in dieses Land , und zeugte mit der Göttin Ninchursang drei Generationen von Göttinnen.
Eines Tages erschuf Ninchursang acht kostbare Pflanzen, die jedoch von Enki nicht gewürdigt und gegessen wurden. Daraufhin war Ninchursang wütend und beschloß Enkis Tod. Sie sprach einen Fluch aus, daß für jede ihrer Pflanzen eines von Enkis Körperteilen versagen solle. Uns so geschah es. Doch schließlich gelang es einem Fuchs Ninchursang dazu zu überreden, Enki zu retten. Um dies zu tun, erschuf sie acht heilende Göttinnen, für jedes betroffene Körperteil eine. Eines dieser Körperteile war eine Rippe. Das Wort hierfür ist Ti und die Göttin, welche die Rippe heilte war Ninti. Ihr Name ist aber ein sumerisches Wortspiel. Er bedeutet sowohl "Frau der Rippe" als auch "Frau, die Leben spendet". Wahrscheinlich ist sie die Vorlage für die biblische Eva und ihre Erschaffung aus einer Rippe Adams gewesen.
Weiter heißt es in der Schöpfungsgeschichte "Und es ging aus von Eden ein Strom zu wässern den Garten, und teilte sich daselbst in vier Hauptwasser". Zwei dieser Ströme waren Tigris und Euphrat, also die Flüsse, die Mesopotamien begrenzen. Die anderen beiden waren Gihon und Pischon. Der Gihon könnte der heutige im Iran entspringende Fluß Karun sein. Für die Existenz eines vierten aber inzwischen ausgetrockneten großen Flusses gibt es Indizien auf Satellitenfotos. Der Legende nach soll der Garten Eden am Zusammenfluß dieser vier Flüsse gelegen haben, unweit des Persichen Golfes.
Vor 32000 Jahren war das Klima in dieser Gegend günstig, aber vor etwa 15000 Jahren änderte sich das und das Gebiet trocknete aus. Hier könnte die Legende von einem verlorenen Paradies entstanden sein. Mit dem Anstieg des Meeresspiegels vor etwa 7000 Jahren versank das fragliche Gebiet jedoch auf den Grund des Persischen Golfes. So bleibt all dies nur eine Theorie.
Wie die Legende vom Garten Eden auch entstanden sein mag, Fakt ist, daß sie in Sumer erstmals in ähnlicher Form aufgezeichnet und wahrscheinlich für die biblische Schöpfungsgeschichte abgewandelt und übernommen wurde. 

Der Fluch von Akkad 
Dieser Mythos wurde in Form eines epischen Gedichtes nach dem Niedergang des akkadischen Reiches geschrieben.
Der König von Akkad (Namasin) hielt sich selbst für einen Gottkönig und schien der Meinung zu sein, er könne sich über die Gesetze, die für die Menschen gelten, hinwegsetzen.
Seine Hauptstadt Akkad war reich und seine Bewohner glücklich und friedfertig.
Während einer Auseinandersetzung eroberte er die Stadt Nippur und plünderte dort die heilige Stätte des Gottes Enlil, welcher der Stadtgott war. Die dem Tempel zugehörigen Heiligen Haine wurden zerstört und die Reichtümer fortgeschafft.
Das rief jedoch den zornigen Gott Enlil auf den Plan. Von den Bergen aus ließ er ein fremdes Volk ausschwärmen, welches Akkad von da an schwer zusetzte. Es wurde als zahlreich und "nicht zu bändigen" beschrieben.
Als Ergebnis brach eine Hungersnot aus und Räuber suchten der Land heim, so daß "der Herold seine Reise nicht antreten, der Schiffer nicht in See gehen konnte". Damit Enlil sich wieder beruhigte, schwor eine Gruppe weniger bedeutender Götter Akkad zu vernichten. Und so geschah es auch. Die Stadt wurde zerstört.
In der Tat endete die Herrschaft der Akkader durch den Einfall des wilden Bergvolkes der Gutäer. Auch für die angesprochene Hungersnot ließen sich Anhaltspunkte finden. Es scheint, als enthielte die Legendes vom "Fluch von Akkad" durchaus einen wahren Kern. 




Akkadisch und Babylonische Mythen:

Enuma Elish 
Dies ist der babylonische Schöpfungsmythos.
Die ersten Götter Babylons Anshar und Kishar waren Nachkommen der Urkräfte Apsu und Tiamat. Hierbei symbolisiert Apsu die männliche Seite, das Süßwasser unter der Erde. Tiamat symbolisiert die weibliche Seite der Urkräfte und das Salzwasser, das die Erde umgibt. Als sich die Wasser der beiden vermischten entstanden daraus Lachmu und Lachamu, von denen alle anderen Götter abstammen.
In der Enuma Elish wird der eigentliche Schöpfungsmythos kurz gehalten, vielmehr bezieht sich der Text auf die Kämpfe und Verwicklungen der Götter untereinander.
Nur zwei dieser Kämpfe werden näher beschrieben. Zum einen wie Anshar von Ea besiegt wird, zum anderen wie Marduk Tiamat vernichtet, aus ihrem Leib die Welt erschafft und die Schicksalstafeln an sich nimmt.
Einer der Söhne Tiamats ist Kingu, der Herr über die Dämonenheere, die ebenfalls von Tiamat geschaffen wurden. Die jüngeren Götter streiten bald ständig mit den Alten und schließlich beschließt Apsu (Tiamats Gatte), die jüngeren aufsässigen Götter zu töten aber Ea erfährt davon und tötet ihn zuerst. Danach nimmt Kingu den Platz seines Vaters als der Gemahl von Tiamat ein und Tiamat gibt ihm die Schicksalstafeln, damit der die Herrschaft über die jungen Götter übernehmen kann. Diese sind aber nicht einverstanden damit und so tritt der damals noch wenig bedeutende Gott Marduk gegen ihn zum Kampf an. Er siegt, erhält die Schicksalstafeln und steigt so zum Herrn der Götter auf, denn wer diese Tafeln besitzt, der vereint die größte göttliche Macht auf sich. Das Blut des Dämonenherrschers Kingu gibt Marduk an Ea weiter, der daraus und aus einem Klumpen Lehm die Menschen erschafft.
Um die Gefahr für die Götter endgültig zu beseitigen kämpft Marduk mit Zauberei auch gegen Tiamat. Dazu erhält er fünfzig Fähigkeiten, die er als Waffen gegen sie einsetzen kann. Er tötet sie schließlich und spaltet ihren Leib. Aus den beiden Hälften bildete er das Himmelsgewölbe und die Erde.
Nach seinem Sieg wird Marduk, dem Stadtgott von Babylon, ein gemeinsames Heiligtum mit Ea und Enlil geschaffen.
Weiterhin berichtet die Enuma Elish daß Marduk 300 unterirdische Gottheiten einsetzt, die in dem Palast Ekalgina in der Unterwelt leben. Sie sind die Anunnaku, die das Wasser des Lebens hüten. Ihnen gegenüber stehen die 300 ebenfalls von Marduk eingesetzten oberirdischen Gottheiten: die Igigu.
Die Enuma Elish war nicht nur ein langer Text (2000 Zeilen) sondern auch ein bedeutender. Er wurde immer am 4. Tag des insgesamt 11 Tage dauernden Neujahrsfestes von einem Priester vorgetragen. Die Teilnahme des Königs bei dieser Zeremonie war Pflicht. 

Die Schicksalstafeln
 
Der Mythos von den Schicksalstafeln liegt in verschiedenen Versionen vor, die in kleinen aber bedeutenden Details (wie bei vielen Mythen) von einander abweichen. Es existieren einige Orginaltafeln aus der akkadischen Zeit, die jedoch unvollständig sind. Fortgeführt wird der Mythos erst durch Aufzeichnungen aus der Bibliothek Assurnasirpals in Ninive (assyrisch).
Die Schicksalstafeln sind einem akkadischen Mythos nach Schrifttafeln, die den Lauf der Welt bestimmen. Wer sie besitzt beherrscht die Welt. Diese Tafeln wechselten im Laufe der Zeit den Besitzer. Zu Beginn war der Herr über die Tafeln und auch deren Schreiber Nabu, dann war es Ellil, dem sie von Zu geraubt wurden. Schließlich siegte Marduk über Zu und erhielt die Schicksalstafeln als Lohn und stieg so zum obersten Gott auf.
Nach der Enuma Elish gehörten die Schicksalstafeln Tiamat, die sie ihrem Sohn Kingu gab, doch diesem wurden die Tafeln nach einem Kampf von Marduk abgenommen.
Für die Unterwelt gibt es eigene Schicksalstafeln. Diese werden von Beletseri geschrieben.
Als der Besitzer der Schicksalstafeln gilt auch manchmal Ellil. Einer seiner Diener, der Zu hieß und ein Vogelwesen war (er gilt auch als der Südwind), bekam sie eines Tages zu sehen und wollte sie seit dem besitzen. Als nun Ellil einen Moment unaufmerksam war, stahl Zu die Tafeln und flog mit ihnen auf einen weit entfernten Berg. Die Götter waren verzweifelt nach diesem Raub, denn in den Tafeln ruhte all ihre Macht. Der oberste Gott An suchte nach einer Lösung des Problems und versprach demjenigen, der sie zurück brachte, daß sein Name der größte unter allen sein solle.
Zuerst sollte Hadad gegen den Sturmvogel kämpfen, aber der weigerte sich. Dann wurden Gibil und Schara aufgerufen für die Götter zu streiten, aber auch diese beiden lehnten den Kampf ab.
Schließlich nahmen Ninurta und Marduk den Kampf auf. Dabei wurden sie von den anderen Göttern durch anfeuern aber auch durch handfeste Hilfe unterstützt. So feuerte der Gott Adad zum Beispiel Blitze auf Zu ab und schickte schwere Stürme. Doch der Sturmvogel Zu war durch die Macht der Tafeln nicht mehr angreifbar. Schließlich siegten die Götter dennoch und Marduk erhielt die Schicksalstafeln zum Lohn. 

Der Adapa-Mythos
 
Der Adapa-Mythos ist ein babylonischer Mythos, der vermutlich die Vormachtstellung der Stadt Eridu erklären sollte.
Dieser Mythos handelt von einem Helden namens Adapa, der in Eridu lebt. Er wurde von dem Gott Ea als vorbildlicher Mensch geschaffen, der jeden Tag mit seinem Boot zum Heiligtum seines Gottes hinaus fuhr.
Eines Tages jedoch wurde er vom Südwind (dem geflügelten Sturmvogeldämonen Zu) abgetrieben, hinaus aufs Meer, wo das Boot kenterte und Adapa „in das Haus der Fische“ ging (also ins Wasser fiel). Adapa verfluchte den Südwind und drohte ihm die Flügel zu brechen. Kaum hatte er das gesagt, da war es auch schon geschehen. Die Flügel des Südwindes waren zerbrochen und fortan wehte er nicht mehr.
Nachdem der Wind nun sieben Tage nicht mehr wehte, wurde der Gott An darauf anfmerksam, daß dort etwas nicht stimmte. Er gab den Befehl Adapa zu ihm zu bringen.
Ea, der Angst um ihn hatte, warnte Adapa vor An. Er sagte ihm, daß er, wenn man ihm das Brot des Todes anbot, es nicht essen solle. Bot man ihm das Wasser des Todes an, so solle er nicht davon trinken. Wurde ihm aber ein Kleidungsstück gebracht, so solle er es anziehen und wenn man ihm Öl brachte, so solle er sich salben.
An aber war nicht böse auf Adapa, sondern eher auf Ea. Er schalt ihn dafür, daß er einem Menschen die Pläne der Götter offen gelegt hatte. Daraufhin befahl er, daß man diesem Menschen das Brot und das Wasser des Lebens, sowie Kleidung und Öl bringen solle.
Adapa vertraute Ea und tat was er ihm gesagt hatte. Er lehnte das Wasser und das Brot des Lebens ab und damit, ohne es zu wissen, die Unsterblichkeit. Das überraschte und beeindruckte An. Er schickte Adapa zurück auf die Erde.
Daraufhin erlangte die Stadt Eridu, die Adapas Heimat war, das Wohlwollen Ans und gelangte damit zu einer Vormachtstellung. 

Nergal und Ereshkigal 
Bei diesem Mythos zeigen allein die Namen, wie eng die Überlieferungen der einzelnen Völker Mesopotamiens miteinander verwoben sind. Der akkadische Gott Nergal tritt auf die sumerische Göttin Ereshkigal. Ihre akkadische Entsprechung wäre Allatu. Aber von dieser war in keiner der von mir gelesenen Versionen die Rede.
Eines Tages planten die Götter ein Festessen. Auch die Göttin der Unterwelt Ereshkigal war eingeladen. Da aber die Götter der Unter- und der Oberwelt nicht so ohne weiteres in die jeweils andere Welt übergehen können, sagten die Götter zu Ereshkigal, daß sie einen Boten schicken solle, der ihren Anteil an dem Festessen in ihrem Namen entgegen nehmen solle. Darauf hin schickte Ereshkigal ihren Boten Namtar. Als dieser jedoch zurückkehrte, berichtete er seiner Herrin, daß man ihm nicht die angemessene Achtung entgegen gebracht und sich nicht vor ihm erhoben habe.
Das machte Ereshkigal wütend. Sie schickte Namtar erneut zu den anderen Göttern, damit er ihr denjenigen brachte, der das getan hatte, um ihn töten zu können.
Der vermeintliche Übeltäter Nergal hatte seinen Fehler inzwischen erkannt und hielt sich bei seinem Vater Ea auf, der ihm helfen sollte. Ea versprach ihm die Hilfe einiger Dämonen, damit er unbeschadet in die Unterwelt hinabsteigen konnte um die Sache mit Ereshkigal zu klären.
Namtar hatte Schwierigkeiten Nergal wegen seines Aufenthaltes bei Ea wieder zu finden, aber schließlich gelang es ihm. Nergal stieg in der Begleitung von Eas Schutzdämonen in die Unterwelt hinab und stieß dort auf die wütende und wenig versönliche Ereshkigal. Es kam zum Kampf und Nergal siegte schließlich über sie.
Als sie besiegt war, bat Ereshkigal um ihr Leben. Sie versprach Nergal eine gute Frau zu sein und mit ihm die Macht über die Unterwelt zu teilen. Nergal vergab ihr. Er küßte sie und nahm das Angebot an. 

Ishtars Abstieg in die Unterwelt
 
Die Geschichte von Ishtars Abstieg in die Unterwelt ist mit der von Inannas Gang in die Unterwelt vergleichbar. Auch hier existieren kleine aber wichtige Unterschiede in Details. Von beiden Geschichten gibt es verschiedene Versionen, vor allem auch deshalb, weil alle Aufzeichnungen dieses Mythos zeitlich nicht nur Jahrhunderte auseinander liegen, sondern auch, weil sie nur aus Bruchstücken bestehen und man so gezwungen ist, sich die Geschichte mehr oder weniger zusammen zu reimen. Es gibt eigentlich keine Version, die man ruhigen Gewissens als die echte bezeichnen könnte.
Die Unterwelt ist das "Land ohne Wiederkehr", ein staubiger dunkler Ort, der von der grausamen und launischen Göttin Ereshkigal beherrscht wird.
Eines Tages steigt die schöne Göttin der Fruchtbarkeit Ishtar in die Unterwelt zu ihrer Schwester Ereshkigal hinab. Diese weist ihre Torwächter an, sie so zu behandeln, „wie es seit altersher üblich ist". Das bedeutet, daß sie sie wie eine Sterbliche behandeln sollen, was sie auch tun. An jedem der sieben Tore der Unterwelt muß sie etwas aus ihrem Besitz abgeben. Am ersten Tor sind es Kleid und Krone, am zweiten das Ohrgehänge, am dritten das Halsband, am vierten der Brustschmuck, am fünften der Gürtel, am sechsten ihre Armbänder und am siebenten ihr Unterkleid. Diese Gegenstände sind gleichzeitig die Sybole ihrer Macht, die sie damit Stück für Stück verliert.
Schließlich wird Ishtar nackt vor Ereshkigal geführt. Diese kennt kein Mitleid, foltert Ishtar mit den 60 Qualen und tötet sie schließlich.
Durch Ishtars Gefangenschaft verliert die Erde jedoch jede Fruchtbarkeit. Dies wird nun Ea von den anderen Göttern berichtet. Er sieht sich gezwungen etwas zu unternehmen und erschafft einen Eunuchen, weil nur dieser in der Lage ist der Lust der Göttin Ereshkigal zu widerstehen und seine Aufgabe zu erfüllen. Er schickt ihn in die Unterwelt um Ishtar zu befreien.
Ereshkigal ist wütend. Sie verflucht den Eunuchen: "Deine Nahrung soll der Abfall der Stadt sein. Dein Trank soll das Abwasser der Stadt sein. Du sollst im Schatten stehen unter der Stadtmauer. Du sollst auf der Schwelle hausen. Und die Betrunkenen und Dürstenden sollen deine Wange schlagen." Schließlich jedoch gibt sie Ishtar um des Friedens willen frei, behält aber zum Ausgleich den Eunuchen in der Unterwelt. Seitdem ist die Unterwelt unfruchtbar, wärend die Oberwelt fruchtbar ist.
Ishtar wurde mit dem Wasser des Lebens besprengt und wieder nach oben geführt. An jedem der sieben Unterweltstore, die sie passierte, erhielt sie einen Teil ihres Besitzes zurück. Als Ishtar wieder zurück war, kehrte auch die Fruchtbarkeit auf die Erde zurück. 

Das Gilgamesh-Epos 
Dieser um 1900 v.Chr. in Versen verfaßte akkadische Mythos ist auf insgesamt 11 Tafeln überliefert, nebst einer weiteren mit Kommentaren. Jedoch existierten weitere Abschriften und Variaten des Epos in babylonischen und assyrischen Bibliotheken.
Gilgamesh ist wahrscheinlich eine historische Persönlichkeit, weil sein Name in verschiedenen Bauinschriften auftaucht. Er war ein sumerischer König der Stadt Uruk, aber seine genaue Regierungszeit ist unbekannt.
Gilgamesh wurde geboren als der Sohn des später vergöttlichten Königs Lugalbanda und der Göttin Ninsun. Zu zwei Dritteln war er ein Mensch und zu einem Drittel ein Gott. Er war ein schlechter König, tyrannisch und maßlos. Das Volk rief die Götter um Hilfe gegen ihn an und diese erhörten die Gebete.
Sie schufen das menschliche Wesen Enkidu, damit es gegen den Herrscher vorging. Enkidu wurde manchmal als Unruhestifter und manchmal als behaartes Monster beschrieben. Sicher ist aber, daß er das Volk so sehr in Schrecken versetzte, daß sich Gilgamesh veranlaßt sah, etwas zu tun.
Er stöberte Enkidu auf und versuchte ihn im Kampf zu bezwingen. Beide waren sehr stark und es war keinem möglich den anderen zu besiegen. Schließlich gelang es jedoch Gilgamesh, Enkidu zu überlisten und ihn zu fangen. Die beiden erkannten, daß ein Kampf sinnlos war und wurden nach einiger Zeit sogar Freunde.
Fortan waren sie immer zu zweit unterwegs. Eines Tages gaben die Götter Gilgamesh und Enkidu den Auftrag, in ein weit entferntes Land zu ziehen und gegen den Riesen Chuwawa zu kämpfen, der in einem Zedernwald lebte. Die beiden machten sich auf den Weg und fanden den Riesen. Gilgamesh forderte ihn heraus und kämpfte mit ihm. Durch den letzten Todesstoß mit Enkidus Speer schafften sie es Chuwawa zu töten.
Dies beeindruckte die Göttin Ishtar so sehr, daß sie versuchte Gilgamesh für sich als Liebhaber zu gewinnen. Sie versprach ihm allerlei Vorteile wenn er einwilligte. Aber Gilgamesh lehnte ihr Angebot nicht nur ab, er schalt sie auch noch. Er warf ihr vor, dass sie niemals bei einem Liebhaber bliebe und nur so lange treu sei, wie es ihr gefalle. Das machte Ishtar so wütend, daß sie sich bei ihrem Vater An darüber beschwerte und von ihm den großen Himmelsstier Guanna verlangte, um gegen Gilgamesh vorzugehen. An willigte schließlich ein und Ishtar sandte den Himmelsstier aus, um Uruk und seine Umgebung zu verwüsten. Gilgamesh wollte dies aber nicht zulassen und schaffte es mit Enkidu zusammen den Stier zu tötet.
Nun waren die Götter endgültig auf die beiden böse. Enkidu erfuhr im Traum, daß Enlil seinen Tod beschlossen hatte und war sehr beunruhigt darüber, doch letztlich kann er nichts gegen diesen Entschluß tun. Er wird krank und stirbt innerhalb weniger Tage.
Gilgamesh ist verzweifelt, aus Trauer und aus Angst davor, wie Enkidu eines Tages zu sterben. Also beginnt er damit einen Weg zu suchen, um selbst unsterblich zu werden.
Er erinnert sich, daß einer seiner Ahnen, Utnapishtim (siehe auch sumerischer Mythos von der Flut), einst von den Göttern das Geschenk der Unsterblichkeit erhielt. Er beschließt ihn zu suchen und begibt sich darum auf den Weg in die Unterwelt wo Utnapishtim lebt. Er gelangt an das Mashu-Gebirge, wo sich der Eingang in die Unterwelt befindet. Dieser wird von den Girtablulu bewacht, Mischwesen die halb Mensch und halb Skorpion sind. Um zu seinem Ahnen zu gelangen muß er das „Meer des Todes" überqueren. Um das zu schaffen, fällt er zwei mal sechzig Bäume und baut daraus ein Schiff. Mit diesen gelingt es ihm zu Utnapishtim zu reisen. Der Fährmann Urshanabi setzt ihn über.
Gilgamesh trägt seinem Ahnen sein Anliegen vor und Utnapischtim ist bereit ihm zu helfen. Er erzählt ihm, daß die Götter ihn mittels einer Pflanze unsterblich gemacht hätten, die auf dem Grunde des Meeres wachse. Gleichzeitig gibt er jedoch zu bedenken, daß der Tod für den Menschen genauso nötig wäre wie der Schlaf. Gilgamesh soll versuchen sechs Tage und sieben Nächte ohne Schlaf auszukommen, damit er versteht, was Utnapishtim ihm versucht zu erklären. Gilgamesh willigt ein, ist aber bereits eingeschlafen, noch bevor sein Ahne seine Ansprache beendet hat.
Schließlich bricht Gilgamesh auf um die Pflanze zu suchen. Er fährt hinaus aufs Meer und bindet sich Steine an die Füße um den Meeresboden zu erreichen. Er schafft es, nimmt die Pflanze an sich und schneidet dann das Seil an seinen Füßen durch, um wieder an die Oberfläche aufzusteigen.
Er nimmt die Pflanze und kehrt mit ihr nach Uruk zurück um sich dort zu verjüngen. Unterwegs macht er an einem Brunnen halt, um sich zu erfrischen. Er läßt die Pflanze für einen Moment aus den Augen. Eine Schlange, die von ihrem Geruch angelockt wurde, nimmt sie und verschwindet damit. Sie läßt ihre Haut zurück, die sie abgestreift hat. Seit die Schlange die Pflanze stahl, hat sie also die Fähigkeit, sich auf diese Weise zu verjüngen: indem sie einfach ihre Haut abstreift.
Gilgamesh kehrt alt und unglücklich nach Uruk zurück und stirbt schließlich, nachdem er die Stadt 126 Jahre regiert hat. Als Moral dieser Geschichte erkennt Gilgamesh vor seinem Tode, daß Unsterblichkeit nichts für den Menschen, sondern allein den Göttern vorbehalten ist. 

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» http://www.goetter-und-mythen.de/mesostar.htm