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Heinrich I. (* 919/921; † 1. November 955 im Kloster Pöhlde) war Herzog von Bayern.
Er war der zweite Sohn des deutschen Königs Heinrich I. und seiner Gemahlin Mathilde. Bald nach dessen Thronbesteigung geboren, empörte er sich 938 gegen seinen Bruder Otto I. im Bund mit Eberhard von Franken und Giselbert von Lothringen, da er selbst Ansprüche auf den Thron anmeldete. Im Jahr 939 wurde er bei Birten geschlagen und gezwungen, Deutschland zu verlassen. Er floh zu König Ludwig IV. von Frankreich, unterwarf sich aber, nachdem dieser mit Otto Frieden geschlossen hatte, und erhielt das Herzogtum Lothringen.

Er konnte sich in der Herrschaft dieses Herzogtums nicht behaupten, weshalb es ihm wurde wieder aberkannt wurde. Er versuchte Otto I. Ostern 941 in Quedlinburg zu ermorden. Der Anschlag wurde entdeckt, Heinrich in Ingelheim gefangen gehalten und zu Weihnachten 941 in Frankfurt a. M. nach reuevoller Buße begnadigt. Im Jahre 948 wurde er mit dem Herzogtum Bayern (seine Gemahlin Judith war eine bayrische Fürstin) belehnt. Er schützte und vergrößerte dasselbe in den Ungarnkriegen und durch den Erwerb Friauls von Italien. Als Brautwerber seines Bruders geleitete er die Königin Adelheid im Jahr 951 nach Pavia. Durch die Gunst, die er sich durch seine treue Ergebenheit bei Otto I. erworben hatte, erregte er den Neid und den Aufruhr Ludolfs und Konrads von Lothringen (953-954); er unterdrückte den Aufstand in Bayern und starb am 1. November 955 im Kloster Pöhlde.

Er wurde im Niedermünster in Regensburg beigesetzt, wo auch seine Frau Judith begraben ist.


Nachkommen

Heinrich I. heiratete Judith von Bayern.




Heinrich I.
--------------
4.919/22.4.922-1.11.955
Nordhausen Kloster Pöhlde

Herzog von Bayern (947-955)

Begraben: Regensburg Niedermünster


2. Sohn des Königs HEINRICH I. aus seiner 2. Ehe mit der Mathilde, Tochter von Graf Dietrich


Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 2063
********************
Heinrich I., Herzog von Bayern 938-955
--------------
* 919/22, + 1. November 955
Nordhausen Regensburg

Begraben: Regensburg Niedermünster

Entstammte den LIUDOLFINGERN

Eltern:
---------
König HEINRICH I. und Mathilde

oo Judith von Bayern

Sohn:
-------
Heinrich der Zänker

Nach vergeblichen Versuchen Heinrichs, der im Gegensatz zu seinem Bruder OTTO schon als Königssohn geboren war, Ansprüche auf den Thron oder zumindest die Mitregierung geltend zu machen, übertrug ihm OTTO I. 939 das Herzogtum Lotharingien, wo er sich jedoch nicht behaupten konnte. Nach einer weiteren Rebellion 941 erhob ihn der König unter Umgehung des von den LUITPOLDINGERN ausgebildeten Erbrechtes zum Herzog von Bayern und übertrug ihm zur Abstützung seiner Herrschaft Teile des Königsgutes in Bayern, wodurch das Herzogtum endgültig in das entstehende OTTONEN-Reich integriert wurde. 950 erhielt Heinrich die Oberhoheit über den Herzog von Böhmen, 952 das Herzogtum Friaul mit Istrien, Aquileia, Verona und Trient. Die Hauptleistung Heinrichs I. war der mit wechselndem Erfolg geführte Abwehrkampf gegen die Ungarn. Im Liudolfingischen Aufstand ab 953 wurde er wichtigster Helfer OTTOS I.

Literatur:
-----------
ADB XI, 454-457 - NDB VIII, 340 - BWbDG 1, 1085 - K. Reindel, Die bayer. Luitpoldinger 893-989, 1953 - Spindler I, 1981, 292-295 - Bayer. Biogr. I, hg. K. Bosl, 1983, 321.


Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 321
************************
HEINRICH I., bayer. Herzog
-------------------
* 919/922, + Oktober 955
Nordhausen Regensburg

Begraben: Regensburg, Niedermünster

Vater:
-------
König HEINRICH I.

Mutter:
----------
Mathilde (+ 968)

oo 936/37 Judith (+ nach 985)

936 vergeblicher Anspruch auf die Thronfolge.
939 Zuweisung von Lothringen.
940 vom heimischen Adel vertrieben.
948 als Nachfolger Herzog Bertholds Herzog von Bayern.
952 zum bayerischen Herzogtum Übertragung des langobardischen Herzogtums Friaul.
Auf seiten seines Bruders König OTTO I. Kampf gegen die Ungarn, unter anderem bei Regensburg und 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg.

Literatur:
-----------
NDB 8; BWB 1; R. Holtzmann, Gesch. d. sächs. Kaiserzeit, 1955.


Althoff: Gerd Seite 384
**********
"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

H 37

Me: 1.11. Heinricus dux auus imperatoris Heinrici + 955 Herzog von Bayern, Bruder OTTOS I.

(Es.) HEINRICH II. berücksichtigte bei der Neustiftung des ottonischen Gedenkens in Merseburg auch Traditionen, die in der bayerischen Linie der OTTONEN bewahrt worden waren. Zu ihnen ist auch der Eintrag seines Großvaters zu rechnen, siehe dazu ausführlich oben S. 197f.
Allgemein vgl. NDB 8, S. 340ff; Biogr. Wörterbuch 1, Sp.1085 und FW H 11 mit weiteren Hinweisen. Zum Todesdatum: BO Nr. 240n.


HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER

Gewin Dr. J.P.J.: Seite 133
**************
II. 2. HEINRICH I.
-------------------------

Herzog von Bayern, c. 947-955 (+).
955. November 1. Herzog Heinrich I. von Bayern stirbt und wird von seiner Gemahlin Judith im Kloster Niedermünster in Regensburg beigesetzt: Reindel S. 220.

Gemahlin:
------------
Judith E. I. 6. + c. 987.
955. Herzogin, Regentin, Vormünderin ihres Sohnes Heinrich.
973. April 23. Auf Bitten seiner Gemahlin Adelheid schenkt Kaiser OTTO I. der Judith, der Witwe seines Bruders Heinrich die Saline Reichenhall: Urkunde Ottos I. nr. 431, Reindel S. 229.
Gemahlin: Judith E. I. 6.


Glocker Winfrid: Seite 273
**************
"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

IV, 5 HEINRICH
-----------------------
* 919 IV/922 IV 22 (c 919), + 955 XI 1

936 Thronprätendent, (?)
940 Herzog von Lothringen,
947 XII Herzog von Bayern;
oo c 937/40 Judith, Tochter Herzog Arnulfs des Bösen von Bayern + (nach 974) am VII 29

Heinrich ist als zweiter Sohn von König HEINRICH I. aus dessen Ehe mit der Königin Mathilde bezeugt bei Widukind I c. 31, Seite 43, in Hrotsviths Gesta Oddonis v. 46, sowie durch die urkundliche Erwähnung in D H I, 3; weitere Quellenbelege sind zusammengestellt von Köpke-Dümmler S. 12, Anm. 5.
Die Angaben zu Heinrichs Geburtsjahr ergeben sich aus seiner Geburt "in aulka regali" (vgl. dazu im 1. Teil auf Seite 53 ff.) und seiner urkundlichen Erwähnung in D H I. 3; vgl. dazu Köpke-Dümmler a. a. O. Der Todestag Heinrichs von Bayern ist im Merseburger Nekrolog und im Nekrolog von Kloster Niedermünster zu Regensburg (dort ist der Bayern-Herzog beigesetzt) aufgeführt; vgl. Reindel, Luitpoldinger Nr. 107.
Die einzelnen Quellenstellen zu Heinrichs Gemahlin Judith sind ebenfalls in der Sammlung von Reindel, Luitpoldinger, zusammengestellt unter den Nrn. 89 (Heirat), 107 (Tod Heinrichs), 108-116 (Regentschaft), 118 (Tod) und 131 (letztmalige Erwähnung, offenbar nach Judiths Tod).
Das Jahr der Eheschließung Judiths mit dem Königsbruder Heinrich ist nicht überliefert. Hrotsvith, Gesta Oddonis v. 156-159, hat die Nachricht von der Eheschließung des Königsbruders zwischen die Krönung OTTOS I. und die zweite Erhebung Herzog Eberhards von Franken eingeordnet; Heinrich wäre zu dieser Zeit 16-17 Jahre alt, was zu einer Verehelichung gut passen würde. Die chronologische Einreihung der Gandersheimer Nonne veranlaßten Köpke-Dümmler S. 80 und Reindel, Luitpoldinger Nr. 89, zur Datierung auf 936/37. Werner VII, 84 hingegen äußerte Zweifel an diesem zeitlichen Ansatz, da als einziger Terminus ante quem für den Zeitpunkt der Eheschließung sich die Geburt eines Sohnes (des späteren Herzog Heinrich dem Zänker) im Jahre 951 aus besagter Verbindung festlegen läßt. Doch können wir einen weiteren Ansatzpunkt, um das gesuchte Jahr zu bestimmen, der Gandersheimer Reimchronik des Priesters Eberhard entnehmen: dort wird uns berichtet, Gerberga, eine Tochter Heinrichs und Judiths, sei von ihren Eltern zur Sühne für die zweite Erhebung Heinrichs gegen dessen Bruder, König OTTO I., für den kirchlichen Dienst bestimmt worden. Da Gerberga später Äbtissin in Gandersheim wurde, könnte in der lokalen Tradition ein präziseres Wissen bewahrt worden sein. Unter der Voraussetzung, die Angaben Eberhards träfen zu, wäre die Hochzeit zwischen dem Königsbruder Heinrich und der Herzogs-Tochter Judith in die Jahre 937/40 zu setzen.
Eccard bei Scheid, Origines Guelficae Bd. 4, S. 402-407, setzt in seiner Stammtafel des sächsischen Kaiserhauses eine außerordentliche Verbindung Heinrichs von Bayern mit einer vornehmen Slawin namens Hildeswinda an, wobei er als Quellenbeleg die Historiae genealogica des Heinrich Bodo angibt. Aus dieser Verbindung soll ein unehelicher Sohn namens Brun hervorgegangen sein, den Eccard mit dem "Bruno nepos noster", d. i. ein Verwandter Kaiser OTTOS II., aus dem D O II. 138 identifiziert und als Stammvater der braunschweigischen BRUNONEN nach Sachsen zurückkehren läßt. Diese genealogischen Kombinationen sind aber nur durch späte Nachrichten bezeugt und damit wertlos.


Schwennicke Detlev: Tafel 10
*****************
"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

HEINRICH I., 940 HERZOG VON LOTHRINGEN, 947/55 HERZOG VON BAYERN
-------------------
* XII 919/22. IV 922, + Regensburg 1. XI 955

Begraben: Regensburg Niedermünster

oo um 937/40
JUDITH VON BAYERN (LUITPOLDINGER), 974 nach Niedermünster in Regensburg
+ 29. VII (nach 974)

Tochter von Herzog Arnulf von Bayern


Thiele, Andreas: Tafel 13
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

HEINRICH I.
-----------------
* um 920, + 955

Sohn des deutschen Königs HEINRICH I. VON SACHSEN, Bruder OTTOS DES GROSSEN

Heinrich wurde 937/38 von seinem Halbbruder Thankmar gefangengesetzt und rebellierte seit 938 selbst, beanspruchte als "echter" Königssohn und "Purpurgeborener" die Nachfolge, da OTTO I. vor dem väterlichen Königtum geboren wurde, worin ihn seine Mutter noch bestärkte. Er floh nach der Schlacht bei Birten 939 nach Frankreich, unterwarf sich 940 und wurde Herzog von Lothringen. 941 wurde ihm auf Fürbitte seiner Mutter erneut verziehen, als er am Komplott sächsischer Fürsten beteiligt war, das OTTO I. am Osterfest 941 ermorden wollte. Er war seitdem eine treue Stütze seines königlichen Bruders und wurde 947 nach dem Tode des Herzogs Berthold als Herzog von Bayern eingesetzt, obwohl er als Herzog von Lothringen völlig versagt hatte. Er wurde gegen Ungarn offensiv, geriet in Bayern schroff gegen die Familie seiner Frau, die LUITPOLDINGER und wurde von seinem schwäbischen Neffen bedrängt, 952 zeitweise verjagt. Der Liudolfingische Aufstand richtete sich vor allem gegen den Einfluß, den Heinrich und die Königin Adelheid auf die Regierungsgeschäfte und den König ausübten. Er unterstützte den Bruder gegen Böhmen, zog 951 mit nach Italien und bekam zu Bayern Istrien, Friaul und die Mark Verona dazu. Den Erzbischof Herold von Salzburg ließ er ohne Urteil blenden und nach Seben verbannen, was einen Aufstand der bayrischen Großen zur Folge hatte, den Heinrich am 3.3.955 bei Mühldorf am Inn blutig unterdrückte. Anschließend eroberte er mit königlicher Hilfe seine sich tapfer verteidigende Hauptstadt Regensburg.

um 938
oo JUDITH VON BAYERN
+ um 978

Tochter und Erbin des Herzogs Arnulf des Bösen, 955 bayerische Regentin


Hlawitschka; Eduard: Seite 122
*****************
"König Heinrich I." in: Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern.

DIE NACHKOMMEN KÖNIG HEINRICH I.

5. HEINRICH, Herzog von Bayern
---------------------------------------------
* ca. 919/20
+ 1.11.955

Grabstätte: Kloster Niedermünster in Regensburg

oo 936/37
JUDITH, Tochter Herzog Arnulfs von Bayern (+ 14.7.937)
+ 29.6. nach 974, evtl erst nach 980

Grabstätte: Kloster Niedermünster


Spindler Max: Teil I Seite 292-295
**********
"Handbuch der bayerischen Geschichte"

Die Herzogswürde kam an einen Stammesfremden, der mit dem alten Herrscherhaus allerdings durch verwandtschaftliche Beziehungen verbunden war; die Ehe mit Judith, der Tochter Herzog Arnulfs, mochte dazu beitragen, die Stellung des sächsischen Herrschers in Bayern zu festigen. Herzog Heinrich übernahm die ungarnfeindliche Politik seines Vorgängers; offenbar in den Jahren 948 und 949 fanden Kämpfe im Nordgau statt, von denen der erste bei Floß mit einem Sieg, der zweite an der Luhe mit einer Niederlage der Bayern endete. Im Jahre 950 ging hingegen Heinrich offensiv vor; er zog bis über die Theiß, schlug die Ungarn zweimal und erbeutete neben vielen Gefangenen auch reiche Schätze. Seit dem Jahre 907 war es das erste Offensivunternehmen, das man wider gegen die Ungarn vortragen konnte, und der Erfolg hat Heinrichs Ansehen sehr gesteigert. Eine neue Steigerung seiner Machtstellung erfuhr er im Jahre 950; als König OTTO Herzog Bolelsav von Böhmen unterworfen hatte, unterstellte er ihn dem Bayern-Herzog und erneuerte damit die alte Tradition, nach der die böhmischen Fürsten vom bayerischen Herrscher abhängig waren. Eine terriroriale Ausdehnung erfuhr Bayern sodann nach dem siegreichen Kriegszug OTTOS im Jahre 951 gegen Italien, ab dem sich auch Bayern beteiligten. Auf dem Reichstag zu Augsburg im August wurde das alte langobardische Herzogtum Friaul, das die Markgrafschaften Istrien, Aquileja, Verona und Trient umfaßte, an Bayern angegliedert. Das bayerische Herzogtum erstreckte sich von Fichtelgebirge bis zur Adria, vom Lech bis zum Wienerwald und hatte damit seine größte territoriale Ausdehnung während des ganzen Mittelalters erreicht. Freilich wird man bedenken müssen, daß Bayern diese letzte Ausdehnung und Machtsteigerung nach Süden nicht mehr aus eigener Kraft, nicht mehr als unabhängiger Staat errungen hatte, sondern im Verband des deutschen Reiches, durch eine Entscheidung des deutschen Königs.
Daß die Herrschaft des Sachsen in Bayern noch nicht fest verwurzelt war, zeigten die Ereignisse des Jahres 953, wo sich in Bayern die Empörung des Königs-Sohnes Liudolf mit einem Aufstand des bayerischen Stammesadels unter luitpoldingischer Führung verknüpfte. Beim Kampf gegen seinen Sohn erhielt OTTO zunächst von seinem Bruder Heinrich Unterstützung, der bayerische Hilfstruppen zur Belagerung Liudolfs in Mainz heranführte. Während seiner Abwesenheit hatte Heinrich den Pfalzgrafen Arnulf, den Sohn des alten Herzogs Arnulf, mit seiner Stellvertretung in Bayern beauftragt. Arnulf verständigte sich jetzt mit Liudolf, und es ist nicht ganz klar, von wem dabei die Initiative ausging. Jedenfalls mußten beide Männer in Herzog Heinrich ihren Hauptgegner sehen, der den einen aus der Gunst beim Vater, den anderen aus dem Besitz des bayerischen Herzogtums verdrängt hatte. Die bayerischen Truppen vor Mainz verließen das königliche Heer; Liudolf konnte an ihrer Spitze nach Bayern ziehen, wo sich Arnulf ihm jedenfalls als dem künftigen deutschen König unterwarf. Dem Aufstand hatten sich fast alle Mitglieder der luitpoldingischen Familie angeschlossen, außer Arnulf werden noch seine Brüder Hermann und Heinrich sowie Bertholds Witwe Biletrud genannt. Auch der bayerische Adel scheint sich überwiegend dem einheimischen Geschlecht angeschlossen zu haben, das zeigt der Abfall des Heeres vor Mainz und ebenso die Tatsache, dass in Bayern fast alle festen Plätze in den Händen der Empörer waren, und dass OTTO Ende 953 Regensburg mehrere Monate lang vergeblich belagerte. Lediglich Bischof Ulrich von Augsburg trat tatkräftig für die Sache des Königs ein. Doch während er den größten Teil seiner Ritter zur Verstärkung des königlichen Heeres nach Regensburg führte, konnte Pfalzgraf Arnulf inzwischen Augsburg erobern und plündern. Im Winter 953/54 verschanzte Ulrich sich daher in seinem Kastell Schwabmünden, und bei den Kämpfen, die sich hier abspielten, fiel ein Bruder Arnulfs, Hermann, in seine Hand. Noch während des Kampfes um Schwabmünden erschienen die Ungarn im Land, das nun, durch keine vertraglichen Bindungen mehr geschützt, von ihnen geplündert wurde. "Durch inneren und äußeren Krieg erschöpft" mußten die Bayern den König bis zum 15. Juni 954 um Waffenstillstand bitten. Bei dem am 16. Juni in Langenzell bei Fürth beginnenden Reichstag machten sich beide Parteien gegenseitig den Vorwurf, den auswärtigen Feind ins Land gerufen und mit ihm paktiert zu haben. Allerdings lichtete der Tag von Langenzell die Reihen der Königsgegner, nur Liudolf und die LUITPOLDINGER blieben unversöhnlich und zogen sich wieder nach Regensburg zurück. König OTTO versuchte vergeblich, die ebenfalls von den Aufständischen besetzte Festung Roßtal bei Kadolzburg südwestlich Nürnberg zu erstürmen, und machte sich dann wieder an die Belagerung der bayerischen Hauptstadt. Als die Lebensmittel in der belagerten Stadt knapp wurden, versuchte man mehrere Ausfälle. Bei einer solchen Gelegenheit ist das Haupt des luitpoldingischen Aufstandes, Pfalzgraf Arnulf, vor dem Osttor gegen eine vom Markgrafen Gero von Sachsen befehligte Heeresabteilung gefallen, vermutlich am 22. Juli 954. Die Aufständischen gaben dennoch den Widerstand nicht auf, auch nicht, als ein Teil der Stadt von den Belagerern erobert wurde und ein anderer, vermutlich am 15. August niederbrannte. Selbst als Liudolf sich seinem Vater unterworfen und Verzeihung gefunden hatte, war die Empörung in Bayern noch nicht beendet; es bedurfte einer erneuten Belagerung im Frühjahr 955, um Regensburg endlich zu bezwingen, ein weiterer Widerstand mußte dann noch durch eine Schlacht nahe Mühldorf, vermutlich am 1. Mai 955, gebrochen werden. Dabei fiel der wohl mit den LUITPOLDINGERN verwandte Erzbischof Herold von Salzburg, der sich nach anfänglichen Schwanken den Aufständischen angeschlossen hatte, in die Hände Herzog Heinrichs, der ihn geblendet in die Verbannung nach Säben schickte.
Inzwischen waren auch die Ungarn wieder in Bayern erschienen, durchzogen plündernd das Land und belagerten das von Bischof Ulrich verteidigte Augsburg. Hier trat ihnen OTTO im August 955 mit einem Heer entgegen, in dem zwar Sachsen und Lothringer fehlten, in dem aber neben Franken, Schwaben und Böhmen auch bayerische Kontingente standen. Es ist kaum anzunehmen, daß sich darunter auch Truppen der Empörer befanden, die eben erst im Mai 955 von OTTO endgültig niedergeworfen worden waren. Zudem sehen wir an dem Verhalten Bertholds von Reisensburg, des Sohnes des Pfalzgrafen Arnulf, daß der Widerstand immer noch nicht erloschen war. Er war im Jahre 955 offenbar aus Bayern verbannt worden und hatte sich auf die Reisensburg (bei dem schwäbischen Günzburg) zurückgezogen. Von hier aus warnte er die Augsburg belagernden Ungarn vor dem Anrücken des königlichen Heeres, das dann allerdings trotz dieser Warnung am 9. August 955 auf dem Lechfeld den großen Sieg errang, der die Ungarngefahr für die abendländischen Reiche bannte.
Am 1. November 955 starb Herzog Heinrich I. von Bayern und die Nachfolge seines 4-jährigen gleichnamigen Sohnes "in ducatum et marcam" ist anscheinend ohne Schwierigkeiten vonstatten gegangen.




937/40
oo Judith von Bayern, Tochter des Herzogs Arnulf
um 925-29.7. nach 974




Kinder:

Heinrich II. der Zänker
951-28.8.995

Hadwig
ca. 940/45-26.8.994

oo Burchard III. Herzog von Schwaben
um 906-12.11.973

Gerberga 7. Äbtissin von Gandersheim (956-1001)
ca 940-13./14.11.1001

Brun
-


Literatur:
-----------
Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 85,88,157,160, 168,197,199,384 H 37 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 56,78,82,85,95,97-104,107,110,139,243 - Barth Rüdiger E.: Der Herzog in Lothringen im 10. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 87,88, 89-101,103,107,111,113,125 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 42,53,59-61,69,71-73,75-77,80,82,94 - Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 321 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 313,505,512,518/Band II Seite 115 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 49,214,411 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 115,117-121,123,125,130 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 26,49-51,72,74,89,93,96 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 - Hrosvit von Gandersheim - Keller, Hagen: Die Ottonen. Verlag C.H. Beck München 2001 Seite 16,26,28-34,36-45,51,59,89 - Köpke, Rudolf/Dümmler Ernst: Kaiser Otto der Große, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1962 - Körntgen, Ludger: Ottonen und Salier. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2002 Seite 11-14,48 - Laudage, Johannes: Otto der Große. Eine Biographie. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 31-34,43 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 172,650-652,659,667,678,798 -
Pohl Walter Pohl: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 59,67,69 -
Rappmann Roland/Zettler Alfons: Die Reichenauer Mönchsgemeinschaft und ihr Totengedenken im frühen Mittelalter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1998 Seite 192,436,440, 444,446,517 - Reindel, Kurt: Die bayerischen Luitpoldinger von 893-989, 1953 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 29-399 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 Seite 50,139,158,159,168,207,220,272,302 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 11,13,19,20-23,37-41 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 140, 177-196,188-190,192,195,212,249 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 10 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Teil I Seite 292-295 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 13 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 14,24-28,34,40-44, 72-78 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 15-19,27, 43,58 - Widukind von Corvey: Die Sachsengeschichte. Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart 1981 - Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle Esslingen 1989, Seite 9-290 -


Autor: Wikepedia
Quelle: » http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._%28Bayern%29

Text 2

Autor:
Quelle:
http://www.genealogie-mittelalter.de/liudolfinger_ottonen/bayerische_linie/
heinrich_1_herzog_von_bayern_955_liudolfinger/
heinrich_1_herzog_von_bayern_+_955.html