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Der mächtige freistehende Glockenturm erhebt sich auf quadratischem Grundriß im Norden der Stiftskirche.

Lichtbildstelle Berlin: Obermünster, Turm von Norden

Für das exakt gefugte Erdgeschoß wurden wahrscheinlich Steine der ehemaligen Römermauer verwandt. Die großen glatten Quader sind bis zu 65cm hoch und teilweise über 1m lang. Die Mauerstärke des Erdgeschosses, das nach oben mit einem Wulstband abschließt, beträgt ungefähr 2m.

Der weitere Aufbau darüber weist aufgrund seiner Mauertechnik mit ziegelartig behauenen Bruchsteinen und größeren Werkstücken an den Ecken Übereinstimmungen mit der Allerheiligenkapelle im Domkreuzgang auf. Die oberen Stockwerke können somit ins 12. Jahrhundert datiert werden. Die zierlichen Rundbogenfriese auf Lisenen in den oberen Stockwerken ruhen auf zierlichen Konsolen, die ebenfalls mit denen der Allerheiligenkapelle verwandt sind. Auf der Westseite haben Kopfkonsolen die einfachen Profile abgelöst.

Foto Verfasser: Turm, Kopfkonsolen im zweiten Obergeschoß

Das Glockengeschoß, nach unten gleichfalls mit einem umlaufenden Wulstband abgeschlossen, weist wie viele oberitalienische Türme der Zeit einfache Schallöffnungen auf, die über ein durchlaufendes Kämpfergesims miteinander verbunden sind. In Deutschland waren zu der Zeit durchaus bereits über mehreren Säulchen gekuppelte Turmfenster in Gebrauch. Bei der 1974 erfolgten Sanierung des Turmes wurden die Dachkonstruktion erneuert und die Mauerflächen verputzt.

Der Eingang des Turmes an der Südseite ist mit einem Rundbogenportal mit verzierten Kämpfersteinen gestaltet.

BLfD: Turm, Südportal

Der grobporige Kalkstein ist stark verwittert. Das Portal erhebt sich bei einer Breite von 1,15m auf 2,10m Höhe. Das linke Kämpferprofil zeigt außen und innen einen stark verwitterten Rundbogenfries.

Foto Verfasser: Turmportal, linkes Kämpferprofil

Das rechte Profil ist wesentlich aufwendiger gestaltet.

Foto Verfasser: Turmportal, rechtes Kämpferprofil außen

Außen gliedert es sich in Schräge, abgesetzte Kehle mit eingelegtem Tau und eine Platte, die mit einer heute stark verwitterten Blattranke verziert ist. Dieses Motiv ist an der Innenseite noch durch eine Rosette bereichert und nach oben durch einen Zahnschnittfries abgeschlossen.

Foto Verfasser: Turmportal, Innenseite des rechten Kämpfers

Eine vergleichbare Blattranke findet sich beispielsweise an der Westwand des Heiligen Grabes in Gernrode, am Westportal von Windberg und am Mainzer Dom auf der Galerie der Ostapsis. Die Datierung des Ornamentes gestaltet sich äußerst schwierig, da das ursprünglich aus der Lombardei stammende Motiv über eine sehr lange Zeitspanne hin nachweisbar ist. Sowohl das Rankenmotiv, als auch das Tau ist in der Stiftskirche zu Quedlinburg anzutreffen, welche ebenso wie Obermünster unter Heinrich II. Umbaummaßnahmen erfahren hat. Das Tau ist auch an einem Kämpfer von St. Stephan am Domkreuzgang vorhanden.

Eine Mäanderrahmung an einem Vierpaß im oberen westlichen Teil des Turmes weist auf lombardische Steinmetzen hin, die frühestens für das Jahr 1146 in Regensburg nachweisbar sind.

Sowohl die Mauertechnik, als auch die Ornamentierungen der oberen Stockwerke des Turmes lassen eine Datierung vor der Mitte des 12. Jahrhunderts kaum zu. Die Beurteilung des Erdgeschosses gestaltet sich vor allem wegen des äußerst schwer einzuordnenden Portals, dessen Schmuckformen über einen langen Zeitraum nachweisbar sind, wesentlich schwerer. Man darf annehmen, daß Heinrich II. bereits im Zuge des von ihm geförderten Neubaus für einen Turm gesorgt hatte. Die Tatsache, daß die Westwand der ehemaligen Vorhalle dem Turm unmittelbar vorgelegt ist, widerspricht dieser Annahme nicht. Es gibt also durchaus Gründe, die für eine Entstehung des Turmerdgeschosses zur Zeit des Neubaus der Stiftskirche im frühen 11. Jahrhundert sprechen.


Autor: Thomas Reißer
Quelle: http://home.mnet-online.de/visualisierung/seiten/Forsch/Ober/
node13.html#SECTION00032600000000000000


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