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Das Kloster Mittelmünster Regensburg ist ein ehemaliges Kloster der Benediktinerinnen in Regensburg in Bayern in der Diözese Regensburg.


Geschichte

Das St. Paul geweihte Kloster wurde 983 durch Hl. Wolfgang, Bischof von Regensburg gegründet. Das erloschene Kloster wurde mit seinem gesamten Besitz 1588 in ein Jesuitenkolleg umgewandelt. Nach der Auflösung des Jesuitenordens 1773 erfolgte die Umwandlung in eine bischöfliche Stiftung. 1781 wurde es Sitz des Priesterseminars. 1809 wurde die Anlage durch Kriegseinwirkung zerstört.




Orden:
Benediktinerinnen
Diözese: Regensburg
Pfarreien: Regensburg
Patrozinium: St. Paul
Gründungszeit: 983
Gründer: Hl. Wolfgang, Bischof von Regensburg
Aufhebung: 1588 (als Nonnenkonvent)
Weiternutzung: Das erloschene Kloster wurde mit seinem gesamten Besitz 1588 in ein Jesuitenkolleg umgewandelt. Nach der Auflösung des Jesuitenordens 1773 erfolgte die Umwandlung in eine bischöfliche Stiftung. 1781 Sitz des Priesterseminars. 1809 wurde die Anlage durch Kriegseinwirkung zerstört.




Das Mittelmünster in Regensburg - Nur ein Straßenschild ist geblieben

Am 29. Juni 983 gründete Bischof Wolfgang von Regensburg (heilig gesprochen 1052) das Benediktinerinnenkloster St. Paul. Da ihm die Einführung der Benediktinerregel in den Damenstiften Ober- und Niedermünster nicht gelingen wollte, sollte das zwischen den beiden Stiften gelegene und daher "Mittelmünster" genannte Kloster als Vorbild dienen. Doch war den Hoffnungen des hl. Wolfgang letztendlich kein Erfolg beschieden.
Der Nachwuchs für St. Paul kam aus dem Adel. Dieser sah das Mittelmünster mehr und mehr als Versorgungsinstitut für seine nicht standesgemäß zu verheiratenden Töchter. Die Nonnen, die weniger aus innerer Neigung als aus einer gewissen Notlage heraus hier eintraten, orientierten sich daher an der verhältnismäßig großzügigen Lebensweise der Stiftsdamen im Ober- und Niedermünster. Mittelmünster wurde zwar erst 1497 als weltliches Damenstift anerkannt, hatte den Wandel dorthin aber innerlich längst vollzogen und die lästigen Fesseln der Ordensvorschriften schon im 14. Jahrhundert abgestreift, wenngleich sich die Insassinnen noch offiziell als Nonnen und ihr Institut als Kloster bezeichneten. Doch gab es weder eine Klausur noch galt das Armutsgelübde. Alle Reformversuche im Lauf des 15. Jahrhunderts scheiterten. Die Reformationszeit brachte schließlich den Untergang. Von elf Stiftsdamen 1472 sank ihre Zahl 1555 auf fünf und 1588 auf zwei, die nicht einmal mehr die einfachen Regeln eines Kanonissenstifts beachteten, so dass Papst Sixtus V. in diesem Jahr 1588 ihre Entfernung aus dem Mittelmünster befahl, das damit erlosch.

An die Stelle der Stiftsdamen traten die Jesuiten. Die Gesellschaft Jesu hatte schon 1541 und 1546 im Gefolge der Regensburger Reichstage unter Kaiser Karl V. erfolglos versucht, eine gewisse Tätigkeit in der Stadt zu entfalten. Auch die Anwesenheit des Petrus Canisius 1556/57 in Regensburg zeigte einstweilen keine positiven Folgen für den Orden. Erst in den 1580er-Jahren gelang mit Unterstützung des bayerischen Herzogs Wilhelms V. des Frommen, gegen den erbitterten Widerstand des Magistrats der Reichsstadt, die Errichtung eines Jesuitenkollegs. Sie wurde am 9. Januar 1587 von Papst Sixtus V. bestätigt.

Die Jesuiten bauten ihr Kolleg Schritt für Schritt in den ruinösen Gebäuden des ihnen zugewiesenen vakanten Mittelmünsters - nicht zufällig zeitgleich mit dem Bau des Kollegs und der Kirche St. Michael in München. Indem Wilhelm V. seinen Sohn Philipp Wilhelm auf den Regensburger Bischofsthron setzte und die Jesuiten in die Stadt brachte, konnte er hoffen, auf die geistlichen und politischen Zustände größtmöglichen Einfluss auszuüben.

Die Jesuiten ließen 1591 Teile der alten Stiftskirche aus dem 10. Jahrhundert abbrechen, um an ihrer Stelle eine einschiffige Wandpfeilerkirche zu errichten, deren Pläne vermutlich von dem damals in München tätigen Ordensbaumeister Pater Guiseppe Valeriani stammten.

Der Regensburger Magistrat hatte auf verschiedenste Weise versucht, den Bau des Kollegs zu verhindern, indem er kein Baumaterial bereitstellte, den Architekten der Stadt verwies, den Besuch jesuitischer Predigten verbot und untersagte, Kinder in die Jesuitenschule zu schicken. Doch die feierliche und prunkvolle Gestaltung der Gottesdienste beeindruckten die Regensburger mehr als die Verbote des Rates, und so fand die Gesellschaft Jesu großen Zuspruch. Noch Goethe besuchte die Darbietungen des Regensburger Jesuitentheaters.

Schon 1588 hatten die Patres eine Schule mit drei Klassen eröffnet. 1591 nahmen sie bei einer Zahl von über 200 Schülern den Rhetorikunterricht auf. Die steigenden Schülerzahlen, Indikator der bei der überwiegend katholischen Bevölkerung der protestantischen Reichsstadt zunehmenden Beliebtheit des Ordens, führten 1609/19 zu einem Aus- und Erweiterungsbau des Konvents.

Nach der Eroberung Regensburgs durch die Schweden 1633 mussten die Jesuiten vorübergehend (bis 1634) die Stadt verlassen; ihr Kloster wurde von den Schweden als Predigthaus genutzt und überstand daher diese Zeit. 1714/16 fand eine umfassende Renovierung der Kirche statt, für die man den Maler Cosmas Damian Asam verpflichten konnte. Bis 1756 entstand der Neubau des Gymnasiums, zu dem 1761 ein physikalisches Kabinett und 1763 eine Sternwarte kamen.

1773 wurde auch in Regensburg der Jesuitenkonvent aufgelöst. Die Klostergebäude und die Kirche gingen in den Besitz einer bischöflichen Stiftung über. 1781 zog das Priesterseminar der Diözese ein. Bei der Beschießung und Eroberung von Regensburg durch die Franzosen Ende April 1809 ging der Gebäudekomplex in Flammen auf. 1811 wurde die Ruine auf Abbruch verkauft. Heute erinnern nur noch der Straßenname "Jesuitenplatz" und einige Kellergewölbe unter dem Parkhaus an die geistliche Vergangenheit dieses Orts.


Autor: Wikepedia
Quelle: » http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Mittelm%C3%BCnster_Regensburg

Text 2

Autor:
Peter Morsbach
Quelle:
» http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/kloster/index_extern.shtml