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Diözese:
Regensburg
Pfarreien: Regensburg
Patrozinium: St. Blasius
Gründungszeit: 1229
Gründer: Bischof Siegfried und das Domkapitel von Regensburg
Aufhebung: 1809
Weiternutzung: 1803 Knabenschule. Seit 1809 Ausbildungsstätte für Theologiestudenten bzw. später Philosophisch-Theologische Hochschule als Vorgängerin der Universität Regensburg. Seit 1973 sind hier Dienststellen der Regierung der Oberpfalz und des Bezirks Oberpfalz untergebracht. Die Baulast der profanierten Kirche liegt seit 1810 beim Staat



Das Dominikanerkloster St. Blasius - Keimzelle der Universität Regensburg

Im Jahr 1229 berief Bischof Siegfried die Dominikaner nach Regensburg. Der Orden errichtete hier nach Trier, Koblenz, Straßburg und Magdeburg sein fünftes Kloster auf deutschem Boden. Ausgangspunkt war St. Blasius am westlichen Stadtrand von Regensburg. Das Domkapitel schenkte die Eigenkirche samt einem Hof den Bettelmönchen. Um diesen Kern gruppierten sich im 13. Jahrhundert weitere Hofstätten.

So entstand in der heutigen Altstadt zwischen Ägidienplatz, Jakobshof (heute Bismarckplatz), Ölberg und Predigergasse ein geschlossener Besitzkomplex des Klosters. 1306 untersagte die Stadt Regensburg dem Orden den Erwerb weiterer Grundstücke. Wie die anderen Bettelorden waren auch die Dominikaner von der bischöflichen und der städtischen Gerichtsbarkeit befreit ("exemt").

Schon im Jahr 1229 wurde mit dem Neubau einer Klosterkirche bei St. Blasius begonnen. Sie zählt zu den Hauptwerken der Frühgotik in Deutschland. In einer Bauzeit von mehr als einem Jahrhundert - ermöglicht durch großzügige bischöfliche und bürgerliche Förderung - entstand eine der größten Kirchen der Dominikaner überhaupt. Sie war zweimal so hoch, wie es die Gebräuche des Ordens vorsahen. Dies darf dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Regensburger Konvent immer relativ arm blieb.

Die Blütezeit von St. Blasius lag in den ersten Jahrhunderten seines Bestehens. Regensburg zählte, abgesehen von den dominikanischen Zentren Köln und Paris, zu den personalstärksten Klöstern des Ordens. Noch im späten 15. Jahrhundert lebten hier 49 Patres.

In der Geschichte der Regensburger Dominikaner beansprucht die zeitweilige Anwesenheit des hl. Albertus Magnus besonderen Stellenwert. Der Gelehrte lebte allerdings nur um das Jahr 1237 kurzzeitig als Lesemeister und von 1260 bis 1262 als Regensburger Bischof im Konvent. Die eigentliche wissenschaftliche Bedeutung des Klosters lag in seiner Bibliothek. Sie wurde zu ihrer Glanzzeit um 1350 in Regensburg nur noch übertroffen von den großen Klosterbibliotheken von St. Emmeram und Prüfening. Im späten 15. Jahrhundert übernahm der Konvent vom Nürnberger Dominikanerkloster die grundlegende Ordensreform. Von Regensburg aus wurde diese Reform weiter nach Wien, Bozen, Weißenburg und Schlesien getragen.

Die Reformationszeit führte zu einem Niedergang des Klosters. Nach der Einführung der Reformation in der Reichsstadt im Jahr 1542 verloren die Dominikaner nahezu alle bisher reichlich fließenden testamentarischen Vermächtnisse und sonstigen Gaben der Bürger. Zwar konnte die Auflösung des Konvents durch die päpstliche Immunität und den Schutz des bayerischen Herzogs verhindert werden, doch die wirtschaftliche Situation war katastrophal geworden. Von 1563 bis 1628 wurde die Klosterkirche von der protestantischen Reichsstadt simultan mitverwendet. Erst durch die Zahlung einer Summe von 6000 Gulden konnte der Orden seine Kirche zurückerwerben.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts umfasste der Personalstand des einst so bedeutenden Konvents höchstens fünfzehn Patres. Als Fürstbischof Karl Theodor von Dalberg das Kloster im Jahr 1809 auflöste, lebten darin noch drei Patres.

Das Kloster diente nach der Säkularisation in Nachfolge des abgebrannten Studienseminars St. Paul als Ausbildungsstätte für Theologiestudenten. Daraus entstand die Philosophisch-Theologische Hochschule als Vorgängerin der Universität Regensburg.

Seit 1973 sind hier Dienststellen der Regierung und des Bezirks Oberpfalz untergebracht. Die Baulast der ehemaligen Klosterkirche liegt seit 1810 beim Staat.


Autor: Peter Morsbach
Quelle:
» http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/kloster/index_extern.shtml