StartseiteDigitale WeltenRegensburgGermanenWeltgeschichteGrenzwissenschaftDas MittelalterSuche IndexAnfänge DeutschlandsGermanische MythologieGeschichte der SeefahrtInhalteSonstigesImpressumGästebuch

Regensburg:

Übersicht

Stadtgeschichte

Stadt mit vielen Namen

Berühmte Regensburger

Die Römer in Regensburg

Regensburg und die frühe Bayerische Geschichte

Herzöge, Könige, Kaiser in Regensburg

Die Jüdische Gemeinde in Regensburg

Klöster in Regensburg

Alte Kirchen in Regensburg

Bistum Regensburg

Immerwährender Reichstag

Historische Personen in Regensburg

Historische Ereignisse in Regensburg

Bauwerke, Plätze und sonstiges Berühmtes

Mittelalterliche Künste in Regensburg

Reinis Bücher zur Geschichte Regensburgs

Vorlage Regensburg

Klöster in Regensburg:

Das Niedermünster Regensburg

Kloster Mittelmünster Regensburg

Kloster Obermünster Regensburg

Kloster Prüfening

Kloster Prüll

Kloster Sankt Emmeram

Kloster Sankt Johannes Baptist Regensburg

Kloster Sankt Kassian Stadtamhof

Kloster Sankt Maria Magdalena Regensburg

Kloster Sankt Peter Regensburg

Stift zu Unserer Lieben Frau Regensburg

Augustinerkloster Regensburg

Dominikanerinnenkloster Regensburg

Franziskanerkloster Regensburg

Kapuzinerkloster Regensburg

Karmelitenkloster St. Oswald Regensburg

Schottenkloster St. Jakob Regensburg

Antoniterkloster

Deutschordens-Kommende St. Ägid

Dominikanerkloster St. Blasius

Johanniterordens-Kommende St. Leonhard

Karmeliten (St. Leonhard)

Herz Jesu Stadtamhof

St. Katharina Stadtamhof

St. Mang Stadtamhof

Allgemein:

Startseite



Orden:
Augustinereremiten
Diözese: Regensburg
Pfarreien: Regensburg
Patrozinium: St. Nicolaus Tolentinus, St. Salvator
Gründungszeit: 1267
Gründer: Rat der Stadt Regensburg
Aufhebung: 1810
Weiternutzung: Im Kloster wurde eine Kaserne eingerichtet. Die Kirche wurde 1838 wegen Baufälligkeit abgerissen.



Die Augustiner-Eremiten in Regensburg - Keimzelle der bayerischen Ordensprovinz

Es ist nicht mehr festzustellen, wann die Augustiner-Eremiten nach Regensburg kamen. Man kann davon ausgehen, dass die ersten Mönche um 1260 in die Stadt einzogen, wo sie unter wirtschaftlich schwierigsten Verhältnissen lebten.

Die Gründung eines Augustinerklosters am Judensteig (heute: Neupfarrplatz) ging auf eine Initiative der Stadt zurück, die stets als Gründerin angesehen wurde. 1267 übergab der Rat den Augustinern die Salvatorkapelle am Judensteig "auf ewig" und stellte ihnen ein Grundstück zur Verfügung. Nach der päpstlichen Schutzbulle für das Kloster 1268 ließ die Bestätigung durch den Regensburger Bischof noch zwei Jahre auf sich warten. Durch Spenden gefördert, begann 1275 der Bau von Kirche und Kloster, die zum Generalkapitel des Ordens in Regensburg 1290 vollendet waren. Das Kloster erfuhr alsbald einen bedeutenden Aufschwung, der es nach der Errichtung der bayerischen Provinz zu einer ihrer wichtigsten Niederlassungen werden ließ, Mutterkloster aller Neugründungen der Provinz (München, Niederviehbach, Taus, Ramsau, Prag).

Die Ordenshochschule, die das philosophisch-theologische Studium generale als Fundament des Ordenslebens ermöglichte, befand sich anfangs für die gesamte bayerische Provinz in Regensburg, bevor auch die Klöster in Prag und Wien (1306) hierfür bestimmt wurden.

1306 erhielten die Augustiner vom Regensburger Bischof das Recht, im Bistum zu predigen, was sich nur gegen den Widerstand des Weltklerus durchsetzen ließ. Den Lebensunterhalt des Klosters sicherten die Erlaubnis zum Betteln und die testamentarischen Vermächtnisse von Regensburger Bürgern, die dann 1350-1373 auch die Erweiterung der Kirche erlaubten. Alles in allem genoss das Kloster am Judensteig sehr hohes Ansehen.

Unter dem bayerischen Provinzial Johann Ludovici (gest. 1480), später Weihbischof in Regensburg, schloss sich das Augustinerkloster im Rahmen der allgemeinen Ordensreform 1466 der Reformkongregation an und führte die strenge Observanz ein.

1538 ließ sich Albrecht Altdorfer, der berühmte Maler und Regensburger Ratsherr, der ein direkter Nachbar des Klosters war, in der Klosterkirche beisetzen. Das 16. Jahrhundert indes wurde zu einer Krisenzeit des Konvents. Die Klosterkirche war vom Einsturz bedroht; die Klosterzucht hatte einen Tiefpunkt erreicht. Erst im 17. Jahrhundert setzte eine allmähliche Konsolidierung der Verhältnisse ein, auf die der Regensburger Bischof besonderen Einfluss ausübte, indem er die Disziplin kontrollierte und das Betteln seiner Erlaubnis unterstellte. Fünf Patres wurden aus Schönthal nach Regensburg versetzt, um den Personalstand zu verbessern, der für die zahlreichen Aufgaben, wie die Predigttätigkeit in den Pfarrkirchen der Damenstifte Ober- und Niedermünster und die Versorgung etlicher Pfarreien, zu gering war.

1731-34 erfolgte ein grundlegender Umbau der alten Klosterkirche unter Beteiligung der Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam, die zu jener Zeit im benachbarten Kloster St. Emmeram tätig waren.

Nach dem Übergang der Stadt Regensburg an das Königreich Bayern 1810 erfolgte die Auflösung des Konvents unter dem letzten Prior Gottfried Reiffenstuhl. Die Klostergebäude dienten ab 1810 zunächst als Regimentskanzlei. Seit Ende 1824 war darin eine Volksschule untergebracht. 1830 erfolgte ein Teilabbruch. Das Klosterareal wurde an Ritter von Maffei verkauft. Erhalten blieb der Südtrakt mit dem von Egid Quirin Asam stuckierten Refektorium. Die vorübergehend geschlossene Kirche wurde seit 1824 als Schulkirche verwendet, jedoch 1838 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Die 1255 errichtete Kreuzkapelle wurde 1855 abgebrochen und durch eine neue Kapelle an der Oberen Bachgasse ersetzt.


Autor: Peter Morsbach
Quelle:
» http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/kloster/index_extern.shtml