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Ich gebe gerne zu das ich nicht ohne eine gewisse Voreingenommenheit, Regensburg mit anderen Städten Deutschlands oder sogar Europas bedeutendsten Metropolen vergleiche. Ich sage nicht ohne Stolz das Regensburg meine Geburts und Heimatstadt ist. Man schrieb das Jahr 1972 als ich im jungen Alter von 12 Jahren mit meiner Schulklasse einen Ausflug in die Innenstadt von Regensburg unternahmen und seit diesem Ereignis lässt mich die einmalige Geschichte dieser großen alten Stadt nicht mehr los.

Das Gebiet in und um Regensburg war seit der Frühzeit der Menschheit besiedelt. Im Stadtteil Schwabelweis fand man Faustkeile aus Stein und alte Feuerstätten die darauf deuten dass hier Menschen schon vor über 5000 Jahren lebten. Um das Jahr 400 v. Chr. fand man Keltensiedlungen woher wahrscheinlich der Name Radaspona herrührt.

Regensburgs Antike Zeit begann ca. um das Jahr 90 v. Chr. als die Römer im Stadtteil Kumpfmühl ein kleines Kohortenlager als Holz erbauten. das bis ins 2. Jahrhundert nach Chr. bestand hatte und schließlich von den Germanen zerstört wurde. Da in der römischen Provinz Rätien Regensburg der Nördlichste Punkt und die Grenze zum Germanenreich war, errichteten die Römer 179 n. Chr. auf Befehl des Römischen Kaisers Marc Aurel am Donaubogen ein vollständig aus Quadersteinen bestehendes Legionslager, das der dritten Italischen Legion mit bis zu 6000 Mann eine neue Heimat bot, aus einer alten römischen Landkarte ist ersichtlich das Regensburg damals Regino oder Reginum ( Ort am Regen ) hieß.

Kartenausschnitt aus der Tabula Peutingeriana, einer Römischen Straßenkarte

Von dort aus betrieben nun die Römer die Grenzsicherung zum Imperium Romanum oder führten Feldzüge gegen die immer wieder einfallenden Germanen durch, ein Feldzug führte sogar nach Ägypten. Im 4. Jahrhundert wurde die dritte Italische Legion wo anders verlegt, und nur ein kleiner Teil der früheren Garnison blieb als Grenzsicherung im Legionslager das nun Castra Regina genannt wurde zurück. Regensburgs Spätantike Zeit endete anfangs des 5. Jahrhunderts als sich die Römer in Ihre alten Reichsgebiete zurückzogen und Germanen sich in Rätien und Noricum festsetzten. Da das alte Legionslager unzerstört war, ist anzunehmen das sich Reste der Römischen Bevölkerung die im Lager blieben mit der neuen Germanischen Bevölkerung vermischten.

Im 6. Jahrhundert bildete sich aus den Germanen die in den Gebieten Rätien und Noricum heimisch waren, das Volk der Boiern oder auch Bajuwaren genannt. Regensburg war somit auch eine Urkeimzelle des Bairischen Volkes, weil hier die Stammesfürsten der Baiern eine unbeschädigte Festung vorfanden und sie in Besitz nahmen. Um 550 n. Chr. wurde Regensburg dann unter dem Agilolfingischen Herzog Garibald I. die erste Hauptstadt Baierns, seine Tochter Theodelinde wurde später Königin der Langobarden und eine der bedeutendsten Königinnen des Mittelalters überhaupt. Von nun an war Regensburg wo München noch im Staub der Geschichte lag, von 550 bis 788 n. Chr. Haupt und Residenzstadt der Agilolfinger und der Baiern.


Ab dem 8. Jahrhundert trat Regensburg in ihre Ruhm und bedeutungsreichste Zeit ein. War Regensburg die letzten über zweihundert Jahre neben Hauptstadt der Baiern auch Herzogspfalz, so wurde sie nun um 791 n. Chr. eine Civitas Regia ( Sitz des Königs ). Der Bedeudenste Herrscher des Mittelalters nämlich Karl der Große machte Regensburg zu einer Königspfalz und später zur Kaiserpfalz. Er erhob Regensburg, neben Aachen, Trier und Köln zur wichtigsten Stadt seines Reiches. Er verweilte von 791 – 793 n. Chr. in Regensburg, im Jahre 803 n. Chr. kehrte er nochmals als Romanorum Imperator Augustus ( Römischer Kaiser ) für ein halbes Jahr nach Regensburg zurück.


Ab 825 n. Chr. ist Ludwig der Deutsche als König von Baiern mit seiner Residenz in Regensburg nachweisbar. Als im Jahre 843 n. Chr. das Frankenreich durch den Vertrag von Verdun geteilt worden ist, wurde Ludwig der Deutsche König des Ostfränkischen Reiches, neben Frankfurt wurde Regensburg zu seiner Hauptresidenz und somit Hauptstadt des Ostfränkischen Reiches, also zur ersten Hauptstadt Deutschlands. Seine Frau, die selige Königin Hemma ließ er in Regensburg begraben.

Ab dem Jahre 887 n. Chr. wurde Regensburg unter Arnulf von Kärnten Hauptresidenz und Königsstadt und 889 n. Chr. zur Kaiserstadt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde neben Köln, Trier und Mainz, Regensburg wieder zur wichtigsten Stadt im Reich. Bis ins ausgehende 13. Jahrhundert war Regensburg immer wieder Residenzstadt von Königen und Kaisern des Heiligen Römischen Reiches, von hier aus regierten sie das Reich, stellten wichtige Urkunden aus, hielten den Reichstag ab wobei sich alle führenden Köpfe des Reichs in der Stadt einfanden, weiterhin hielten sie hier in der Stadt ihre Hoftage ab und empfingen andere Herrscher aus fernen Ländern und sie nutzen Regensburg als Operationsbasis wenn es darum ging Feldzüge gegen die Länder des Osten zu führen oder wenn sie nach Italien reisten.. Im Mittelalter wurde Regensburg nämlich als Tor des Ostens angesehen, drei Kreuzzüge durchzogen die Stadt, weil es zwischen Ulm, Regensburg und Wien keine weiteren Donaubrücken gab. Eine Stadt die sich eine solche Brücke leisten konnte war damals etwas ganz besonders und galt als Zeichen von Reichtum und Macht.

Im Jahre 1156 n. Chr. wurde bei der Stadt Regensburg auf dem Barbinger Wiesen Österreich durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa gegründet.


Im Jahre 1256 n. Chr. ernannte Kaiser Friedrich II Regensburg zur Freien Reichstadt. Durch Fernhandel bis Paris, Venedig und Kiew erlebte die Stadt ihre wirtschaftliche Blütezeit. Sie ist damals eine der wohlhabendsten und einwohnerstärksten Städte Deutschlands. Die romanische und gotische Architektur des Mittelalters bestimmt noch heute das Gesicht der Altstadt. Ein weiteres Zeichen für den damaligen Wohlstand der Stadt ist der Bau der Steinernen Brücke von 1135 bis 1146. Das mittelalterliche Bauwunder wurde Vorbild für viele andere Brückenbauten, z. B. Karlsbrücke in Prag. Kaiser Friedrich I. Barbarossa brach hier im Mai 1189 mit einer großen Streitmacht zum 3. Kreuzzug auf.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts fiel Regensburg in die Bedeutungslosigkeit. Um wieder im Jahre 1663 glanzvoll in der Geschichte Europas zurückzukehren. Von 1663 bis 1806 war nämlich in Regensburg der Ort des Immerwährenden Reichstages der von nun hier ständig im alten Rathaus von Regensburg abgehalten wurde und wobei sich die Gesandtschaften aus ganz Europa einfanden, so wie es heute in Brüssel der Fall ist.

Doch kann Regensburg nicht nur eine Herrschaftliche Geschichte vorweisen, sondern auch eine bedeutende Kirchliche Geschichte. Das Bistum Regensburg gehört zu den ältesten in ganz Deutschland. Hier wurde die älteste Christliche Inschrift in Bayern gefunden, dabei handelt es sich um den Grabstein der Sarmannina der aus dem 5. Jahrhundert stammt und beschreibt das Der in Christus wohlverdienten Sarmannina, die in Frieden ruht, den Märtyrern beigesellt ist. Im 7. Jahrhundert kamen dann die Missionsbischöfe St. Emmeram, St. Erhard und St. Rupert der den bairischen Herzog Theodo taufte, nach Regensburg um die Baiern hier zu missionieren. Im Jahre 739 gründete der Bischof Bonifatius das Bistum Regensburg. Hier wirkten der Heilige Wolfgang und der Heilige Albertus Magnus. Im 13. Jahrhundert lebte hier Berthold von Regensburg der als einer der bedeutendsten Prediger des Mittelalters bekannt ist. Neben der Bistumskirche gab es in Regensburg weitbekannte und berühmte Reichsklöster und uralte Kirchen, z.b. St. Emmeram 6. Jahrhundert, Niedermünster um 700, die alte Kapelle um 700, die Bistumskirche um 750 n. Chr. In Regensburg liegt die Mutterkirche Bayerns. In der Geschichte Regensburgs gab es neben den vielen Kirchen auch über 26 Stifte und Klöster in der Stadt.


Besonders hervorzuheben ist hier das Kloster St. Emmeram, dort entstand im frühen Mittelalter die berühmte Regensburger Buchmalerei die in aller Welt bekannt ist. Es entstanden so wertvolle Werke wie das Sakramentar Heinrichs II. (zwischen 1002 und 1014) und der Uta-Codex (kurz nach 1002), daneben wurden auch viele wertvolle Bücher wie das Muspilli oder der Codex Aureus dort verfasst. In St. Emmeram ist auch die Grablege von vielen bekannten Häuptern wie zum Beispiel: die selige Königin Hemma, die selige Klausnerin Aurelia, der ostfränkische König und römische Kaiser Arnulf von Kärnten, der ostfränkische König Ludwig das Kind, der bairische Herzog Arnulf der Böse, der selige Abt Ramword, der bairische Geschichtsschreiber Johannes Aventinus, der Heilige St. Emmeram, der Heilige St. Wolfgang und die Katakombenheiligen St. Maximianus und St. Calcidonius. Einer Legende nach sollen dort auch die Gebeine des Heiligen St. Dionysius liegen. Im Alten Kloster Niedermünster liegen, der Herzog Heinrich I. seine Frau Judith, Gisela von Burgund Herzogin von Bayern und die Mutter Kaiser Heinrichs II, der selige Albert von Cashel und der Heilige St. Erhard. Erwähnenswert ist auch das Schottenkloster St. Jakob das, das erste seiner Art in Deutschland war und 1120 erbaut wurde. Hier schrieb der Mönch Honorius Augustodunensis 1123 n. Chr in seinem Geschichtswerk Imago Mundi: "Ratisbona - Die einzige Stadt des Reiches, die erwähnt zu werden verdient, sie ist, als Stätte, welche die einzigen Schottenklöster Deutschlands beherbergt, neben Athen, Rom und Lyon, schlechthin Mittelpunkt der Geschichte". Noch eindrucksvoller wird Regensburg in der Kaiserchronik beschrieben: "Die Königsstadt Aachen, das hochberühmte Trier, Köln die Zierde des Frankenreiches, stehen neben Regensburg, der Hauptstadt, in welcher die Könige Hof halten und Kaiser Arnulf begraben liegt".


Regensburg die einmalige Historische Stadt, dies tritt nicht nur in der Geschichtsbeschreibung der Stadt hervor, sondern drückt sich auch mit Ihren Historischen Bauten aus. Sie ist die einzige Stadt Deutschlands, deren Mittelalterlicher Baukern sich fast komplett erhalten hat. Regensburg verfügt über 6.000 denkmalgeschützten Gebäuden, allein die historische Altstadt verfügt über ca. 1.200 Einzeldenkmälern. Unter anderm sind hier zu finden: Die Steinerne Brücke als älteste erhaltene Steinbrücke Deutschlands, der Dom St. Peter das Bauwerk gilt als das bedeutendste der süddeutschen Gotik, der Herzogshof seit dem 6. Jahrhundert Sitz der Herzöge des Geschlechts der Agilofinger, die Porta Preatoria sie gilt neben der Porta Nigra in Trier zu den ältesten Hochbauten römischer Baukunst nördlich der Alpen, die Römermauer des Legionslagers Castra Regina die in einigen Teilen heute noch sichtbar ist, das alte Rathaus mit dem Reichtagssaal das älteste gotische Rathaus Deutschlands, das Schloss derer von Thurn und Taxis das größte Schloss Deutschlands, die Historische Wurstkuchl auch wenn es den Nürnbergern nicht schmeckt, die älteste Bratwurstküche der Welt ( um 1147 ), die vielen alten Kirchen in der Stadt, teils aus frühmittelalterlicher Zeit, weiterhin wird das Altstadtbild von den vielen Patriziertürmen geprägt die dazu beitrugen das Regensburg als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet wurde. Weitere Besonderheiten sind zum Beispiel, die älteste Spital und Stiftungsbrauerei der Welt ( um 1226 ), älteste und größte Kirchenschule der Welt, das älteste und erste Cafehaus Deutschland ( um 1686 ), Regensburger Domspatzen, älterster Knabenchor der Welt ( um 975 ), Regensburgische Botanische Gesellschaft, älterste noch bestehende Botanische Vereinigung der Welt, die älteste Volkssternwarte Süddeutschlands, der goldenen Turm der höchste Wohnturm in Regensburg und nördlich der Alpen überhaupt, das älteste und erste Pfandhaus Deutschlands, Johann Wolfgang Goethe rühmte die Regensburger Küche und bezeichnete die Stadt als "deutscheste aller Städte", und so weiter, die Liste an Einmaligkeiten dieser Stadt würde hier zu weit führen

Zum Schluß muß noch erwähnt werden das Regensburg 2006 als Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen wurde.

Zwar hat Regensburg in der heutigen Zeit, ihre politische Größe verloren, jedoch kann heute keiner mehr ihre großartige Geschichtliche Bedeutung als eine der wichtigsten Städte des Mittelalters für ganz Deutschland und Europas anzweifeln.



Regensburg du Mittelalterliches Wunder der Welt, nicht zu meinen Ruhme sondern zu deinem, will ich hier über deine einzigartige Geschichte berichten, du Perle Europas, ich verneige mich vor deinem Glanz und ehrfurchtsvoll blicke ich auf deine Größe, nach dem was ich Familie nenne bist du mein ganzer Lebensinhalt, und nicht ohne Stolz kann ich behaupten ein Regensburger zu sein.

Reinhold Weinzierl 1. August 2006




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