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Porta Praetoria: Reste des Nordtores des Legionslagers

Nach der Zerstörung des Kumpfmühler Kastells und der Donausiedlung durch die Markomannen (um ca. 172 n.Chr.) entschlossen sich die Römer zum Bau eines großen Legionslagers mit einer Besatzung von 6000 Soldaten, die solche Einfälle für die Zukunft verhindern sollte. Die in Oberitalien aufgestellte "Legio Tertia Italica" war zunächst auf verschiedene Standorte in der Provinz Raetien verteilt, bevor sie 179 n.Chr. nach Fertigstellung der umlaufenden Mauer ihr Standlager in Regensburg bezog. Begründet wird diese Datierung durch die Reste der Bauinschrift, die Ende des 19. Jahrhunderts im Bereich des östlichen Lagertores gefunden wurden und heute im Historischen Museum Regensburg zu bewundern sind

Bauinschrift des Regensburger Legionslagers 179 n. Chr.

Mit seinen Ausmaßen von ca. 540 mal 450 m, also einer Fläche von 25 ha, sowie einer 2 m breiten und 10 m hohen Mauer aus großen, wuchtigen Kreidesandstein- und Kalksteinquadern hatte dieses Legionskastell auch eine optisch beeindruckende Wirkung. Neben den acht flankierenden ca. 20 m hohen Tortürmen, gab es noch vier Ecktürme und 18 Zwischentürme, die zusammen mit der Mauer ca. 30 000 m3 an Baumaterial benötigten. Unmittelbar westlich des Legionslagers entstand gleichzeitig ein größerer Händlerbezirk, die sogenannte "canabae legionis", die vor allem Zulieferfunktion für die Legion erfüllte. Die Ausdehnung dieser Zivilsiedlung des 2. bis 4. Jahrhunderts deckt sich im Westen mit der späteren Stadtgrenze, nach Süden war ihre Ausdehnung bislang unbekannt.

Bei den Ausgrabungen des Jahres 2000 kamen zahlreiche kaiserrzeitliche Befunde zum Vorschein: Im Nordwesten wurden die Bruchsteinfundamente dreier in nahezu in Ost-West-Richtung verlaufender Bauten freigelegt, die jedoch aufgrund der vorgegebenen Grabungsfläche keinesfalls vollständig untersucht werden konnten. Neben zum Teil sehr fundreichen Gruben und Gräbchen wurden auch zwei Brunnen erfaßt, wobei einer im oberen Teil mit römischen Bauschutt verfüllt war und eine Holzbalkenkonstruktion aufwies. Die bis zu 17 m langen Fundamente der Häuser überlagern im Westen mehrere römische Gruben, so dass von einer mindestens zweiphasigen Nutzung auszugehen ist. Das Fundmaterial selbst weist eine Reihe von Münzen, Bronzen, Gläser, Nadeln sowie reichlich Keramik auf, darunter eine größere Menge der römischen Feinkeramik, der sogenannten terra sigillata, sowie eine Gemme, eine Marsfibel und eine kleine Bronzebüste der Minerva. Der überwiegende Großteil der Funde kann in die Zeit des Legionslagers und damit den Befunden der "canabae legionis" zugeordnet werden. Nach der Zerstörung dieser Gebäude nutzte man das Gelände zum Teil als Friedhof. Davon zeugen drei spätrömische Körperbestattungen, darunter ein Kindergrab.

Blick über die Reste römischer Häuser


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