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In den Jahren 1997/98 wurde das Velodrom (Kreuzgasse 5, Nähe Arnulfsplatz), eine 1897 erbaute Veranstaltungshalle, saniert. Die dabei erforderliche archäologische Grabung erbrachte interessante Befunde: Nach ca. 2 m dicken Auffüllschichten aus dem Mittelalter und der Neuzeit stieß man in dem insgesamt 93 m⊃2; großen Grabungsareal auf die Überreste eines römischen Gebäudes, von dem zwei Räume ausschnittsweise ergraben wurden.

In einem davon entdeckte man die Reste einer Fußbodenheizung. Die Hypokaustpfeiler bestanden aus 21x12 cm großen und ca. 4 cm dicken Ziegelplatten, die zum Teil noch bis zu sieben Lagen erhalten waren. Sie standen auf einem mit Ruß und Asche bedeckten Estrich in der Nordhälfte des Grabungsbereiches. Vor der Südwand des römischen Gebäudes fanden sich noch in Originallage 4 zu diesem Heizungssystem gehörende Röhrenziegel (tubuli), die einst die Raumwände erwärmten. Der eigentliche Erdgeschossboden war nicht mehr vorhanden, allerdings entdeckte man einige der Fußbodenplatten, die ursprünglich auf den ca. zehn Lagen hohen Ziegelpfeilern ruhten.
Dank des Entgegenkommens des Bauherrn konnte der Originalbefund in einem verglasten Schauraum weitgehend unangetastet bleiben. In einer Ecke bildete man ca. 1 m⊃2; Hypokaustenanlage mit Fußbodenplatten und Estrich nach. Die gemalte Gliederung der beiden darüber liegenden geschlossenen Wände orientiert sich sowohl in der Farbgebung wie auch gestalterisch an römischen Befunden aus Regensburg.

Die bei der Grabung erfassten Baureste gehören dem bisher größten bekannten Gebäude der Lagervorstadt (canabae) an. Es war bereits 1976 beim Bau einer Tiefgarage erfasst worden und erstreckte sich vornehmlich nördlich und östlich des Velodroms.

Plan des Stadthauses (insula) westlich des Arnulfplatzes Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Regensburg

Der Ost-west orientierte Baukörper besaß eine Breite von 35 m und eine Mindestlänge von ca. 75 m, wobei allerdings weder die östlich noch die westlich Begrenzung des Komplexes erfasst wurde. Eine ganze Anzahl fußbodenbeheizter Räume scheinen sich um einen ca. 18 m langen und 7 m breiten Innenhof gruppiert zu haben. In diesem Garten fand man das Fundament einer Nischenarchitektur, die man sich möglicherweise als Brunnengrotte (Nymphaeum) gestaltet vorstellen darf. Ein zweiter Hof wies ebenfalls ein Wasserbecken auf. Eventuell handelt es sich bei diesem Teil des Gebäudekomplexes um eine Badeanlage. Der unter dem Velodrom aufgedeckte Befund war Teil eines fußbodenbeheizten Saales mit ca. 200 m² Grundfläche. Das ganze Gebäude scheint Ende des 2. und im 3. Jh., also der Blütezeit des Regensburger Lagers, benutzt und dann zerstört worden zu sein. Im Schutt fand sich eine größere Menge Ziegel, die mit dem Stempel der Regensburger Legion markiert waren. Ob es sich daher bei der Anlage wirklich um ein offizielles Gebäude gehandelt hat oder ob wir nur ein sicherlich sehr repräsentatives privates Stadthaus vor uns haben, muss offen bleiben.

Schauraum im Untergeschoß des Velodroms mit Blick auf Fußbodenheizung Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Regensburg Foto Peter Ferstl


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Quelle:
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/Alte_G/
roemer/eingang/ein-main.htm