StartseiteDigitale WeltenRegensburgGermanenWeltgeschichteGrenzwissenschaftDas MittelalterSuche IndexAnfänge DeutschlandsGermanische MythologieGeschichte der SeefahrtInhalteSonstigesImpressumGästebuch

Regensburg:

Übersicht

Stadtgeschichte

Stadt mit vielen Namen

Berühmte Regensburger

Die Römer in Regensburg

Regensburg und die frühe Bayerische Geschichte

Herzöge, Könige, Kaiser in Regensburg

Die Jüdische Gemeinde in Regensburg

Klöster in Regensburg

Alte Kirchen in Regensburg

Bistum Regensburg

Immerwährender Reichstag

Historische Personen in Regensburg

Historische Ereignisse in Regensburg

Bauwerke, Plätze und sonstiges Berühmtes

Mittelalterliche Künste in Regensburg

Reinis Bücher zur Geschichte Regensburgs

Vorlage Regensburg

Die Römer in Regensburg:

Die römische Epoche in Regensburg

Mark Aurel

Legio II Italica

Legio III Italica

Markomannen

Markomannenkriege

Die Provinz Raetia

Auxiliarkastell Kumpfmühl

Legionslager und Zivilsiedlung

Eine Römische Legion im Detail

Castra Regina und seine Geschichte

Porta Praetoria

Arnulfgraben

Spätmittelalter

Wenn Steine reden könnten

Das große Gräberfeld

Die Südostecke der Lagermauer

Grabungen seit den 60er Jahren

Das Westmauer-Problem

Römische Grabungsfunde im Antiquarium

Archäologie unter dem Niedermünster

Allgemein:

Startseite



Die Alamannen besetzten im 5.Jh.n.Chr. die Reste der Provinz Raetien vom Nordwesten her bis zum Lech. Auch drangen sie in die nördlichen Alpentäler ein, so dass nur die oberen Täler von Rhein und Inn romanisch blieben. Das verbliebene Gebiet war so abgeschirmt, dass sich sogar die Sprache über die Jahrhunderte erhielt (Räto-Romanisch, Ladinisch).

Einige römische Verwaltungsstrukturen überlebten das Ende des Weströmischen Reiches. So etwa das Amt des dux Rhetiarum in der Zeit der Ostgotenkönige. Der Name Raetia wurde hingegen immer mehr auf Cur-Raetien (Graubünden) beschränkt. Im Volksmund blieb die eingedeutschte Form Ries (vgl. Augsburg im Ries) sogar für die Gebiete jenseits der Donau erhalten.

Die letzte römische Inschrift nördlich der Donau stammt aus der Zeit von Kaiser Gallienus

Nach 400 zogen Alanen, Quaden und Vandalen westwärts. Nördlich der Donau herrschten im 1. Viertel 5.Jh. noch die Hunnen. Den Alamannen folgten Anfang des 6.Jh.n.Chr. die Bajuwaren (möglicherweise im Jahre 508), die schliesslich mit dem Nordosten und dem Mittelteil den grössten Brocken Raetiens in Besitz nahmen. Reste keltischer und raetischer Bewohner überstanden die Völkerwanderungszeit vor allem an den grossen Seen. Im südlichen Tirol mischten sich die Völkerschaften grösstenteils. 451 erfolgte der Zug Attilas durch Raetien. Nach 454 siedelten die Alamannen bereits am Bodensee. 455 drangen die Franken ein, die das Gebiet aber nur indirekt in Besitz nehmen sollten. Anfang des 6.Jh.n.Chr. gehörte das südliche Raetien zum Reich Theoderichs d.Gr. und 536 musste der Ostgotenkönig Witigis das Alamannengebiet am Bodensee dem Frankenkönig Theudebert I. abtreten.

Das Stammesherzogtum der Baiern (=Bajuwaren) unter dem Geschlecht der Agilofinger mit Sitz in Regensburg ist seit dem Jahr 555 unter fränkischer Oberhoheit nachgewiesen. Unter ihnen wurde das ehemalige Raetien samt der angrenzenden Länder besiedelt und später christianisiert. Zehn Jahre später wurden die Bayern erstmals literarisch durch Venantius Fortunatus, einem römischen Dichter, erwähnt. Um 660 dehnten die Baiern ihren Herrschaftsbereich bis nach Pannonien aus. Anfang des 8.Jh.n.Chr. betrieb man in den Alpen wieder organisiert Bergbau.

Am 18. Jänner 748 starb Herzog Odilo von Bayern. Sein Sohn Tassilo III. wurde anschliessend als Gefolgsmann des Frankenkönigs Pippin zum Herzog von Bayern erhoben. 15 Jahre später verweigerte dieser dem Frankenkönig die Heerfolge gegen Aquitanien. 769 übergab Tassilo III. Abt Atto von Scharnitz das Gebiet von Innichen im Pustertal zur Errichtung eines Klosters für die Mission unter den Slawen. 787 zwang Karl der Grosse den Bayernherzog unter Androhung von Waffengewalt zur Ablegung des Lehenseides. Im Jahr darauf wurde Tassilo III. abgesetzt, zum Tode verurteilt und schliesslich von Karl d.Gr. zu lebenslanger Klosterhaft verurteilt. Damit wurde das raetische Gebiet endgültig Teil des Fränkischen Reiches. Zur Verwaltung schickten die Franken den schwäbischen Grafen Gerold, der Bayern als Präfekt verwaltet.

Vor den Awarenkriegen Ende des 8.Jh.n.Chr. bildete der Lech die Grenze zwischen den Alamannen linkerseits und den Bayern rechterseits des Flusses. Den Einfällen der Awaren in Bayern und Friaul begegneten die Franken mit Feldzügen unter dem Kommando von Pippin, dem Sohn von Karl d.Gr. Um 800 führte dieser auch in Bayern die fränkische Grafschaftsverwaltung ein. Seit dieser Zeit kam es zu einer ersten deutlichen Trennung von bayrischem und österreichischem Gebiet.

In den Jahren 907 bis 937 wurde das Herzogtum erneuert. Otto d.Gr. versuchte als deutscher Kaiser und König Bayern durch Verleihung an seinen Bruder Heinrich enger an die Krone zu binden. Otto II verkleinerte das Gebiet um Friaul, Kärnten, die östliche Mark (Ostarrichi) und den Nordgau (Oberpfalz). 1070 verlieh Kaiser Heinrich IV. Bayern an die Welfen, die es bis 1180, dem Sturz von Heinrich dem Löwen, behielten. 1156 wurden Österreich und 1180 die Steiermark endgültig abgetrennt. Als Bayern dann an die Wittelsbacher fiel, schrieb man schon das Hochmittelalter.


Autor: Peter Lichtenberger
Quelle: » http://imperiumromanum.com/geografie/provinzen/raetia_07.htm