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Jeder Planzeichner steht in Regensburg - auch heute noch - vor einem Problem: die Westmauer des römischen Lagers ist verschollen. Sie wurde bereits im 10. Jahrhundert abgerissen. Je nach Bestimmungskriterien wird sie nun meist irgendwo zwischen Wahlenstraße und Bachgasse angesiedelt. Die drei wichtigsten Kriterien:

1) Bodenfunde am Kohlenmarkt;
2) mittelalterliche Grundstücksgrenzen;
3) die Berechnung des Mauerverlaufs nach Maßangaben in mittelalterlichen Urkunden.

Immer noch fehlen von allen Seiten anerkannte Beweise, z.B. Mauerreste. Grabungen sind in dem dicht bebauten und demkmalpflegerisch empfindlichen Gebiet kaum möglich.

ROT = Plato Wild 1770-76
BLAU = Dahlem 1881
GRÜN = Steinmetz (1919)
LILA = Schmetzer 1932/33
GELB = Dietz 1979

Ausschnitt: Stadtplan von Regensburg aus der "Kavalierperspektive" um 1905, StAR

Georg Gottlieb Plato-Wild (1770-1776)
Plato-Wild nimmt Obere/Untere Bachgasse als wasserführenden Graben des Legionslagers an, demnach wäre der Mauerverlauf entlang der östlichen Häuserfront vorstellbar: "Die Abend Gräntze von den Castris Reginis war also der Veits Bach." (G. G. Plato-Wild, Von der alten Gestalt der Stadt Regensburg und deren weittern Veränderungen, 1770-1776, StAR, MsR 462, Seite

Joseph Dahlem (1881):
Dahlem zeichnet die Westmauer in dem Lagerplan, den er seinem Museumsführer beilegte, am Westrand der Innenhöfe der Häuserzeile zwischen Wahlenstraße und Unterer Bachgasse, begründete seine Angaben jedoch nicht. (J. Dahlem: Das mittelalterlich-römische Lapidarium und die vorgeschichtlich-römische Sammlung zu St. Ulrich in Regensburg, 1881).

Georg Steinmetz (1919):
Steinmetz verzeichnet in seinem Plan Funde am Kohlenmarkt und am Hauseck Steckgasse/Obermünsterstraße und kommt so zu einem Mauerverlauf mitten zwischen Bachgassen und Wahlenstraße entlang der Ostseite der Innenhöfe (Georg Steinmetz, Führer durch die Sammlung im Oberpfälzischen Kreismuseum zu St. Ulrich in Regensburg, VHVO 69, 1919, Anhang).

Adolf Schmetzer (1932/33)
"Als Vorarbeit [für seine Hypothesen zum Innenausbau des Lagers] war der immer noch unsichere Verlauf der Westmauer, wovon sich noch keine Spur hat finden lassen, festgestellt worden. Die Kaiserdiplome von 1021 und 1052 (Ried, Cod. hist.-dipl. Episc. Rat. I. Nr. 146 und 161) geben bei Verleihung eines Grundstücks an Obermünster den Abstand dieser Mauer von der Bachgasse (beim Obermünsterstift) auf 10 perticae (Ruten) an, und mir gelang im Jahre 1927 der Nachweis, daß unsere pertica eine Länge von 10 Regensburger Fuß = 3,14 m hatte. Zeichnet man nun die Außenflucht der Westmauer in 10 x 3,14 = 31,4 m Abstand von der Bachgasse im Stadtplan ein, so verläuft die durch die Tormitten der Porta Praetoria und decumana gezogene Längsachse des Lagers genau in der Mitte zwischen der so gefundenen Westmauer und der längst bekannten Lage der Ostmauer – ein Beweis für die Richtigkeit aller Erhebungen, für die im ebenen Gelände an sich wahrscheinliche symmetrische Gesamtanlage und dafür, daß unsere Porta praetoria nur eine Toröffnung hatte." (A. Schmetzer: Der Ausbau des Regensburger Legionslagers. Mit 1 Planbeilage und 3 Plänen im Text, BVbl 11, 1933, 26)

Karlheinz Dietz (1979)
Der bei Dietz u.a., Regensburg zur Römerzeit abgedruckte Plan fußt auf Untersuchungen und Planzeichnungen von U. Osterhaus aus den siebziger Jahren. Aufgrund jüngerer archäologischer Funde im Bereich Kohlenmarkt glaubt Osterhaus den Verlauf der Westmauer an die östliche Baulinie der Wahlenstraße verlegen zu können. Da der Plan von Dietz bis in die jüngste Zeit immer wieder identisch als Kartengrundlage übernommen wird, hat sich auch der hier gegebene Mauerverlauf in der Forschung verfestigt, wobei die Kastellmauer selbst bisher an keiner Stelle archäologisch lokalisiert werden konnte (Kh. Dietz u.a., Regensburg zur Römerzeit, Regensburg 1979, Abb. 33).


Autor:
Quelle:
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/Alte_G/
roemer/eingang/ein-main.htm