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Bisher konnten Reste von sechs an der Innenseite der Kastellmauer angeordneten Zwischentürmen der ersten Bauphase sicher lokalisiert und teilweise freigelegt werden, von denen vier an der Ostseite, einer an der Süd-Ost-Ecke und einer an der Südseite liegen. Da prinzipiell von einem symmetrischen Aufbau der Befestigung ausgegangen werden kann, sind daher an den Langseiten im Osten und Westen jeweils fünf Türme, an den Schmalseiten im Norden und Süden je vier sowie an den ausgerundeten Ecken je ein Turm anzunehmen, womit die Befestigung insgesamt (ohne die Tortürme) 22 Türme gehabt hätte; der Abstand der Türme untereinander beträgt ungefähr 70-80 m. Aus einer zweiten Bauphase kann mit einiger Wahrscheinlichkeit ein außenliegender Turm an der Süd-Ost-Ecke rekonstruiert werden. Es gibt aus früheren Grabungen und Baubeobachtungen einige Hinweise auf weitere Türme aus beiden Bauphasen, also sowohl auf der Innen- als auch auf der Außenseite der Kastellmauer, die aber nicht mehr zu kontrollieren oder von vorneherein nicht sicher zu bestimmen gewesen sind.


Türme der Bauphase 1

Die Türme der ersten Bauphase entstammen der gleichen Baumaßnahme wie die Kastellmauer, sind aber erst nach deren Errichtung (zumindest der entsprechenden Steinlagen) an der Innenseite angefügt worden. Sie messen etwa 6.5-7.5 m in der Breite und 7-7.5 m in der Tiefe (ab der Außenkante der Kastellmauer), sind wie die Kastellmauern aus großen Quadern ohne Verwendung von Mörtel gebaut und lagern auf einem unteren Fundament aus Bruchsteinen. Erhalten geblieben sind höchstens zwei Quaderlagen, von denen die untere sicherlich auch noch zum Fundament zu rechnen ist; mindestens eine weitere Quaderlage kann anhand von Stemmlöchern nachgewiesen werden. Während die untere Quaderlage recht stark (1.50-2.20 m) und unregelmäßig ausfällt, ist die obere Quaderlage zum Teil deutlich schmäler und könnte mit etwa 1.20 m Dicke eine Art von Sockel darstellen, auf dem das weitere aufgehende Mauerwerk folgt.

Insgesamt sind außer der Größe und der Anordnung an der Innenseite die meisten interessanten Punkte der Türme unbekannt: das Verhältnis zum Erdwall, in den sie eingetieft sind, das unterste betretbare Niveau, die Zugangsmöglichkeiten, die Höhenentwicklung, die verteidigungstechnischen Einrichtungen und der Grad der Fertigstellung. An den Türmen der südlichen Kastellhälfte wurde das Quadermauerwerk wohl kaum über die erste aufgehende Wandlage hinaus ausgeführt. Die Türme der ersten Phase sollen im folgenden durchnummeriert werden, wobei sich der Beginn der Zählung am Nordende der Ostseite mit Zählrichtung nach Süden anbietet, da hier mehrere Türme erhalten sind. Nachzuweisen sind daher bisher die Türme 1-4 an der Ostseite, Turm 6 an der Süd-Ost-Ecke und Turm 7 im Süden.


Turm 1

Turm 1 liegt im Anwesen Erhardigasse 5, wo im heutigen Keller noch die Kastellmauer sowie die unteren Bereiche der Südwand und der Ansatz der Westwand des Turms erhalten sind. Bei der Ausgrabung 1978 können aber auch die Bruchsteinfundamente der anderen Turmseiten freigelegt und dokumentiert werden, so dass die Gesamtmaße des Turms bekannt sind: er hat eine Breite von etwa 6-6.5 m Metern und eine Tiefe von ungefähr 5 m ab der Innenkante und etwa 7 m ab der Außenkante der Kastellmauer.

Über dem etwa 2.20-2.40 m dicken Bruchsteinfundament erhebt sich eine erste Lage von Quadern, die bis zu 1.60 m stark ist und deren Quader unregelmäßig weit seitlich aus dem Turm herausstehen. An der Südwand sind diese Quader recht schmal und als Binder verbaut; ihre Unterkante ist vermutlich eher unregelmäßig ausgebildet. An einer Stelle teilt sich diese Lage sogar in zwei übereinanderliegende Quader auf. Die Seitenflächen sind grob gespitzt und gekerbt. Darüber erhebt sich eine zweite Lage von Quadern, die viel regelmäßiger errichtet ist. Die Mauerstärke beträgt jetzt nur mehr 1.20 m, wobei der Rücksprung gegenüber der unteren Lage vor allem an der Innenseite des Turms liegt. Die Mauerstärke wird teilweise sogar durch nur einen tiefen Quader ausgefüllt, ansonsten sind hier die Fugen im Mauerkern sehr unregelmäßig und breit und heute mit Erde ausgefüllt. Die Außenseiten sind relativ regelmäßig gekerbt und bilden eine einigermaßen ebene Fassade mit Rücksprüngen von nur wenigen Zentimetern aus. Auf der fein gespitzten Oberseite sind ungefähr 10 cm von der Außenkante entfernt eine Reihe von meist mit Rötel zusätzlich markierten Ritzungen angebracht, welche die Außenkante der nächsten Steinlage anzeigen. Auch die Stemmlöcher auf der Oberseite weisen darauf hin, dass diese folgende Steinlage schon versetzt war und der Turm erst später wieder abgebaut worden ist. Am Anschluss zur Kastellmauer stimmen die Lagerfugen nicht überein, aber es sind auch noch darüber hinaus Verklinkungen zu verzeichnen, die wohl wie beim Anschluss des Torturms der Porta Praetoria an die Kastellmauer für eine bessere statische Verbindung sorgen sollten. Allerdings kann auch diese Maßnahme gegen das Auseinanderrutschen von Mauer und Turm nichts ausrichten, da die Mauer deutlich nach außen (Osten) gekippt ist, während sich der Turm im Gegenteil schräg nach innen neigt und zwar auf seiner Breite von 5 m um 15 cm; insbesondere beim Turm bleibt aber offen, ob dies nur aufgrund von späteren Senkungen entstanden ist oder schon beim Bau bewusst oder unbewusst angelegt war. Während die zweite Quaderlage nur aus Kalksteinen besteht, wurden für die erste überwiegend Sandsteine verwendet. Das Verhältnis der erhaltenen Steinlagen des Turms ist wegen der fehlenden Anbindung nicht eindeutig zu klären: nach einem der Grabungspläne müsste die erste Quaderlage ungefähr dem Sockel und die zweite der ersten Wandlage entsprechen; allerdings fehlt in diesem Bereich an der Außenseite die erste Phase der Kastellmauer und auf den Plänen sind sich widersprechende Höhenangaben eingetragen, weshalb diese Aussage nur mit Vorbehalt gelten kann.

Turm 2

Dieser 1964 bei einer kleineren Baumaßnahme in der Nordostecke des Karmelitenklosters entdeckte Turm ist der erste bekannte des Legionslagers und er führt erst zu der Erkenntnis, dass die Zwischentürme der Befestigung an der Innenseite ansetzen.

Freigelegt wird in einer sehr beengten Ausgrabungsfläche lediglich die südliche Seitenwand des Turms in einer Tiefe von mehr als 3 m ab der Innenkante der Kastellmauer. Auf einer 20 cm hohen Bruchsteinstückung aus Kalk- und Sandsteinen lagert die erste Lage aus Großquadern, die ebenfalls noch als Fundament zu betrachten ist; ihre Dicke beträgt bis zu 1.80 m, die Höhe differiert stark zwischen 50 und 90 cm. Die zweite Quaderlage ist 1.40-1.70 cm dick und wird von den Ausgräbern aufgrund ihrer regelmäßigeren Bauweise als aufgehendes Mauerwerk interpretiert. Während in der unteren Quaderlage etwa zu zwei Drittel Sandsteine und zu einem Drittel Kalksteine verwendet werden, besteht die obere Lage nur aus Kalkstein. Auf den Photos der Grabung ist auch in der oberen Quaderlage ein relativ unregelmäßiger Mauerverband ohne deutliche seitliche Kanten zu erkennen, wie er ansonsten in den Fundamenten sowohl der Porta Praetoria als auch der „fabrica“ am Dachauplatz und der anderen Zwischentürme vorkommt. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten werden die freigelegten Turmreste offenbar wieder zugeschüttet.

Turm 3

Dieser Turm liegt im nördlichen Teil des Parkhauses am Dachauplatz und daher sowohl außerhalb der eigentlichen Zone der Ausgrabung als auch in dem Bereich, der für die Unterkellerung geopfert werden musste; er kann nur noch freigebaggert und in Skizzen und einigen Fotos dokumentiert werden, bevor er zerstört wird. Der Turm ist etwa 7.50 m breit und von der Außenkante der Kastellmauer aus gemessen ebenso tief. Die untere der beiden erkennbaren Quaderlagen, die auf einem Bruchsteinfundament aufsitzen, ist an allen drei Seiten erhalten und jeweils etwa 1.50 m stark. Ihre Quader ragen ganz unregelmäßig weit aus der Wand und haben manchmal einen trapezförmigen Grundriss.

Während die Südseite ungefähr eben ist, sinkt das Niveau auf der West- und der Nordseite zum Nordwesteck hin um 10 cm. Zahlreiche Wolfslöcher auf der Oberseite deuten wie schon der Verband auf eine ursprüngliche Verwendung der Quader. Von der oberen Quaderlage ist nur die Nordseite dokumentiert; vermutlich ist sie an den anderen Seiten (zumindest zum Zeitpunkt der Dokumentation) bereits verloren gewesen. Die Mauer ist hier ungefähr 1.40 m dick und besteht aus langen Quadern an der Turminnenseite und schmalen an der Außenseite. Die Seitenflächen sind bereits viel regelmäßiger als in der ersten Steinlage, wurden aber dennoch nicht auf Sicht gearbeitet.

Eine Bettungsspur auf der Oberseite eines Quaders beweist die frühere Existenz einer weiteren Steinlage. Während die Oberseite der unteren Steinlage derjenigen der obersten Lage des Fundaments der Kastellmauer entspricht, ist diejenige der oberen Lage etwa 18 cm höher als der dortige Sockel. Zum jeweils verwendeten Material lassen sich keine Aussagen mehr treffen. Der Abstand der Südkante des Turmes zur später hier eingefügten „fabrica“ beträgt nur etwa drei Meter.

Turm 4

Bei Erdarbeiten für Gasleitungen im Jahr 1987 werden in der Königsstraße in Ost-West-Richtung vier hintereinanderliegende Großquader knapp innerhalb der Trasse der Kastellmauer erfasst und in einer Handskizze dokumentiert. Die gesamte Mauerlänge beträgt ab der Innenkante der Kastellmauer 8.50 m, ohne dass ein Ende der Mauer erkennbar gewesen wäre. Es dürfte sich bei diesem Fund um die Nordmauer des Turms 4 handeln, die hier bereits vorher aufgrund der bekannten Abstände errechnet worden ist.

Der Abstand zur 1998 entdeckten Nordseite der „fabrica“ beträgt nur etwa 2.00-2.50 m.

Turm 6

Bei der Ausgrabung der Süd-Ost-Ecke der Römermauer kann Stroh auch die Reste eines römischen Turms der ersten Bauphase aufdecken, der seiner Meinung nach deutlich nach innen und auch etwas nach außen vorspringt. Aus unserer Bauaufnahme ergibt sich aber eine andere Deutung der Befunde: einen wie die Türme 1-4 nur auf der Innenseite angeordneten sowie in einer zweiten Bauphase einen außenliegenden Turm; dies hat auch Konsequenzen für die ganze Gestaltung der Römermauer in späterer Zeit. Stroh findet an der Innenseite der Kastellmauer ungefähr in der Mitte der Rundung zuunterst eine Bruchsteinstückung von etwa 2.50 m Stärke rechtwinklig zur Mauertrasse, die außen (d. h. an der Nordostseite) etwa 7 m von der Außenkante der Mauer nach Südwesten umknickt; weiter ist sie nicht zu verfolgen, da im Südwesten die Grabungskante und im Nordwesten das Fundament eines mittelalterlichen Wohnturms folgt. Aufgrund dieser Form, die derjenigen der Türme 2 und 4 entspricht, ist dies mit großer Wahrscheinlichkeit ein nach innen gerichteter Turm der ersten Phase der Kastellmauer, der allerdings gegenüber der Mitte der Rundung nach Süden verschoben ist. Auf diesen Bruchsteinen lagern die Reste von zwei Lagen Sandsteinquadern, die unter der darüberliegenden Innenseite einer späteren Bruchsteinmauer herausschauen. In der unteren Lage liegen zwei Quader nebeneinander, die eine Gesamtstärke von etwa 2.20 m ergeben und gut zu dem Bruchsteinfundament passen. Die Quader sind recht sauber gespitzt; sie haben an den Seitenflächen zwar keine Anathyrose; allerdings ist die Fläche des kleineren zum größeren Quader hin im Schnitt schräg, so dass oben ein ziemlich sauberer Fugenschluss möglich ist. Der Eckquader des mittelalterlichen Wohnturms dürfte auch zu dieser Quaderlage gehören und nur um etwa einen Meter für seine Wiederverwendung verschoben worden sein. Der Quader der zweiten Steinlage ähnelt den unteren, ist aber nur 1.25 m tief und lagert ganz auf dem größeren der unteren Quaderlage; möglicherweise bildet er allein die gesamte Stärke dieser zweiten Steinlage, wenn hier entsprechende Maße wie bei Turm 1 vorliegen würden. Die Gesamthöhe der beiden Quaderlagen beträgt etwa 1.30 m, die der oberen Lage 66-68 cm. Das Höhenniveau der unteren Quaderlage entspricht an der Außenseite in etwa dem Fundament, das der oberen dem Sockel. Über diesen Quadern folgt die Innenseite der zweiten Phase der Kastellmauer, deren Unterkante genau der Oberkante der zweiten Quaderlage entspricht.

Seitlich der Turmquader ist heute ebenfalls Bruchsteinmauerwerk, allerdings zeigt sich aus den Grabungsplänen und den Photos, dass dies eine moderne Restaurierungsmaßnahme darstellt, während damals hier dunkle Erde anzutreffen war. Dies erklärt sich aus den Befunden an anderen Stellen der Mauer, an denen die Mauer der zweiten Bauphase gegenüber der darunterliegenden deutlich nach innen vorkragt, d. h. hier ist der Rest des Erdwalls zu sehen, die Quader der ersten Steinlage folgen erst deutlich weiter außen unter der Bruchsteinmauer; die Turmwand würde also noch etwa einen Meter unter die Bruchsteinmauer reichen, bis sie an die Kastellmauer der ersten Phase anschließt. Um die Befundlage scheinbar noch weiter zu verkomplizieren, hat die Bruchsteinmauer genau über der von innen gesehen rechten Kante der Turmmauer eine Baunaht; da dies hier aber die Innenseite des Turms betrifft, kann diese nicht durch eine spätere Veränderung bedingt sein, sondern stellt nur eine Grenze eines Bauloses dar, das natürlich sinnvoll an einer definierten Kante - hier der Turmmauer - auftritt. An der Außenseite ist der Befund hingegen schwieriger zu deuten. Stroh sieht eine Reihe von Quadern, die vor der Außenflucht der Kastellmauer liegen, als Fundament dieses Turmes an. Die Kalksteinquader zeigen jedoch einerseits deutliche Spuren der Zweitverwendung wie Wolfslöcher an der Außenseite und leicht gerundete Flächen an der Oberseite, andererseits stehen sie nicht im baulichen Verband mit dem sonstigen Mauerwerk, sondern sind nur davorgelegt; das Bruchsteinmauerwerk, das heute innen teilweise auf diesen Quadern lagert, ist erst nachträglich aus dem Mauerverband herausgerutscht. Die Quader haben also sichtlich eine ganz andere Bedeutung, sie dienten möglicherweise als Stütze gegen das Ausbrechen des erwähnten Bruchsteinmauerwerks. Im Bereich des Turms ist die Außenseite der ersten Bauphase der Mauer weitgehend verdeckt, nur ein Teil des Fundaments lässt sich erkennen. Es könnte aber nur unter Verlust der späteren Bauphasen sicher erkundet werden, dass der Eckturm wirklich nicht nach außen vorsprang. Weil aber vergleichbare Kastelle wie Albing, Lauriacum, Ellingen, South Shields, Porolissum und Schierenhof nur innen angelagerte Ecktürme aufweisen und die Möglichkeit eines beidseitig vorspringenden Turms an der Nord-Ost-Ecke auszuschließen ist, muss man bis zum Beweis des Gegenteils von nur nach innen springenden Ecktürmen ausgehen.

Turm 7

Der einzige bisher nachweisbare Turm der Südseite kann im Rahmen der Ausgrabung an der Grasgasse lokalisiert werden. Freigelegt wird dabei aber nur ein Teil der zum Lagerinnern gerichteten Südseite des Turms.


Weitere mögliche Türme

Möglicherweise wird bei einer Grabung im Jahr 1970 am St. Petersweg 13 der Turm 10 angetroffen, die Befunde reichen aber nicht zu einer sicheren Bestimmung. Weitere Berichte über einen Turmfund gibt es am Haus Wahlenstraße 4, wobei dieses eigentlich etwas zu weit nördlich für Turm 16 liegt, wenn man eine symmetrische Lage zu Turm 1 annimmt. An der Nordwestecke ist die Befundsituation wegen widersprüchlicher Angaben recht schwierig. Neben den möglichen Resten eines außenliegenden Turmes ist auf Photographien der Baugrube des dreieckigen Hauses Watmarkt 2 (Lit.-Nr. F5) im Jahr 1954 im Nordosten Mauerwerk aus Großquadern zu erkennen; Stroh erwähnt dies zwar, beobachtet aber hier die Verbauung „ganz neuer Werksteine, u. a. Sandsteinfenstergesimse. Dallmeier hält es dennoch für möglich, dass es sich hierbei um Reste des römischen Eckturms 17 handelt, der vielleicht bei der Erbauung des Nachbarhauses (Watmarkt 2 - Lit.-Nr. F6) im Jahr 1869 um neuere Quader ergänzt worden sei. An der Nordostecke scheint das Quadermauerwerk trotz aller Zerstörungen immerhin keine größeren Fehlstellen aufzuweisen, so dass zumindest ein durch das Mauerwerk greifender Turm 22, wie ihn Stroh an der Süd-Ost-Ecke vorgeschlagen hat, auszuschließen ist. Weitere Rekonstruktionen von Innentürmen durch Gamber aufgrund der Lage von mittelalterlichen Kapellen oder anderen ungefähr quadratischen Baustrukturen im Bereich der Römermauer können vernachlässigt werden, weil sie ohne Befunde willkürlich festgesetzt wurden.


Autor: Thomas Aumüller
Quelle:
Die Porta Praetoria und die Befestigung des Legionslagers in Regensburg


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