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Beschreibung der einzelnen Lagerteile:


Vorderer Lagerteil

In dem vorderen Lagerteil (Praetentura) lagern die Hilfstruppen (Auxilia): 2 Kohorten, 1 Ala sowie eine Reiterabteilung beiderseits des letzten Viertels der Ausfallstraße (via praetoria). Die Praetentura ist in 3 Scamna (Querstreifen) und die Retentura (hinterer Lagerteil) in 4 Scamna eingeteilt. In dem Scamnum entlang der Via principalis stehen die Wohnhäuser der 6 Tribuni militum (Stabsoffiziere), des Alenpraefecten und der beiden Kohortenpraefecten. Links außen ist das Militärgefängnis (carcer) untergebracht.



Lagerhauptstraße - Treffpunkt der Soldaten

Die anschließende Lagerhauptstraße (via principalis) ist 30 m breit. Auf ihr treiben sich die Soldaten herum, wenn sie dienstfrei haben. Hier machen sie ihr Testament. Hier tragen sie den Tribunen ihre Klagen vor. Hier verhängen die Tribunen und Praefecten Strafen: Geldbußen, Prügel, Ehrenstrafen etc. Hier wird die Todesstrafe durch Spießrutenlaufen oder das Beil des Lictors vollzogen. Die Todesstrafe darf nur der Statthalter konsularischen Ranges verhängen. Und auch er kann nur gemeine Soldaten verurteilen. Die Centurionen (Hauptleute) und Reiter können Berufung beim Kaiser in Rom einlegen. Die Straf- und Untersuchungshaft sitzen die Soldaten im Carcer ab, meist zusätzlich noch gefesselt, um eine Flucht unmöglich zu machen. Der Neusser Carcer hat 59 Haftzellen.



Lagerug der Legionskohorten 1 bis 10

Die Legionskohorten 1 bis 10 bilden ein schützendes Viereck um die Führungs- und Versorgungsgebäude (Principia, Praetorium, Quaestorium, Valetudinarium, Fabrica, Forum etc.). Sie werden durch die Via quintana halbiert: 14 Manipel, Reiter und Veteranen lagern in der nördlichen Hälfte -16 Manipel in der südlichen Hälfte.



Stabsgebäude — Befehlszentrale

Das Stabsgebäude (principia) ist die Befehlszentrale im Lager. In seinen östlichen und westlichen Eckräumen an der Via principalis ist das Auguratorium und Tribunal untergebracht. Vom Tribunal aus redet der Legat zu den versammelten Soldaten und spricht Recht. Im Auguratorium werden die heiligen Hühner befragt (auspicia ex tripudiis). Der von Soldaten bewachte Eingang (praesidium) führt auf einen Mittelhof, der auf 3 Seiten von Büros und Waffenkammern (armamentaria) umgeben ist. Dann folgt eine Gerichtshalle (basilica) und dahinter das Lagerheiligtum (aedes), in dem das Bildnis des Kaisers, der Adler (aquila) und die Feldzeichen (signa) der Legion aufgestellt sind. Auf beiden Seiten des Fahnenheiligtums sind Versammlungsräume (scholae) der verschiedenen Dienstgrade untergebracht. In einem Keller unter dem Fahnenheiligtum werden die Truppenkasse und Ersparnisse (deposita) der Soldaten aufbewahrt. Eine ständige Wache schützt das Fahnenheiligtum und den Raum mit den Geldern. Auf dem Forumsplatz stehen Statuen der Kaiser und Weihealtäre.



Quaestorium - Sitz des Lagerkommandanten

In dem Quaestorium hinter den Principia hat der Praefectus castrorum (Lagerkommandant) seinen Sitz. Er wird aus den Reihen der Centurionen berufen. Als oberster Wirtschaftsoffizier hat er die Oberaufsicht im Lager über Kasernen, Wachen, Lazarett, Werkstatt, Geschützpark etc. Er führt den Oberbefehl, wenn der Legionskommandeur (legatus legionis) abwesend ist.

Nach dem Jahre 70 n. Chr. wird an der Stelle des Quaestoriums das Wohnhaus des Legaten, das Praetorium, gebaut. Auf beiden Seiten der Principia und des Quaestoriums lagern die Veteranen und Legionsreiter.



Lazarett - Fabrica - Horrea

Das Lazarett (valetudinarium) westlich des Qaestoriums hat einen großen Operationssaal und zahlreiche Einzelzimmer, die um einen Mittelhof angeordnet sind. Jedes Lager hat ein Lazarett und einen Arzt (medicus).

Der Werkstattleiter (praefectus fabrum) und die Handwerker (Zimmerleute, Schmiede, Waffenschmiede etc.) sind östlich des Quaestoriums untergebracht. In ihren Werkstätten (fabrica) werden Waffen aller Art hergestellt und repariert.

Das Pferdelazarett (veterinarium) ist südlich der Via quintana zu vermuten, wo sich der Fuhrpark mit der Stellmacherwerkstatt (fabrica) befindet. Östlich davon liegt das Forum.

Die Verpflegung der Truppe wird in Getreidespeichern (horrea) gelagert, die sich in der
jüngeren Neusser Lagerperiode hinter dem Ausfallstor (porta praetoria) in der Nähe des Rheines befinden.



Lagerringstraße - via sagularis - intervallum

Das Lager wird hinter dem Wall auf allen Seiten von einer Ringstraße (via sagularis) wie von einem Mantel (sagum) umgeben. Auf dieser Straße treten die Soldaten an und erreichen auf ihr im Falle eines Angriffs in kürzester Zeit jede Stelle der Lagermauer. Der etwa 30 m breite Raum zwischen Wall und Kasernen (intervallum) ist bestimmt: für Aufmarsch und Bereitstellung der Truppe, zur Unterbringung der Beute, des zusammengetriebenen Viehs und vor allem zur Sicherung der Kasernen vor Geschossen und Feuer bei einem feindlichen Angriff.






Lit.: A ; Domaszewski, Hygini Gromatici Liber de munitionibus castrorum

(Leipzig. Verlag von S. Hirzel. 1887). Text mit Übersetzung und Kommentar. H. Nissen und C Koenen, Novaesium. in: Bonner Jahrb. 111/112, 1904. -F.-R Herrmann, Die Ausgrabungen in dem Kastell Künzing Quintana. Limesmuseum Aalen 8, 1972.- H. v. Petrikovits. Die Innenbauten römischer Legionslager während der Prinzipatszeit. Abhandlungen der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 56 (Opladen 1975).- Ders., Rheinische Geschichte. Bd. 1 Urgeschichte und römische Epoche (Düsseldorf 1978) 319 ff. Nr. 15 . - Ph. Filtzinger. Modell des Legionslagers Inchtuthil/Pinnata Castra in Schottland (Stuttgart 1982).


Grafiken: Reinhold Weinzierl


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