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1909 wurde im Zuge der Verlegung der Brauerei Bischofshof auch der östliche Flankenturm vom Verputz befreit und die gesamte Anlage erneut restauriert.

Restaurierung der Porta Praetoria im Jahre 1909, Foto: Presse- und Informatiosstelle der Stadt Regensburg

1976-1979 fanden innerhalb eines Bauprojektes im Bischofshof (Einbau einer Tiefgarage, Umgestaltung des Hotelkomplexes) auch Arbeiten statt, von denen die Porta Praetoria wesentlich tangiert wurde. In erster Linie ist hier sicherlich der denkmalpflegerisch sehr problematische Umbau des hinter den Bogenfenstern im erhaltenen Flankenturm befindlichen Raumes zu einer Hotelsuite zu nennen. Außerdem wurde noch die Einfahrt zu einer Tiefgarage über das im Osten an die Porta Praetoria angrenzende Grundstück und durch das rückwärtig an den Flankenturm anschließende Gebäude des Bischofshofes gelegt, so daß die rechte Flankierung der relativ schmalen Zufahrt durch die römischen Quader von der Rückseite des Turmes gebildet wird.

Verbunden wurden diese Baumaßnahmen mit Instandsetzungs-, Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen an der römischen Toranlage, wobei eine Reinigung der gesamten Quaderfläche mit Wasser ohne chemische Zusätze erfolgte ('kosmetische Behandlung'). Leider wurde auf eine umfassende archäologische Untersuchung auch bei dieser Gelegenheit verzichtet.

Bild von der "Verhüllten Porta" 1999

Derzeit (1999) wird das Römertor im Rahmen des Forschungsprojektes 'Römische Kastellmauer und Porta Praetoria in Regensburg' in einem verformungsgerechten Aufmaß erfaßt und dabei erstmals genau wissenschaftlich analysiert. Träger dieses Pionierprojektes ist der Lehrstuhl für Baugeschichte an der TU München. Die Ausführung liegt bei Dipl. Ing. Th. Aumüller, der die akribischen Vermessungsarbeiten und die Interpretation der erhaltenen Ergebnisse als Dissertationsprojekt durchführt. Unterstützt wird dieses Vorhaben insbesondere durch die Abteilung Bodendenkmalpflege und die Abteilung Bauforschung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege sowie der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Regensburg.

Die ersten Ergebnisse der Untersuchung machten mit aller Deutlichkeit klar, daß bei der Porta Praetoria akuter denkmalpflegerischen Handlungsbedarf besteht.
Aumüller konnte erstmals nachweisen, daß der erhaltene Ostturm der römischen Toranlage Reste einer niemals vollendeten architektonischen Gliederung (korinthische Ordnung) aufweist, die sich aufgrund ihrer Kleinheit und nur rudimentären Ausprägung in einem Stadium hoher Gefährdung befinden. Dies gilt auch für viele der Großquader aus Kalkstein, unter deren schwarzen Verkrustung sich durch chemische Umwandlungsprozesse Gips bildet, der sich wiederum in größeren Schichten ablöst.
Um dem rapiden Verfall des einmaligen Baudenkmals Einhalt gebieten zu können, sind akut umfangreiche, dabei aber wissenschaftlich abgesicherte Hilfsmaßnahmen unabdingbar. Die Sanierung soll Modellcharakter haben. Zwecks Erarbeitung eines denkmalpflegerisch und naturwissenschaftlich fundierten Konservierungskonzeptes wurde bereits ein Entwurf durch das Zentrallabor des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit der Abteilung Denkmalpflege der Stadt Regensburg erstellt. Für das avisierte Projekt ist erst in zweiter Linie die komplette Sanierung der Porta Praetoria vorgesehen; zunächst soll durch kleinräumige Untersuchungen an der Steinsubstanz der römischen Baureste sowie an Musterquadern die Art der Reinigung (z.B. mit Laser oder Feinpartikel) sowie der wirksamste Schutz des Kalksteins ermittelt werden.

Die Erkenntnisse derartiger Voruntersuchungen könnten dann auch für den Schutz anderer Baudenkmäler in Regensburg (z.B. Schottenportal, Steinerne Brücke), aber auch andernorts fruchtbar gemacht werden.


Autor: L.-M. Dallmeier, G. H. Waldherr
Quelle:
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/Alte_G/
roemer/eingang/ein-main.htm