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Im Laufe seiner Entwicklung stellte der Mensch wahrscheinlich fest, daß er Gebote und Verbote sowie Vereinbarungen oder Nachrichten für seine Mitmenschen irgendwie dauerhaft festhalten mußte. Vielleicht entwickelten sich die ersten Schriftzeichen auch aus Illustrationen für mündliche Erläuterungen, wie wir sie heute etwa benutzen, um einen Weg zu erklären.
Etwa zeitgleich finden wir in Ägypten und Sumer um 3000 v.u.Z. eine Bilderschrift, die sehr viele Ähnlichkeiten aufweist. Durch die gute Dokumentation sind uns die Schriftzeichen aus Ägypten sicher geläufiger, aber in der Folge erwies sich die Schrift in Sumer als die, welche sich weiter entwickelte. Es ist erwiesen, daß sie historisch gesehen über das Griechische die Wurzel unserer heutigen lateinischen Schriftzeichen ist.
Ursprünglich war die Schrift also eine piktografische Darstellung. Die Menschen zeichneten einen Gegenstand als Darstellung für einen Begriff. Wenn sie also ein Schwein meinten, zeichneten sie einen Schweinekopf. Meinten sie eine Hütte, dann zeichneten sie eine Hütte. Deutlich wird bei den unten abgebildeten Bildzeichen, daß Zeichen, die häufiger in Gebrauch waren, sehr schnell stark vereinfacht wurden (siehe z.B. die Zeichen für Hand, Stier, Kuh oder Gans)

Es zeigt sich aber auch, daß diese Schriftzeichen eng an Eigenschaften oder auch Tätigkeiten angelehnt wurden und daß sie eine sehr genaue Wiedergabe des Gesehenen sind.
Später kamen sogenannte Lautzeichen hinzu, die auch Abstraktionen ermöglichten.
Wahrscheinlich waren die ersten ,,beschriebenen" Materialien Häute oder große Blätter von Bäumen. Diese Zeugnisse sind naturgemäß sehr selten erhalten geblieben. Um aber auf dauerhafterem Material wie Ton oder Stein ,,schreiben" zu können, mußten sich die Menschen etwas einfallen lassen, wie sie die teilweise sehr komplizierten Formen soweit vereinfachen konnten, daß sie auch mit unhandlichem Werkzeug ,,lesbar" dargestellt werden konnten.

Die runden, harmonischen Formen des Zeichens für ,,Mensch" oben waren mit einem spitzen Werkzeug nicht in sprödes Material wie zum Beispiel Stein oder Ton einzuritzen. Außerdem wurde die Schrift immer mehr im Alltagsleben benutzt und die ursprüngliche Bedeutung eines Zeichens immer weiter abstrahiert, bis ein frei kombinierbares Zeichen entstand, mit dem die verschiedensten Sachverhalte dargestellt werden konnten, unabhängig von seiner einstigen Bedeutung. So entwickelte sich die Keilschrift, die entstand, als man die Bildzeichen mit einem dreieckig geformten Holzgriffel in weichen Ton drückte.

Diese zehn Schriftzeichen mit der Bedeutung "Himmel" bzw. "Gott" gehen offensichtlich auf einer ersten Stufe (a und b) vom Symbol für einen Stern aus. Um ca. 3100 v.Chr. finden sie sich in Texten der Anlage von Uruk. Das dritte Symbol (c) stammt etwa 300 Jahre später aus Jemdet Nasr, d und e wurden um 2400 v.Chr. in Sumer geschrieben. Sie zeigen sehr schön den Übergang von der Linear- zur Keilschrift. Diese wird in den folgenden Zeichen weiter entwickelt: f altakkadisch (ca. 2200 v.Chr.), g altassyrisch (ca. 1900 v.Chr.), h altbabylonisch (ca. 1700 v.Chr.), i neuassyrisch (ca. 700 v.Chr.) und k neubabylonisch (ca. 600 v.Chr.).
Man könnte nun denken, daß die Schrift neben der gesprochenen Sprache als eine Art ,,Comic", also nur gezeichnet existierte. Aber schon früh fand man zwischen den ikonografischen (Bildzeichen) Reihen eindeutige Lautzeichen, die beweisen, daß sich die Bilderschrift nicht neben, sondern mit der gesprochenen Sprache und als deren Umsetzung entwickelte.
So erklärt sich auch die Tatsache, daß in fast allen vorderasiatischen Schriftsystemen, dem Hebräischen sowie dem Ägyptischen nur Konsonanten geschrieben werden, während sich die Vokale aus dem Zusammenhang ergeben.
Ein Beispiel: Stellen Sie sich das Wort ,,Tasche" so geschrieben vor: T#sch#
Aus dem Gesamtzusammenhang des Schriftstückes muß sich nun ergeben, ob das Wort Tasche, Tische oder Tusche gemeint ist.
Die entscheidende Entwicklung zu unserem klassischen Alphabet leisteten die Griechen, die im wesentlichen der phönikischen Konsonantenschrift die Zeichen für die Vokale hinzufügten und sie zu einem vollständigen Lautschriftsystem fortentwickelten. Damit schufen sie die Möglichkeit jedes beliebige Wort entsprechend seiner Lautzeichnung mit einen kleinen Bestand an Zeichen niederzuschreiben. Wie wir heute sehen, haben sich in den etwa zweieinhalb Jahrtausenden seither unterschiedliche Systeme daraus entwickelt.
Trotzdem stehen die lautalphabetischen Schriften allesamt in der einen oder anderen Weise in einer Entwicklungsbeziehung zur Erfindung der Griechen.
Selbst gegenüber seinem historischen Vorläufer aus der Bronzezeit, dem sogenannten Linear B, zeigen sich die entscheidenden Vorzüge des griechischen Alphabets: Zur Entzifferung der relativ wenigen uns in Linear B erhaltenen Schriftdokumente benötigt man 91 Silbenzeichen und über 150 Ideogramme, während die griechische Schrift mit 26 dem Lautsystem abgeleiteten Zeichen eine vollständige Schrift zur Verfügung stellt.

Auf der Agora Athens findet man Graffiti, die bezeugen, daß im 6. Jahrhundert v. Chr. der Gebrauch der Schrift schon so selbstverständlich war, daß er nicht mehr an eine institutionelle Elite (Priesterschaft) gebunden war.


Autor: Sabine Genschow
Quelle:
» http://www.earlyworld.de/schrift_sumer.htm