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Die Thidrekssaga ist eine Sagenkompilation des 13. Jahrhunderts in altnordischer Sprache; neben der älteren norwegischen existiert auch eine jüngere schwedische Fassung. Die Saga erzählt das Leben des Helden Thidrek, der im deutschen Sprachraum als Dietrich von Bern bekannt war. Als Vorlage der Saga werden gewöhnlich Quellen aus dem niederdeutschen Raum angenommen. Seit dem Hochmittelalter, mit dem Eindringen einer niederdeutsch geprägten Adels- und Kaufmannskultur in den Norden (vgl. Hanse), vergrößert sich das skandinavische Interesse an Dietrich zunächst in Dänemark, Schweden und Norwegen.

Um die Gestalt des im Kern historischen Dietrich von Bern - der in Verona (mittelhochdeutsch "Bern") residierende Ostgotenkönig Theoderich - wurden eine größere Zahl ursprünglich in andere Kontexte gehörende Heldensagen wie diejenige von Siegfried, die Nibelungensage, die Sage von Wieland dem Schmied und die Wilzensage gruppiert, deren Protagonisten mittels Gefolgschaft oder fiktiver Verwandtschaft mit Thidrek verknüpft werden.

Neben dem historischen Dietrich von Bern bzw. Ostgotenkönig Theoderich wurde auch ein anderer möglicherweise historischer Thidrek ins Spiel gebracht, der im Frühmittelalter an den Kämpfen zwischen germanischen und slawischen (Wilzen) Stämmen zwischen Rhein und Elbe beteiligt gewesen sein soll. Näherliegend ist aber zweifellos eine in der Thidrekssaga vorgenommene Anbindung eines Stoffes, die ursprünglich nicht in den Kreis der Dietrich-Dichtung gehörte.

Der Publizist Heinz Ritter-Schaumburg nahm eine verloren gegangene Frühfassung ("Svava") der schwedischen Überlieferung an, die vor der Umgestaltung der Stadt Soest (1170-1180) geschrieben sein soll. "Svava" ist allerdings ein Geisterwort.

Ritter-Schaumburg hat die gängige Abkürzung für die altschwedische Version der Thidrekssaga (Didrikskrønike aus dem 15. Jahrhundert), nämlich "Sv", wie sie von Bertelsen in seiner Ausgabe von 1905-11 zusammenfassend für die Skoklosterhandschrift Nr. 115-116, quarto, und die Handschrift K 45 in der Königlichen Bibliothek Stockholm verwendet wurde, offensichtlich mißverstanden und willkürlich zu "Svava" ergänzt. In Wirklichkeit steht "Sv" für "svensk" = "schwedisch".

Unter Fachgermanisten - die sich zuvor mit der Thidrekssaga kaum beschäftigt hatten, da sie als spätere Kopie und Zusammenfügung anderer, älterer Einzelsagen betrachtet wurde - werden die Thesen Ritter-Schaumburgs kritisch betrachtet. Sie zweifelt vor allem die Gleichsetzung von "Verona" und "Bonn" an, auf der die Argumentation Ritter-Schaumburgs im wesentlichen basiert.


Autor: Wikepedia
Quelle:
» http://de.wikipedia.org/wiki/Thidrekssaga