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Dietrich von Bern, der Held im "Buch von Bern"
Kein Held des Mittelalters ist in der germanisch-deutschen Heldensage so beliebt wie Dietrich von Bern. Als Thidrek kennt man ihn auch im skandinavischen Raum (Thidrekssaga).

In Dietrich von Bern lebt die Erinnerung an den berühmten Ostgotenkönig Theoderich den Großen fort.

Die Dietrichsepik lässt sich grundsätzlich sowohl thematisch als auch überlieferungsgeschichtlich in einen historischenn und aventiurehaften Zweig einteilen.Hier soll die historische Dietrichsdichtung im Zentrum stehen,die den Überlieferungskomplex behandelt, wie Dietrich von seinem Onkel Ermenrich aus seinem Erbreich vertrieben wird und ins Exil zum Hunnenkönig Etzel (Attila) zieht. Dietrich unternimmt mehrere vergebliche Rückeroberungsversuche bis, ihm nach langen Jahren die Heimkehr gelingt. Diese Überlieferung läßt sich im groben auf historische Gestalten, Konstellationen und Ereignisse der Völkerwanderungszeit zurückführen. Der historische Fabelkern liegt in der Eroberung Italiens durch Theoderich, der 493 den dort herrschenden germanischen Heerkönig Odoaker besiegte.

Während die nordische Thidrekssaga eine Biographie Thidreks bietet, stellt die deutsche Dietrichsdichtung nur Ausschnitte aus Dietrichs Leben dar, die sich im wesentlichen auf die Überlieferung von Dietrich und Ermenrich, Dietrichs Abenteuer und sein Ende beziehen. Diese drei Überlieferungskomplexe erfreuten sich in literarischer und künstlerischer Umsetzung stets großer Beliebtheit.

Obwohl Angaben über die Lebensumstände der Sagengestalt Dietrich von Bern und Charakterisierungen in literarischen Texten wenig mit dem historischen Theoderich gemein haben, gilt es in der Forschung heute als unbestritten, dass in Dietrich von Bern der Ostgotenkönig fortlebt. Der Eroberer Italiens ist in der Sage zum Vertriebenen umgedeutet worden, der am Hof des Hunnenkönigs Etzel Schutz und Hilfe suchen muss und sein angestammtes Erbreich in Italien nur mühsam zurückgewinnen kann.

Die historische Dietrichsepik, die neben der Überlieferung schriftlicher Quellen eine starke mündliche Tradition aufweist, lässt historische Abläufe als private Auseinandersetzungen erscheinen.

Im "Buch von Bern" (Dietrichs Flucht und Rabenschlacht) wird Dietrich von Bern als tapferer und edelmütiger Held geschildert, der aber durchaus tragisch-unglückliche Züge trägt. Über den Tod Dietrichs erfährt man in der Heldensage nichts , während das Ende des Ostgotenkönigs Theoderich, der unter dem Einfluß der katholischen Kirche Ketzerkönig wurde, deutliche Spuren in Oberitalien hinterlassen hat.Legenden ranken sich um seinen Tod. Ein Dokument dieser "Verteufelung" Theoderichs ist das Portal der Vorhalle der Basilika San Zeno in Verona: Es zeigt zwei Reliefdarstellungen: 1. den König zu Pferd und mit Horn 2. den jagenden Theoderich der von einem Hirschen in die Hölle geführt wird, wobei ihm am Höllentor ein Gehörnter mit lockende Handbewegung erwartet.

Darüber hinaus weist der oberitalienische Raum zahlreiche Monumente und Bauwerke auf, die an die Regierungszeit des Ostgotenkönigs erinnern. In Ravenna, der Hauptresidenz Theoderichs, zeugt neben dem Dom, dem Baptisterium der Arianer (heute Santo Spirito) und dem Gotteshaus Sant' Apollinare Nuovo das Mausoleum des Ostgotenkönigs


Autor: Adriane Wildbacher
Quelle:
» http://www-gewi.kfunigraz.ac.at/deuph/lv/ss97/schwob/d1.htm