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Das Lied von Skírnir (altnordisch Skírnismál (Skm) oder Skírnisför) wird frühestens in das späte 12. Jahrhundert datiert, besonders die Verwendung der Runennamen sprechen für eine sehr späte Entstehung.

Inhalt des Liedes

Der Dichter berichtet in diesem Lied von einer außergewöhnlichen Brautwerbung, während der ein Diener Freyrs, eben Skírnir, für diesen um die Riesentochter Gerðr freit, deren Einwilligung aber letztlich nur durch magischen Zwang erreichen kann. Nachdem Gerðr die Geschenke Freyrs, elf goldene Äpfel und den Ring Draupnir abgelehnt hat, greift Skírnir zu seinem letzten Mittel und droht der Riesin Þ-Runen (th-Rune Þuroíaz), die er ritzen will, um sie in Schande und Irrsinn zu stoßen (Skm 36). Eine aus wenigen Sätzen bestehende, kurze Prosaeinleitung, ähnlich der der Grímnismál, schildert die Ausgangssituation: Freyr erblickt von Óðinns Hochsitz Hliðskjálf, der es erlaubt, die ganze Erde zu überschauen, die schöne Gerðr, in der die er sich verliebte. Aus dieser Liebe erwuchs ihm eine tiefe Depression, da er Gerðr nicht besitzen konnte. Freyrs Vater Njörðr beauftragte dessen Diener Skírnir, seinen Sohn zu bewegen, seine Sorgen mitzuteilen. In der Folge erhielt Skírnir dann den Auftrag, nach Jötumheimr aufzubrechen, um für Freyr um die Riesin zu werben, nimmt aber dessen Schwert und Pferd mit.


Interpretation

Das eigentliche Gedicht besteht aus 42 Strophen, die im eddischen Versmaß Ljóðaháttr verfasst sind, und welche die ganze Handlung als einen Dialog präsentieren, den größten Teil zwischen Skírnir und Gerðr. Eine Kurzform dieses Dialogs hat Snorri in die Gylfaginning aufgenommen (Gylf 36). In der Forschungsgeschichte wurden verschiedene Theorien bemüht, um den Sinn der Mythe zu erfassen, die der Skírnismál zugrunde liegen könnte. Sehr frühe Vermutungen behaupten (z.B. bei Magnus Olson), dass es sich hier um die Darstellung des Hieros gamos, der Heiligen Hochzeit, handeln könne: Freyr, der Sonnengott, vereinigt sich mit der Erdgöttin Gerðr;. Des Gedicht verweist in diesem Kontext dann auf ein entsprechendes Ritual des Frühlingsbeginns, bei dem es eine Funktion für die Durchführung der Performance erfüllt. Diese These basiert auf der Etymologie des Namens der Riesin, und führt Gerðr auf altnordisch garðr, umzäuntes Feld zurück.

Eine andere These geht davon aus (Lotte Motz), dass diese Mythe eine Repräsentation des Æsir-Vanir-Kriegs sein könnte: die Æsir, vertreten durch Freyr, die Vanir klassifiziert durch Gerðr. In der altnordischen Mythologie tritt Freyr aber nirgendwo als Eroberer auf (selbst in der Skírnismál benötigt er ein alter ego), und auch der Liebesschmerz und die Depression passen nicht recht in diese Deutung.

Die Skírnismál muss als eine Ritualdichtung angesehen werden. Dem Thema der Skírnismál kann dabei ein großer indigener Bekanntheitsgrad unterstellt werden, da sie in einigen anderen eddischen Dichtungen erwähnt wird: In der Lokasenna (Ls 42) umschreibt der Dichter Gerðr mit Gymirs Tochter, wenn Loki davon spricht, dass Freyr sie kaufte und dabei sein Schwert hergab, sodass er Muspells Söhnen in der Ragnarökr wehrlos ausgeliefert ist. Hyndluljóð (Hdl 30) spielt darauf an, dass seit dieser Heirat die Æsir und die Riesen verwandt seien. Ähnlich muss eine Stelle der Ynglinga saga aufgefasst werden, die von dieser Heirat und dem daraus vervorgegangenen Sohn Fjölnir berichtet (Yng 10). Snorri erzählt in Gylfaginning (Gylf 37) eine Kurzform der entsprechenden Mythe, wobei er die letzte Strophe der Skírnismál (Skm 42) zitiert, die nochmals Freyrs Gemütslage anspricht. Und auch die Snorra-Edda berichtet von dem durch diese Heirat verlorenen Schwert Freyrs, und der Katastrophe, die den Æsir schließlich daraus erwächst, als Muspells Söhne zum Angriff schreiten. Freyr, und mit ihm die Æsir, zahlen den Preis für die magisch inszenierte Verführung (Liebeszauber), die Skírnir im Auftrag Freyrs und seines Vaters Njörðr schließlich bemühen musste, um die Riesin, die Kräfte der Erde, in ihre Gewalt zu zwingen.


Figuren der Dichtung


Autor: Wikepedia
Quelle:
» http://de.wikipedia.org/wiki/Sk%C3%ADrnism%C3%A1l