StartseiteDigitale WeltenRegensburgGermanenWeltgeschichteGrenzwissenschaftDas MittelalterSuche IndexAnfänge DeutschlandsGermanische MythologieGeschichte der SeefahrtInhalteSonstigesImpressumGästebuch

Germanische Mythologie:

Übersicht

Einführung Nordische Mythologie

Germanische Schöpfungsgeschichte

Struktur des Weltenbaums Yggdrasil

Die Bewohner Yggdrasils

Die Asen

Die Wanen

Die Nornen

Die Walküren

Die Riesen

Die Zwerge

Mythische Gegenstände

Mythische Tiere

Die Edda

Die Nibelungensage

Die Edda:

Snorra-Edda

Codex Regius

Völuspá

Grímnismál

Hávamál

Skírnismál

Rigsthula

Hyndlulióð

Die Texte der Edda

Die Texte der Prosa Edda

Allgemein:

Startseite



Der Codex Regius (Handschrift Gl. kgl. sml. 2365, 4°) ist eine altnordische Handschrift, die die zentrale Version der Lieder-Edda enthält.

1643 gelangte dieses Manuskript, in dem Texte vorkommen, die schon bei Snorri zitiert wurden, in den Besitz des isländischen Bischofs und Handschriftensammlers Brynjólfur Sveinsson. Man nannte die Texte der Handschrift lange Zeit Ältere Edda, weil man annahm, es handele sich dabei um die Textsammlung, welche die Arbeitsgrundlage für Snorris Edda darstellte. Diese Ältere Edda (heute: Lieder-Edda) schrieb Brynjólfur außerdem fälschlicherweise dem isländischen Gelehrten Sæmundr Sigfússon zu und nannte sie daher "Sæmundar Edda" im Gegensatz zur Snorra-Edda.

Zusammen mit der Flateyarbók übereignete Brynjólfur 1662 dem dänischen König Frederik III. dieses Manuskript, wodurch es seinen Weg in die Königliche Bibliothek (daher auch der Name des Codex als "Königliche Handschrift") zu Kopenhagen fand. Diese unbezahlbaren Texte überstanden den großen Brand von 1728 und wurden 1971 unter großem Zeremoniell an Island zurückgegeben wo sie heute im Arnamagnäanischen Handschrifteninstitut Islands in Reykjavík aufbewahrt werden.

Der Text des Codex Regius wurde 1271 von einem einzelnen, unbekannten Schreiber verfasst, wobei es sich allerdings um die Abschrift eines älteren Textes handelt, der wiederum das Ergebnis einer Sammelarbeit gewesen sein muss. Die Lieder selbst aber sind wesentlich älter und dürften zwischen 900 und 1200 auf Island, in Norwegen oder den norwegischen Kolonien auf den britischen Inseln und Grönland entstanden sein. Die einzelnen Verfasser sind ebenfalls unbekannt, was für die Dichtungen des frühen Mittelalters aber nicht ungewöhnlich ist. Der Text ist durchgehend, weder Verse noch Strophen sind abgesetzt.

Der Codex Regius besteht aus 45 Pergamentblättern in 6 Lagen. Nach Blatt 32 fehlen leider acht Blätter; die Stelle wurde im 18. Jahrhundert mit 8 leeren Pergamentblättern "gefüllt". Die von dieser Lakune beeinträchtigten Textteile, die sogenannten "Lieder der Lücke" hat vor allem die ältere Forschung versucht, anhand der oft (allerdings nicht unumstritten) als "Prosaparaphrase" der eddischen Sigurdlieder bezeichneten Völsunga-Saga zu rekonstruieren, so dass der grobe Inhalt der fehlenden Stellen nachvollzogen werden kann.

Bis auf diese große Lücke sind die erhaltenen Lieder weitgehend vollständig überliefert. Das bekannteste Lied, die Völuspá, steht gleich am Anfang und ist eine Prophezeihung vom Weltuntergang.

Der Begriff "Codex Regius" kann außerdem auch im Zusammenhang mit der Snorra-Edda auftreten, da eines der vier in Gänze erhaltenen Manuskripte jenes Werkes ebenfalls diesen Namen trägt (Handschrift Gl. kgl. sml. 2367, 4°). Dieses Manuskript entstand um 1325, ist damit als das zweitälteste der überlieferten vier anzusehen, und stellt die Grundlage für die meisten modernen Übersetzungen und Editionen der Snorra-Edda dar.


Autor: Wikepedia
Quelle:
» http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Regius