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Die Friesen sind ein germanischer Volksstamm, der an der Nordseeküste in den Niederlanden, Deutschland und Dänemark lebt. Die in den Niederlanden zwischen der Zuiderzee und der Lauwers lebenden Friesen werden als Westfriesen bezeichnet, die in Deutschland zwischen der Ems und der Harle in Niedersachsen lebenden als Ostfriesen, die südöstlich davon in der Gemeinde Saterland lebenden als Saterfriesen, die in Schleswig-Holstein und Dänemark lebenden als Nordfriesen.

Als ethnische Minderheit, die sich über die friesische Sprache definiert, sind die Friesen heute noch im niederländischen Westfriesland wie im schleswigschen Nordfriesland anzutreffen. Die friesische Minderheit stellt zusammen mit der dänischen und der sorbischen Minderheit sowie den in Deutschland lebenden Roma und Sinti eine der vier in Deutschland ansässigen ethnischen Minderheiten.

Die Größe der nordfriesischen Minderheit ist schwer einzuschätzen. Deren Zahl dürfte sich auf einige 10.000 Mitglieder schätzen lassen. Nordfriesisch sprechen heute noch 10.000 - 20.000 Nordfriesen, vor allem auf den Nordfriesischen Inseln und in der Nähe der deutsch-dänischen Grenze. Zusammen mit der dänischen Minderheit haben sie den Südschleswigschen Wählerverband als politische Interessenvertretung.

Die friesische Minderheit in den Niederlanden hat weit über 100.000 Angehörige.

Geschichte

Die Friesen sind vom römischen Historiker Tacitus in seiner Germania der Gruppe der Ingaevones zugeordnet worden. Ihr Land lag an der Küste der Nordsee von der Mündung des Rheins bis zur Ems, der östlichen Grenze. Plinius der Ältere schrieb, dass der römische General Drusus diesen Landstrich 12 v. Chr. von Region des heutigen Belgiens aus eroberte. Danach versanken die Friesen größtenteils in historischer Versenkung, bis sie mit den Merowingern und Karolingern in Kontakt kamen.
Im 5. Jahrhundert, während der geschichtlichen Ruhe um die Friesen, haben sich wohl viele Friesen den Angeln und Sachsen angeschlossen, die über friesisches Land marschierten, um in Britannien einzufallen. Die Völker, die auf dem Kontinent blieben, drangen in die nun entvölkerten Gebiete der Angelsachsen ein.

Am Ende des 6. Jahrhunderts besetzten die Friesen die Küste bis zur Mündung der Weser und verbreiteten sich bis ins 7. Jahrhundert weiter südwärts bis nach Dorestad und sogar bis nach Brügge. Danach, eroberte jedoch Karl Martell den westlichen Teil Frieslands und der letzte Gesamtherzog der Friesen Poppo fiel in einem Kampf gegen einen fränkischen Adeligen. Diese größte Ausbreitung des friesischen Territoriums ist bekannt als Frisia Magna. Das was heute von Frisia Magna übriggeblieben ist, ist klein und verstreut. Das meiste ist von den sich ausbreitenden Nachbarn erobert worden, von den Sachsen, die in den Norden und Westen vordrangen und den Franken, die den Norden und Osten besetzten.

Bis zum Aufstieg der Hanse waren die Friesen das bedeutendste Handels- und Seefahrervolk der Nordseeküste. Nach dem Tod von Fürst Karl Edzard endete in Ostfriesland des Hauses Cirksena im Jahr [1744]. Anschließend wurde Ostfriesland von Friedrich der Große okkupiert.

Das heute zu den Niederlanden gehörende Hauptgebiet der Friesen, West- und Mittelfriesland, erstreckt sich von Alkmaar in der Provinz Nordholland entlang der Küste der Provinzen Friesland und Groningen bis zur Mündung der Ems. Kulturell ist es allerdings auf die Provinz Friesland begrenzt. Die friesische Sprache wird nur noch dort und auf den Wattenmeerinseln Terschelling und Schiermonnikoog gesprochen.
Letztes Refugium der ostfriesischen Sprache ist das Saterland (Niedersachsen).

Ostfriesland selbst ist inzwischen vollständig niederdeutsch geprägt. Allerdings ist das ostfriesische Platt noch stark vom Friesischen geprägt und hebt sich von anderen niederdeutschen Dialekten deutlich hervor. Zudem ist das friesische Selbstverständnis vieler Ost-Friesen äußerst stark ausgeprägt.

Lebendig ist die friesische Kultur und Sprache auch auf der Insel Helgoland, (Kreis Pinneberg), wo der Hallunder Dialekt gesprochen wird und in Nordfriesland (Schleswig-Holstein, Deutschland). Friesisch wird sowohl auf den Inseln Sylt, Föhr und Amrum als auch auf dem Festland, z.B. rund um Bredstedt gesprochen. Das Friisk Gesäts führt ab 2004 zu rechtlich klarerem Status.

Es gibt auch noch einige Nachkommen der Friesen an der Küste von Jütland und angrenzenden Inseln. Es ist aber nicht bekannt, wann sie sich dort angesiedelt haben, nicht mal, ob sie erst auf den Inseln siedelten und dann ins Inland vordrangen oder umgekehrt.

Die wenigen Menschen die heute noch Friesisch sprechen, bedienen sich im Alltag auch der angrenzenden Sprachen wie Niederdeutsch, Hochdeutsch oder Dänisch. Wie viele andere kleine Minderheitensprachen Europas auch, ist auch das Friesisch akut vom Aussterben bedroht.

Herzöge Frieslands


Autor: Wikepedia
Quelle:
» http://de.wikipedia.org/wiki/Friesen