StartseiteDigitale WeltenRegensburgGermanenWeltgeschichteGrenzwissenschaftDas MittelalterSuche IndexAnfänge DeutschlandsGermanische MythologieGeschichte der SeefahrtInhalteSonstigesImpressumGästebuch

Germanen:

Übersicht

Einleitung in die Welt der Germanen

Tacitus über die Germanen

Runen - Die Schrift der Germanen

Die Westgermanischen Stämme - Teil 1

Die Westgermanischen Stämme - Teil 2

Die Nordgermanischen Stämme

Die Ostgermanischen Stämme

Foederaten

Die Goten

Wikinger

Germanische Mythologie

Die Völkerwanderung

Die Schlachten der Germanen Teil 1

Die Schlachten der Germanen Teil 2

Die Schlachten der Germanen Teil 1:

Schlacht von Abrittus

Schlacht von Adrianopel (378)

Schlacht von Aquae Sextiae

Schlacht von Argentoratum

Schlacht bei Argentovaria

Schlacht von Autun

Schlacht von Busta Gallorum

Schlacht von Vouillé

Schlacht am Rio Guadalete

Schlacht am Frigidus

Schlacht bei Faesulae

Schlacht bei Fano

Schlacht von Fontenoy (841)

Schlacht auf den Katalaunischen Feldern

Schlacht am Lacus Benacus

Schlacht bei Langres

Schlacht am Mons Lactarius

Schlacht von Reims

Idistaviso

Rabenschlacht

Allgemein:

Startseite



In der Schlacht von Busta Gallorum (lat. für Grabhügel der Gallier) im Jahr 552 besiegte ein oströmisches Heer unter Narses die von Totila geführten Ostgoten und leitete damit den Untergang des ostgotischen Königreichs in Italien ein.

Narses, der von Justinian I. den Auftrag hatte, Italien nach langem Krieg endgültig von den Ostgoten zurückzuerobern, und zu diesem Zweck mit gut 30.000 Soldaten nach Italien gezogen war, marschierte im Sommer mit einem mindestens 20.000 Mann starken Heer von Venedig kommend auf Rom zu. Der ostgotische König Totila stellte sich ihm mit seinem Heer von gut 15.000 Mann bei Taginae (in der Nähe des heutigen Perugia) entgegen. Am Ort der Schlacht waren angeblich vor Jahrhunderten gallische Eindringlinge vernichtet worden, daher der Name "Gräber der Gallier".

Totila hatte eine Position in einem schmalen Tal gewählt, die Narses nicht umgehen konnte und die gut geeignet war für die ostgotische Kavallerie. Er wollte den Kampf mit einer frontalen Attacke seiner schweren Reiterei entscheiden. Narses erwartete diese Taktik und brachte sein Heer in eine halbkreisförmige Formation. Die langobardischen und herulischen Reiter ließ er absitzen und formierte sie gemeinsam mit der römischen Infanterie zur Phalanx in der Mitte der Schlachtordnung. An den Flanken positionierte er die schwere oströmische Reiterei (Kataphrakten), und verstärkte sie mit berittenen Bogenschützen. Außerdem besetzte er einen Hügel zur Linken mit einer Abteilung Bogenschützen.

Totilas Heer war schlicht in zwei Reihen angeordnet: die schweren Lanzenreiter vorn und das Fußvolk (Bogenschützen, Speer- und Axtträger) dahinter. Da Totila noch auf Verstärkung wartete, führte er bis zum Eintreffen der zusätzlichen Reiter ein beeindruckendes Schauspiel auf, indem er immer wieder die Front entlangritt und dabei eine Art "Kriegstanz" zeigte. Narses, dessen Strategie ganz auf einen gotischen Sturmangriff ausgelegt war, ließ den König gewähren.

Die Goten eröffneten die Schlacht mit einem Angriff ihrer berühmten Lanzenreiter, die jedoch sofort unter Pfeilbeschuss von dem von Narses vorsorglich besetzten Hügel kamen, und anschließend in das Kreuzfeuer der vorgezogenen oströmischen Flanken - jeweils etwa 4000 Bogenschützen - gerieten. Nun erwies sich die Überlegenheit der wenig ritterlichen, aber effizienten Taktik des Narses, der seine Truppen in der an der Perserfront üblichen Weise einsetzte und die Goten damit überraschte. Als die gotischen Reiter sich unter schweren Verlusten zurückziehen wollten, prallten sie auf ihre nachrückende Infanterie, die gotische Schlachtordnung geriet durcheinander.

Narses ließ nun seine Kataphrakten auf beiden Flanken angreifen, die unter den desorganisierten Goten ein Blutbad anrichteten. Weit mehr als 6.000 Goten, die Elite des Heeres, wurden nun getötet, darunter wohl auch Totila, die übrigen flohen. Ob Totila in der Schlacht getötet wurde oder nur verletzt wurde und dann auf der Flucht starb, ist nicht bekannt. Besonders gegenüber Römern, die früher zu den Goten übergelaufen waren, kannten die Sieger kein Pardon; sie wurden vielfach erschlagen, nachdem sie sich ergeben hatten.

Italien lag nun offen für Narses, er rückte weiter vor nach Rom, das er nach einer kurzen Belagerung eroberte. Die überlebenden Goten sammelten sich noch einmal, wählten Teja zu ihrem König und zogen sich nach Süden zurück, wurden einige Monate später von Narses' Heer gestellt. Es kam zu einer letzten Schlacht südlich des Vesuv, der Schlacht am Milchberg, in der auch Teja fiel.

Der spätantike Historiker Prokopios von Caesarea schilderte die Schlacht eindrucksvoll im achten Buch seiner Kriegsgeschichte. Felix Dahn verarbeitete dieses Geschehen literarisch in seinem Roman "Ein Kampf um Rom".


Autor: Wikepedia
Quelle:
» http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Busta_Gallorum