StartseiteDigitale WeltenRegensburgGermanenWeltgeschichteGrenzwissenschaftDas MittelalterSuche IndexAnfänge DeutschlandsGermanische MythologieGeschichte der SeefahrtInhalteSonstigesImpressumGästebuch

Germanen:

Übersicht

Einleitung in die Welt der Germanen

Tacitus über die Germanen

Runen - Die Schrift der Germanen

Die Westgermanischen Stämme - Teil 1

Die Westgermanischen Stämme - Teil 2

Die Nordgermanischen Stämme

Die Ostgermanischen Stämme

Foederaten

Die Goten

Wikinger

Germanische Mythologie

Die Völkerwanderung

Die Schlachten der Germanen Teil 1

Die Schlachten der Germanen Teil 2

Die Goten:

Die Geschichte der Goten

Wulfila - Bischof der Goten

Liste westgotischer Könige

Liste ostgotischer Könige

Weitere Personen im Gotenreich

Die Gesetze der Goten

Tolosanisches Reich

Die Schlachten der Goten

Islamische Expansion

Reconquista

Allgemein:

Startseite



Reconquista, wörtlich „Zurückeroberung“, ist die spanische und portugiesische Bezeichnung für die (Wieder-)Erlangung der Vorherrschaft auf der iberischen Halbinsel durch die christlichen Nachkommen der Westgoten, die seit dem frühen 8. Jahrhundert von aus Nordafrika vordringenden muslimischen arabischen Eroberern verdrängt worden waren.

Ursprung

Im Jahr 711 war der Berber Tāriq ibn Ziyād mit seinem Heer in der Region von Algeciras/Gibraltar auf das europäische Festland vorgedrungen. Die seit dem 5. Jahrhundert im späteren Spanien und Portugal herrschenden Westgoten wurden im Juli 711 in der Schlacht am Rio Guadalete geschlagen, wobei auch König Roderich den Tod fand. Bis 725 hatten die „Mauren“ die Herrschaft übernommen. Als einziges westgotisches Reich verbleibt jenes von Asturien im Norden der Halbinsel unter dem Fürsten Pelayo (Pelagius). Im Jahr 722 besiegte er in der Schlacht von Covadonga die vordringenden Araber und konnte so seinem Fürstentum die Unabhängigkeit bewahren. In der Höhle von Covadonga (Picos de Europa) findet sich noch heute eine Gedenkstätte an dieses Ereignis, das als Beginn der Reconquista gilt.

Ein arabischer Vorstoß in das Frankenreich wurde durch Karl Martell 732 in der Schlacht bei Tours und Poitiers gestoppt, jedoch wurde ein Landstrich um Narbonne bis 759 gehalten. Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte erlangten die christlichen Königreiche allmählich Herrschaft über weite Gebiete der iberischen Halbinsel. Zugleich bestanden aber auch enge wirtschaftliche und persönliche Verbindungen zwischen den Christen und den Muslimen. So entstammten die früheren Könige von Navarra der Familie Banu Qasi von Tudela und arabische Herrscher hatten häufig Frauen oder Mütter, die gebürtige Christinnen waren. Während der Kampf gegen die Araber die christlichen Könige nicht davon abhielt, auch Handel mit ihnen zu betreiben und untereinander Kriege zu führen, schlossen christliche Heerführer wie El Cid Verträge mit den Königen der Taifas, um an der Seite der Muslime zu kämpfen.


Heiliger Krieg

Im Hochmittelalter wurde der Kampf gegen die Muslime von den christlichen Herrschern Europas als Kampf für die gesamte Christenheit aufgefasst. Die Reconquista ist der erste Heilige Krieg, der von christlicher und muslimischer Seite so wahrgenommen wurde, auch wenn er auf muslimischer Seite nicht so ernst genommen wurde. Ritterorden nach dem Vorbild der Tempelritter, wie der Santiagoorden, der Calatravaorden, der Alcantaraorden und der Orden von Montesa, wurden gegründet oder gestiftet; die Päpste riefen die europäischen Ritter zum Kreuzzug auf die Halbinsel. Die Christen ernannten den Apostel Jakobus den Älteren zu ihrem Schutzheiligen (er ist noch heute der Patron von Spanien), den sie auch Santiago Matamoros („Hl. Jakob, der Mohrenschlächter“) nannten. Da sein Grab in Santiago de Compostela verehrt wird, wurde er zur Integrationsfigur des christlichen Spanien.


Entscheidende Wende

Als der entscheidende Wendepunkt im Kampf zwischen den christlichen und den muslimischen Heeren gilt die Schlacht bei Las Navas de Tolosa am 16. Juli 1212, als die Truppen der verbündeten Königreiche von Kastilien, Aragón und León unter Alfons VIII. die Almohaden unter Kalif Muhammad an-Nasir besiegten. Am 16. September 1410 konnte ein Heer unter Führung Ferdinands I. von Aragón („Infante Don Fernando", auch „Don Fernando de Antequera“) die lange umkämpfte Stadt Antequera erobern.


Ende

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war das nasridische Sultanat von Granada das letzte arabische Herrschaftsgebiet, das noch verblieben war. Zwar besaß Kastilien die militärische Macht, das Sultanat zu erobern, aber die Könige zogen es zunächst vor, Tribut zu kassieren. Der Handel mit Granada bildete einen Hauptweg für afrikanisches Gold in das mittelalterliche Europa.

Um den 2. Januar 1492 kapitulierte schließlich der letzte arabische Herrscher in Al-Andalus, , Muhammad XII. (Boabdil), vor den Heeren von Ferdinand II. und Isabella I. („Los Reyes Católicos“, die Katholischen Könige). Sie vereinigten den größten Teil der iberischen Halbinsel unter ihrer Herrschaft (Navarra wurde erst 1512 eingegliedert).
Die großen Gebiete, die damals hohen Offizieren und Adligen zugesprochen wurden, bildeten die Ursprünge der Latifundien im heutigen Andalusien und der Extremadura.
Die Heirat von Christen mit Muslimen oder Juden verleitete christliche Eiferer zum Kampf für die limpieza de sangre, die ethnische Reinheit des Blutes (siehe Antisemitismus, Rassendiskriminierung).


Soziale Gruppen zur Zeit der Reconquista

Mit den Erfolgen und Niederlagen bildeten sich einige sozial Gruppen heraus:

An die Reconquista wird traditionell mit einer Reihe von Festen, mit Schaukämpfen von Mauren und Christen („Moros y Cristianos“), bunten Paraden in historischen Kostümen und Feuerwerken erinnert.


Autor: Wikepedia
Quelle:
» http://de.wikipedia.org/wiki/Reconquista