StartseiteDigitale WeltenRegensburgGermanenWeltgeschichteGrenzwissenschaftDas MittelalterSuche IndexAnfänge DeutschlandsGermanische MythologieGeschichte der SeefahrtInhalteSonstigesImpressumGästebuch

Germanen:

Übersicht

Einleitung in die Welt der Germanen

Tacitus über die Germanen

Runen - Die Schrift der Germanen

Die Westgermanischen Stämme - Teil 1

Die Westgermanischen Stämme - Teil 2

Die Nordgermanischen Stämme

Die Ostgermanischen Stämme

Foederaten

Die Goten

Wikinger

Germanische Mythologie

Die Völkerwanderung

Die Schlachten der Germanen Teil 1

Die Schlachten der Germanen Teil 2

Die Goten:

Die Geschichte der Goten

Wulfila - Bischof der Goten

Liste westgotischer Könige

Liste ostgotischer Könige

Weitere Personen im Gotenreich

Die Gesetze der Goten

Tolosanisches Reich

Die Schlachten der Goten

Islamische Expansion

Reconquista

Allgemein:

Startseite



Leovigild (herrschte von 569/572 - 21. April 586), einer der erfolgreicheren westgotischen Könige Spaniens, Wiederhersteller der westgotischen Einheit, herrschte von seiner Hauptstadt aus, die er neu in Toledo eingerichtet hatte bis zum Ende seiner Regentschaft. (Die iberische westgotische Monarchie wird zuweilen "Königreich von Toledo" genannt.)

Die Hauptstadt in Toledo, das in der vorangegangenen Regentschaft gegründe wurde, markiert die erste Bewegung eines kulturellen Zentrums von der Mittelmeerküste und dem im Süden im liegenden Tartessos ins Landesinnere. Leovigild und sein Bruder Liuva waren 568 als Doppelkönige ausgerufen worden. Dem vorangegangen war eine kurze Phase der Anarchie, nachdem König Athanagild, dessen Witwe Goisvintha und seine erste Frau Theodosia, die Mutter seiner Söhne, gestorben waren. Leova, der von den westgotischen Adligen bevorzugt wurde, beherrschte die westgotischen Lande nördlich der Pyrenäen bis zu seinem Tod 572. Leovigild begann seine Alleinherrschaft über die wiedervereinigten westgotischen Territorien mit der Besetzung des byzantinisch beherrschten Córdoba, wo die Byzantiner kurz zuvor Athanagilds Ruf nach Hilfe mit der Erweiterung des byzantinischen Territoriums im Südosten der iberischen Halbhinsel beantwortet hatten. Leovigild verdrängte außerdem die germanischen Sueben aus ihren Festungen in León und Zamora und vergrößerte so sein Königreich nach Norden und Westen gleichermaßen. Der oströmische Kaiser hielt jedoch für eine weitere Generation eine Basis in Südostspanien, die ihren alten römischen Namen Hispania Baetica behielt.

Leovigild stärkte ferner die Chancen einer friedlichen Erbfolge, einem ewigen westgotischen Problem, indem er seine beiden Söhne Hermenegild und Rekkared I. in seine Regentschaft einband und verschiedene Regionen unter ihre Herrschaft stellte. Hermenegild, der ältere der beiden, heiratete die fränkische Prinzessin Ingund, die Tochter von König Sigibert I., dem austrasischen König in Metz.

Die Westgoten waren immer noch eine Militäraristrokratie auf der Halbinsel und der Arianismus war immer noch die königliche Religion. Neue Monarchen mussten von den Adligen bestätigt werden, auch wenn das mehr der Form halber geschah. Die Westgoten und ihre Untertanen wurden immer noch entsprechend zwei deutlich verschiedener Gesetzgebungen getrennt regiert. Während Leovigilds Regentschaft überzeugte Leander, der ibero-römische katholische Bischof von Sevilla zusammen mit Prinzessin Ingund deren Ehemann Hermenegild, den ältesten Sohn Leovigilds, zum katholischen Christentum zu konvertieren und verteidigte die Konvertierung mit einem Aufstand (583-584), der durch Repressalien Leovigilds ausgelöst wurde. Leovigild war nicht allgemein ein erbitterter Feind der katholischen Christen, trotzdem war er gezwungen sie zu unterdrücken, wenn sie sich gegen ihn mit äußeren Feinden verschworen. Er herrschte teilweise durch das lokale Ansehen der katholischen Bischöfe, von denen einige seit vier Jahrhunderten Bestand hatten. Für den Arianischen Monarchen war der Katholizismus die Religion seiner römischen Untertanen und der Arianismus war ein Sammelbewegung, um seinen byzantinischen Feinden im Süden entgegenzutreten; die Konvertierung war eine Vorstufe von Hochverrat. Nach der Belagerung und Einnahme des byzantinischen Sevilla inhaftierte Leovigild seinen Sohn in Córdoba und verbannte ihn zur Sicherheit nach Norden, nach Valencia, wo dieser 585 von Leovigilds Agenten ermordet wurde - und später auf Drängen Philip des Katholischen von Papst Pius IV. als Heiliger Hermengild heilig gesprochen.
Die fränkische Prinzessin Ingund wurde dem oströmischen Kaiser Tiberios I. ausgeliefert und wurde zuletzt in Afrika gesehen. Leovigild trieb den Ärger machenden Bischof, der die Jahre vor Hermenegilds Rebellion (579-582) am byzantinischen Hof verbracht hatte, ebenfalls ins Exil; die römisch-katholische Kirche hat ihn als den Heiligen Leander von Sevilla heilig gesprochen. Gregor der Große hat einige lebendige Details der byzantinischen Bestechlichkeit und des arianischen Fanatismus in einer bunt ausgeschmückten katholisierten Version dieser Ereignisse überliefert (Dialogi, III, 31.)
Leovigilds letztes Jahr wurde durch den Beginn des Krieges mit den Franken entlang der nördlichen Grenzen überschattet.

Die Westgoten in Spanien betrachteten sich selbst als die Erben der weströmischen kaiserlichen Macht, nicht als dessen Feinde. Bis zu Leovigilds Regierungszeit prägten die Westgoten Münzen, die das kaiserliche Münzgeld von Byzanz imitierten, das ausgehend von den byzantinischen Besitzungen in Baetica zirkulierte. Ab der Regierungszeit Leovigilds gab das westgotische Königreich plumperes Münzgeld eigenen Entwurfs heraus. Während der Auseinandersetzung mit der Rebellion im südlichen Spanien gab Leovigild Münzen, auf deren Rückseite ein Kreuz auf Stufen zu sehen ist heraus, ein Design, das erstmals auf byzantinischen Solidi von Kaiser Tiberios I. (578-582) zu finden ist.

Die städtisch orientierte ibero-römische Kultur setzte ihren Zerfall während Leovigilds Regentschaft fort. Im westgotischen Spanien entwickelte sich das neue nach-imperiale Modell regionaler und lokaler Oberhoheit, basierend auf regionalen Herzögen (duces), die militärische Führer waren und Herren kleinerer Bereiche und Gebiete, die Grafen (comes) genannt wurden. Eine ähnliche Evolution fand in Italien und, etwas langsamer, auch im Osten statt. Die neuen herzöglichen Verwaltungen neigten dazu, mit den alten römischen Provinzen zu überlappen und die Gebiete der Grafen mit denen der alten Städte und deren näherem Umland.

Mit dem Tod Leovigilds brachte sein anderer Sohn, Rekkared I., der 589 zum Katholizismus konvertiert war, religiöse und politische Einheit, um die Westgoten mit ihren Untertanen zu verbinden. Aber die Katholisierung des westgotischen Spaniens begünstigte den Aufstieg der Bischöfe und den Untergang des Königtums. 633 beanspruchte eine Bischofssynode in Toledo die Adelsrechte auf die Bestätigung der Königswahl. Weil die Treuepflichten als Inspiration und Grundlage der Schirmherrschaft an die lokalen Bischöfe übertragen waren, konnte, als die Mauren im 8. Jahrhundert zur Bedrohung wurden, ein weit reichender Widerstand nicht koordiniert werden, und die Diözesen brachen eine nach der anderen zusammen.


Autor: Wikepedia
Quelle:
» http://de.wikipedia.org/wiki/Leovigild