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Eine Überraschung lancierte QUASIMIDI 1993 mit dem QUASAR. Bislang war diese Firma nur durch Betriebssystemerweiterungen und Umbauten, sowie den MIDI-Tools bekannt gewesen. Da erscheint der zunächst sehr ansprechende Racksynthesizer (2 HE) mit seinen auffälligen fünf Drehreglern. Als einer der ersten Hersteller überhaupt hat QUASIMIDI die Zeichen der Zeit erkannt und mehr Bedienkomfort in diesen recht erfolgreichen Synthesizerexpander gebracht. Ferner wurde die Popularität des Arpeggiators - einem Relikt aus grauer Synthesizergeschichte - gefördert, was nur zu begrüssen war! Nichts desto trotz sind die synthesetypischen Möglichkeiten beim QUASAR leider eingeschränkt. Zwar ist die M.A.S.S. getaufte Synthese (Multi Algorithm Sound Synthesis) eine Kombination aus FM-Synthese, subtraktiver und additiver Synthese, jedoch können alle Parameter nur als Offsets programmiert werden! Das bedeutet, dass man sich zunächst ein Klangprogramm wählt und alle möglichen Einstellungen relativ zum Ursprungswert verändern kann. Einen Klang von Grund auf neu einzustellen ist also nicht möglich. Da das aber ohnehin nur die wenigsten Musiker machen, war die Akzeptanz dennoch sehr gross und der QUASAR zählt mittlerweile zu einem Klassiker des deutschen Synthesizerbaus.
Der ROM-Bereich umfasst acht MByte Sample-Material, welches durch das T.R.E. MODUL oder das HARDCORE MODUL um weitere zwei MByte angereichert werden kann. Darüberhinaus erschien das RAM BOARD, mit welchem 768 kByte batteriegepuffertes Sample-RAM zur Verfügung stehen. Allerdings lässt sich dieses nur via MIDI Sample Dump füllen, was schon eine Weile dauern kann. Aber besser als nichts! Intern stehen für alle Erweiterungen drei Steckplätze bereit, wobei eines für das RAM BOARD reserviert ist. Im Programm-ROM sind nicht weniger als 1140 Klänge gespeichert, welche durch die Erweiterungen auf bis zu 1652 Klänge erweitert werden können. Alle Klänge zeichnen sich durch eine hohe Qualität aus, was die Firma QUASIMIDI auch durch die zwei für den QUASAR erschienenen Demo-CDs zu beweisen wusste. Problematisch erwies sich dabei allerdings das Vertriebskonzept, denn der QUASAR ist nur direkt beim Hersteller zu erhalten. Ein Ausprobieren war zunächst überhaupt nicht möglich, später dann nur in den von QUASIMIDI eingerichteten Aussenstellen.
Der QUASAR ist 24-stimmig polyphon, wobei sich die Stimmenzahl bei Einsatz von zwei Oszillatoren pro Stimme auf die Hälfte reduziert. Da kann man bei extensiven Einsatz schon einmal in Stimmennot geraten (der Elektronikmusiker Klaus Schulze soll deshalb gleich fünf QUASARe sein Eigen nennen!). Die Klangprogramme werden in Performances organisiert, von welchen 200 im ROM und weitere 100 im RAM zur Verfügung stehen. Mit den eingangs genannten Erweiterungen sind bis zu 400 ROM/200 RAM Performances möglich. Das Klangmaterial rekrutiert sich aus vielen klassischen Synthesizerklängen der Siebziger und Achtziger, wobei auch Naturklänge zu finden sind. 16 Drumsets sind überdies zu finden, wobei auch hier an die alten Analogdrumcomputer vergangener Tage gedacht wurde. So empfahl sich der QUASAR, nicht zuletzt auch wegen seines vielseitig programmierbaren Arpeggiators geradezu für Techno-Musik.
Die Klangerzeugungsparameter arbeiten wie bereits erwähnt mit Offsets. Folgende Eingriffsmöglichkeiten stehen zur Verfügung, wobei bis zu vier Parameter auf dem Display dargestellt werden und durch die vier darunter befindlichen Endlosregler in Echtzeit beeinflusst werden können:
Filtereckfrequenz (6, 12 oder 24 dB/Oct.-Flankensteilheit) mit Resonanz bis zur Selbstoszillation, Hüllkurveneinstellungen, Transposition, Stimmung, LFO-Einstellungen und Modulationsroutings. Bis zu vier Klänge können aus dem Programmvorrat gelayert werden. Alle Einstellungen sind Bestandteil einer Performance (Klangprogramme an sich lassen sich also nur im Rahmen einer Performance ändern!). 100 RAM-Speicher stehen zur Verfügung und können via MIDI (und nur so) ausgetauscht werden. Um die Programmierung noch einfacher zu gestalten, hat QUASIMIDI Makros integriert, wie sie z.B. von der KORG WAVESTATION und anderen Synthesizern her bekannt sind. Makros bieten bereits vorprogrammierte Einstellungen, wie z.B. instrumentenspezifische Hüllkurven etc. Schliesslich durchläuft das Ganze die zwei Effektprozessoren mit jeweils 53 Effektalgorithmen, welche seriell oder parallel geschaltet werden können. Die Effektpalette reicht von Hall und Echo über Phaser und Verzerrer bis hin zu Vocoder, Chorus, Ringmodulator und mehr. Allerdings wird die Klangqualität der Effektprozessoren als nicht allzu überragend angesehen (Geschmackssache).
Das bis zu 16-fach multitimbrale Instrument ist mit einer zweistelligen Programmnummernanzeige (LED) und einem 2x40 Zeichen LCD (hintergrundbeleuchtet) ausgestattet. Für das schnelle Wählen von Edit-Seiten auf dem Display ist der grosse Datenregler links des Displays gedacht. Ohnehin ist das Bedienfeld relativ üppig ausgestattet: Zehnertastenfeld, Bank-Hold-Funktion, Abschaltmöglichkeit für die beiden Effektprozessoren getrennt, Edit-Betriebsartenwahltasten, Part-Select-Tasten und Arpeggiator- und General-MIDI-Aktiviertasten. Ach ja, der QUASAR ist trotz fehlendem GM-Logo tatsächlich General-MIDI-kompatibel!
Rückseitig findet sich ein Stereoausgang, vier Einzelausgänge, ein MIDI-Trio plus zweiten MIDI-Eingang und ein Fusstasteranschluss wieder. Zum Einstecken der Erweiterungen bleibt einem nur das komplette Auseinanderschrauben des Gehäuses übrig. Aber so oft wird man diese ja nicht ein- und ausstecken wollen. Alles in allem ist der QUASAR ein einfaches aber gutklingendes Produkt aus deutschen Landen zu einem konkurrenzfähigem Preis. Man darf Synthesizer, wie z.B. den CS 1 X von YAMAHA oder die MC-303 von ROLAND nur als viel zu späten Antwortversuch auf den QUASAR werten.