StartseiteDigitale WeltenRegensburgGermanenWeltgeschichteGrenzwissenschaftDas MittelalterSuche IndexAnfänge DeutschlandsGermanische MythologieGeschichte der SeefahrtInhalteSonstigesImpressumGästebuch

Digitale Welten:

Übersicht

Musikstudio

Videostudio

Fotografie

Grafik und Design

Musikstudio:

Die Synthesizer

Die Gitarren

Audiohardware

Die Audiosoftware

Flußzeichnungen

Gesamtes Equipment

Kosten des Eqiupments

Bilder Gallerie

Allgemein:

Startseite

Die Kawai K5000 Serie



Übersicht:

Den K5000 gibt es in drei verschiedenen Ausführungen. Angefangen mit dem K5000W, einer 32 Fach multitimbraler Workstation mit eingebautem Sequenzer und zusätzlicher General MIDI Tonerzeugung für die Brot und Butter Sounds.
Dem K5000S mit 4-fachem Multi Mode, Arpeggiator und ‘ner ganzen Menge "Knöpfchen" zur Kontrolle des Sounds.
Und für alle die sich vor Keyboards nicht mehr retten können gibt’s noch den K5000R fürs Rack.
Die beiden letzteren sind reine Synthesizer, deren Klänge sowohl PCM basiert als auch mit Hilfe der additiven Synthese erstellt werden können, aber dazu komme ich später noch.
Allen Geräten gemein ist das 3 1/5 Zoll HD (High Density = Hohe Dichte) Diskettenlaufwerk und das schöne 240x64 Punkte große Hintergrund beleuchtete Display, welches die Bedienung stark vereinfacht. Wobei das Display von Gerät zu Gerät unterschiedlich laut vor sich hin summt und die Hintergrundbeleuchtung mit der Zeit immer dunkler um dann wohl irgendwann ganz den Betrieb einzustellen. Die Folie die für die Hintergrundbeleuchtung sorgt lässt sich relativ leicht wechseln und ist schon für weniger als 50 Euro zu bekommen, trotzdem ist es vielleicht günstiger, das Gerät immer dann auszuschalten, wenn es gerade nichts zu tun hat.
Unter Umständen ist es auch von Vorteil sich das Gerät oder besser das Display im Laden erst mal anzuhören, um vielleicht eine leise Version zu erwischen.

Die Bedienung

Das Gehäuse der K5000 Synthesizer, besonders der Rack Version, erinnert mehr an einen Sampler als an einen Synthesizer.
Man merkt aber deutlich dass es sich um keinen virtuell Analogen handelt, hier hat nicht jeder Parameter sein eigenes Rädchen, aber alleine die bis zu 68 Hüllkurven pro Oszillator wären bei einem normal großen Keyboard auch einfach nicht Unterzubringen.
Um das Display sind Tasten angebracht, so dass man nicht lange durch Menüs wandern muss und das meiste nach dem zweiten oder dritten Druck auf eine Taste erreicht. Schön ist auch das Rad zur Eingabe der Parameter, reißen und ziehen sollte man an ihm nicht, da es nicht sonderlich stabil zu sein scheint.

Für ein Gerät mit einer solchen Menge an Parametern ist die Bedienung wirklich wundervoll gelöst. Mit Hilfe einer grafischen Übersicht kann man selbst alle 64 der für jede Harmonische vorhandene Hüllkurven überblicken. Trotzdem würde ich mir an manchen Stellen Schablonen z.B. Hochpass oder Tiefpass für den Formantfilter und die Hüllkurven oder abgespeicherte additive Wellenformen wünschen. Wobei diese Lücken wunderbar von der mitgelieferten Sounddiver - OEM-Version ausgefüllt werden.



Das Keyboard von K5000W/S wirklich angenehm zu spielen und scheint auch recht stabil zu sein. Bei der S-Version findet man neben den Tasten und dem Rad noch zusätzlich 16 Regler, mit deren Hilfe man den Sound beim Spielen verändern kann, wobei die Möglichkeiten weit über das hinaus gehen, was man von virtuell Analogen Geräten gewohnt ist, aber dazu komme ich noch. Für die R und W Version sind die Knöpfe als so genannte "Macro Control Box" erhältlich, die mittlerweile aber nur noch schwer zu bekommen ist. Als Ersatz kommen viele der handelsüblichen MIDI - Contoller von Firmen wie z.B. Peavey oder Döpfer in Frage.

Speicher

Die Aufteilung des Speichers ist bei der K5000 Serie etwas gewöhnungsbedürftig. So haben R und S Version die "Bank A" und "Bank D" mit je 128 Speicher für mehr oder weniger additive single Sounds. Ein Singlesound besteht aus bis zu 6 Oszillatoren, wobei man pro Oszillator wählen kann, ob er mit PCM oder additiver Klangerzeugung arbeitet. Für jede Bank stehen jedoch nur knapp 100 Speicherplätze für additive Wellenformen zur Verfügung. Aus diesem Grund findet man selten Soundbänke mit mehr als 60 oder 70 Klängen. Für die Anzahl der pro Bank verwendeten PCM Wellenformen gibt es jedoch keine Begrenzung.
Beim K5000W sieht die Aufteilung ein wenig anders aus. Für additive Klänge steht nur "Bank A" zur Verfügung, "Bank B" für reine PCM Klänge und die G Bank für General MIDI Klänge. Letztere ist mit den üblichen 128 GM Sounds belegt. Die Bank B enthält 128 PCM Sounds, wobei B001 B069 nicht veränderbare Preset Klänge sind, sich die Patches B070 B116 editieren lassen, der Rest ist durch Drum Kits belegt, wobei B117 frei editierbar ist. Hier ist auch der Einsatz von bis zu 32 per Filter, Tonhöhen- und Lautstärken Hüllkurve modifizierten Drum Sounds möglich. Allerdings vermisse ich hier die Möglichkeit mehrere Samples zu überlagern.
Allen K5000 Versionen gemein sind die Bank M (identisch mit Bank C des K5000W) mit 64 Speicherplätzen, auf denen Multis bzw. Combinations abgespeichert werden. Eine Combination besteht aus maximal 4 Sektionen, für jede Sektion kann man Klänge aus den additiven Bänken als auch (nur beim W) aus der B und GM Bank auswählen. Für jede Sektionen kann ein eigener Bereich auf dem Keyboard festgelegt werden, auch Lautstärke, Tonhöhe und MIDI Kanal lassen sich für jede Sektion einzeln einstellen. Zudem kann man zwischen den einzelnen Sounds per Velocity Switch wechseln, so dass je nach Stärke des Anschlags alternativ ein anderer Klang zu hören ist. Bei entsprechender Einstellung im System - Menü von R/S reagieren die einzelnen Sektionen auf den Programm Change Befehl, damit ist bei diesen Modellen der Wechsel einzelner Klänge per MIDI möglich. Leider werden die Effekte der Single Sounds nicht übernommen, so dass man in den Multis mit "nur" 4 Effekten + Hall und Equalizer auskommen muss, die man sonst komplett für einen Single Sound zur Verfügung hat.
Der Speicher für additive Wellenformen lässt sich durch das ME-1 erweitern, dabei werden alle 3 Versionen mit 2 zusätzlichen additiven Bänken (E + F) erweitert.
Klangerzeugung

Die Klangerzeugung der K5000 S/R Synthesizer besteht aus 2 Teilen (siehe Abbildung 1 + 2), einen PCM Teil der in der Programmierung und Leistungsfähigkeit einem einfachen Sample - Player entspricht und dem additiven Teil der es einem ermöglicht die Harmonischen auf unterschiedlichste Weise zu manipulieren.



Im additiven Teil können additive und PCM Wellenformen für bis zu 6 Oszillatoren pro Stimme beliebig miteinander kombiniert werden. Wobei insgesamt 32 Oszillatoren zur Verfügung stehen. Beim W kommen noch insgesamt 32 weitere Oszillatoren für die General MIDI Sektion und die Bank B hinzu. Wobei ein Klang bei letzterer aus maximal 2 PCM Oszillatoren bestehen kann. Hier hat man die Auswahl aus den 341 Wellenformen die auch in der GM Bank verwendet werden.
Die Programmierung der Bank B ist identisch mit der Programmierung der PCM Wellenformen der additiven Speicher Bänke.

PCM

Der PCM - Klangerzeugung (siehe Abbildung 1) hat beim K5000R/S die Auswahl aus 123 Wellenformen, Loops und Multisamples (verschiedene über die Tasten verteilte Samples des gleichen Sounds). Die Qualität der Samples ist wirklich gut, in den meisten Fällen sind die Loops erst dann zu hören, wenn man die Samples extrem transponiert (in der Tonhöhe verschiebt). Zum Wellenformvorrat gehören einzelne Wellenformen (Single Cycle), Schwebungen, verschiedene Arten von Rauschen, One Shots (Piano und Orchestra bzw. Techno Hit etc.) die von Rolands LA - Klangerzeugung gewohnten zusammengesetzten Samples (Omniloops) und einige Drum und Percussion Sounds. Alles in allem eine wohl durchdachte Ergänzung zur additiven Klangerzeugung.

Additiv

Bei der additiven Synthese wird eine Wellenform durch das addieren von Sinus Wellen mit der mehrfachen Frequenz des Grundtons erzeugt. Hat der Grundton eine Frequenz von 440Hz, so besitzt die folgende 2. Harmonische eine Frequenz von 880Hz und 3. Harmonische 1320Hz usw. Laut Jean-Baptiste Fourier, einem Mathematiker des 19. Jahrhunderst, kann man - wenn man nur genügend Sinus Wellen zur Verfügung hat - auf diese Weise jede beliebige periodische (wiederkehrend, sich wiederholend) Wellenform erzeugen. Gut zu wissen dass die Standard Synth Wellenformen wie Sägezahn, Dreieck oder Rechteck alle periodisch sind.

Die Oszillatoren (siehe Abbildung 2) des K5000 bieten maximal 64 Harmonische, wobei man pro Oszillator wählen kann, ob er das harmonische Spektrum von 1-64 oder 65-128 erzeugt. Auch bietet der K5000 nicht nur ein sondern gleich zwei Spektren (soft und hart) pro Oszillator, zwischen die er je nach Anschlag überblenden kann. Jeder Harmonischen steht eine 5 Stufige (4 Levels, 4 Rates) Lautstärken - Hüllkurve mit 2 möglichen Loops (Schleifen) zur Verfügung.



Auf diese Weise kann man den Anteil der Harmonischen und damit das Aussehen und Klang der Wellenform extremer verändern als es beispielsweise mit den üblichen Filtertypen möglich ist. Bei der Programmierung vielleicht gewöhnungsbedürftig ist, besonders für Musiker die bisher nur mit VAs gearbeitet haben, dass die additiven Wellenformen alle erst mal relativ steril klingen. Es reicht nicht sich einen additiven Sägezahn zu bastelt und ihn einfach durch den Filter schickt, damit es nach was klingt muss dem Spektrum erst mühsam Leben einhauchen. Wer diese Mühen nicht scheut, dem stehen meiner Meinung nach - ungeahnte klangliche Möglichkeiten zur Verfügung.

Morphing

Das Morphing erlaubt das Überblenden von vier sich im Speicher befindlichen additiven Wellenformen, wobei pro Spektrum die Zeit zur Überblendung einstellen kann. Zudem ist ein Sustain Loop zwischen der zweiten und dritten Wellenform möglich. Das Ergebnis des morfens hängt dabei stark von den verwendeten Wellenformen ab, doch meist sind die dabei entstehenden Übergänge recht hart. Das erwartete Wavetable feeling bleibt somit leider aus, dazu muss man dann doch wieder selbst Hand anlegen. Nichts desto trotz kann man auf diese Weise relativ schnell interessante Klänge erzeugen.

Filter

An sich könnte ein additiver Synthesizer auch ganz ohne Filter auskommen, da man Filter Sweeps mit einigem Aufwand auch rein additiv erzeugen könnte Die K5000 Synthesizer haben aber nicht nur einen sondern gleich 2 Filter pro Oszillator!
Zum einem der 24dB Filter, bei dem man zischen Hoch- und Tiefpass Charakteristik wählen kann. Leider lässt sich die Resonanz nur in 8 Stufen und nicht in Echtzeit regeln, jede Änderung wirkt nur auf jede weitere gespielte Note. An dieser Stelle schafft der Filter der Effekt Sektion Abhilfe, hier lässt sich die Resonanz in über einen Controller in Echtzeit steuern. Der 24dB Filter kann mit den Filtern der meisten Virtuell Analogen Geräten nicht mithalten, dafür ist er einfach zu hart und die Resonanz ist zu extrem. Andererseits macht er wohl gerade deswegen, bei Bässen, perkusiven und AM (Amplituden Modulation) Klängen ein sehr gute Figur. Auch besitzt Filter eine eigene 4 stufige invertierbare Hüllkurve und einen Parameter mit dem man den Eingang des Filter regeln kann um Übersteuerungen, die z.B. bei hoher Resonanz auftreten können, entgegenzuwirken .
Zum anderen ist da noch der Formantfilter, der leider nur bei Oszillatoren mit additiver Klangerzeugung zur Verfügung steht. Er besteht aus einem Netz von 128 sehr engmaschigen Bandpass Filtern die jeweils einen Halbton auseinander liegen. Mit Hilfe dieses Filters kann man neben Phasing und Formantverschiebungen auch Band und Tiefpass Filter mit eigener Filterkurve erzeugen. Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei fast unbegrenzt, so wird der Formantfilter auch oft für Windspiel artige Effekte verwendet, in denen nur mit seiner Hilfe ganze Melodien oder Melodie Folgen abspielt werden. Er hat seine eigene 5 Stufige Hüllkurve mit 2 verschiedenen Loops oder alternativ dazu ein einfaches LFO mit 3 Wellfenformen (Dreieck, Sägezahn und Random). Die mit dem Formantfilter erstellten LP/HP Filter klingen, gerade für Pad Sounds, wesentlich besser als der 24DB Filter, in so fern ergänzen sich die beiden im der K5000 Serie verwendeten Filter wunderbar. Negativ fallen nur die Stufen auf, die in sehr seltenen Fällen bei beiden Filtern zu hören sind. Sie treten beim 24dB Filter meist bei sehr hoher Resonanz, geringer LFO Frequenz oder bei einem Bereich der Hüllkurven mit geringer Steigung auf. Zudem hört man beim Formantfilter gelegentlich (ja nach verwendeter Wellenform) ein leichtes "rumpeln" wenn die Steigung der Hüllkurve ihre Richtung wechselt.







LFO

Sieht man von dem LFO des Formantfilters ab, der allerdings nur dann zur Verfügung steht, wenn man auf dessen Hüllkurve verzichtet, so bietet er K5000 einen LFO pro Oszillator. Das LFO ist leider nicht besonders fix und bei sehr hohen Frequenzen überspringt es hier und da auch schon mal ein paar Werte. Es bietet aber sowohl Delay als auch ein langsames einschwingen der Frequenz und weiches einblenden der Modulation, reagiert in dieser Zeit aber nicht aufs Modulationsrad, was im Live Betrieb manchmal recht störend sein kann. Das LFO arbeitet mit den üblichen Wellenformen (Sinus, Dreieck, Rechteck, Sägezahn und Random) und ermöglicht es die Intensität für jedes Ziel (Tonhöhe, Filter, Lautstärke) getrennt einzustellen.
Ich habe es zwar nie vermisst, aber die LFOs lassen sich nicht per MIDI synchronisieren.

Amplituden Modulation

Die Amplituden Modulation (kurz AM) ist eine art Tremolo dessen Frequenz im hörbaren Bereich liegt und eignet sich damit, ähnlich wie die Frequenz Modulation, wunderbar zum erzeugen von Wellenformen mit nicht Harmonischen Obertönen.
Also genau dass, was den additiven Oszillatoren des K5000 sonst nicht so leicht fällt. Wobei hier, im Gegensatz zu den meisten anderen Synthesizern die Signale erst hinter den Filtern moduliert werden



Womit man, meiner Erfahrung nach, AM oder Ringmodulation zu mehr als nur zum bloßen verdrecken von Sounds verwenden kann. Es findet klanglich eher so etwas wie eine Verschaltung der Filter zweier Oszillatoren statt, was bei hoher Resonanz zu erstaunlichen Klängen führen kann. Auch ist die Amplituden Modulation im Kawai so verschaltet, dass man mit Hilfe der Lautstärken Hüllkurve des ersten Oszillators die Lautstärke des modulierten Signals (auch als Ringmodulation bekannt) kontrolliert und mit der des zweiten Oszillator dessen eigenes Signal zum Ausgang mischen kann. Interessanterweis lässt sich über die Eingangspegel der Filter (DCF Level) der für die AM verwendeten Oszillatoren auch das Mischungsverhältnis der ringmodulierten Wellenformen einstellen. Auf diese Weise kann den manchmal recht extremen AM - Sound ein wenig weicher machen. Das klingt besonders interessant, wenn man das Ergebnis der Ringmodulation alleine nimmt, also die Lautstärke des zweiten Oszillators auf Null stellt. Leider lässt sich der DCF Level, der eigentlich zum entzerren resonanter Sounds gedacht ist, nicht modulieren. Schade ist auch, dass die Amplituden Modulation für jeden Single - Sound nur einmal zur Verfügung steht.
Meiner Erfahrung nach eignet sich die AM beim K5000 besonders gut für spaceige Radiostörungen, extreme Modulationen, zum erzeugen von Lauten (ei, au, ja...), druckvollen angezerrten Lead Sounds, Anschlag - Geräusche, Glocken und Seiteninstrumenten.

Die Hüllkurven

Was Hüllkurven betrifft ist der K5000 recht gut ausgestattet. So hat man selbst bei der PCM Klangerzeugung 3 Hüllkurven pro Oszillator. Angefangen mit je einer 4 stufigen (A D1T D1L D2T D2L R) Hüllkurve für Lautstärke und Filter und weiter mit der 3 stufigen (SL A AL D) Hüllkurve für die Tonhöhe. Bei der Filter - Hüllkurve kann die Attack-, Decay- Time durch den Anschlag oder Key Scaling (Position der gedrückten Taste) beeinflusst werden. Bei der Lautstärken - Hüllkurve kommt noch die Beeinflussung der Release - Time dazu.
Bei Verwendung einer additiven Wellenform steht zusätzlich noch je eine 5 stufigen (AT AL D1T D1L D2T D2L RT RL) loopbaren Hüllkurve pro Harmonische und eine weiter Hüllkurve für den Formantfilter zur Verfügung. Wobei man auswählen kann ob die ganze Hüllkurve oder nur der Bereich zwischen D1 und D2 geloopt werden soll.
Die Hüllkurven sind sicher nicht die schnellsten die mir unter gekommen sind, liegen aber durchaus im oberen Mittelfeld, eigenen sich gut für percussive Klänge und können durchaus mit den aktuellen VAs gut mithalten.
Einzig deren lineares Verhalten (logarithmisch entspricht dem menschlichen Lautstärken empfinden) lässt mich gerade bei Lautstärke und Filter einen Atack Level vermissen, der es ermöglicht den gerade für Flächen erwünschte logarithmischen Anstieg nachzubilden. Behelfen kann man sich in vielen Fällen mit den besser ausgestatteten Hüllkurven der Harmonischen und des Formant Filters.

Modulationen

Eine so flexible Modulationsmatrix wie beim Microwave XT oder Q findet man beim K5000 nicht. Ist auch nicht so tragisch, wenn man bedenkt dass hier nicht, wie z.B. beim Q, für 3 Oszillatoren "nur" 4 Hüllkurven und 3 LFOs zur Verfügung stehen. Auch wenn man mit einer Modulationsmatrix, die es einem ermöglicht Controller, Hüllkurven, LFOs und noch einiges mehr zuzuordnen, natürlich deutlich freier als mit einer fester Verknüpfung ist. Trotzdem sind bei den Synths der K5000 Serie ausreichend Möglichkeiten vorhanden den Klang über diverse Knöpfe bzw. MIDI Controller von außen zu beeinflussen. So gibt es 4 freie Controller denen je zwei der 20 Modulationsziele zugeordnet werden können. Außerdem 4 Schalter die je eines von 16 Zielen steuern können. Diese wirken auf alle der bis zu 6 Oszillatoren gemeinsam. Die Reaktion auf Aftertouch, Expression Pedal, Modulations Rad, Pitch Bend läst sich aber pro Oszillator festlegen, auch hier kann man pro Quelle zwei von 20 Zielen modulieren was gerade bei der Steuerung von AM - Sound interessante Möglichkeiten zur Beeinflussung des Klangs bietet. Wem das noch nicht reicht der hat noch zwei freie Verknüpfungen in denen er je 14 Modulationsquellen mit je zweimal 20 Modulationszielen zuordnen kann. Auch hier wieder individuell für jeden der bis zu 6 möglichen Oszillatoren.
Der Kawai Synth kennt sowohl die regulären Modulationsziele wie Tonhöhe, Lautstärke, Filterfrequenz, Resonanz, LFO - Geschwindigkeit, Vibrato, Wah Wah, Tremolo, Atack, Decay, Release und Panorama, als auch eher exotisches wie den Velocity Offset aber auch K5000 spezifische Ziele wie Formantfilter - Bias, Tiefe und Geschwindigkeit der Formantfilter Hüllkurve sowie die Steuerung der geraden, ungeraden, hohen und tiefen Bereiche des harmonischen Spektrums.

Effekte

Was Effekte betrifft sind die Synthesizer der K5000 Serie recht gut ausgestattet. So hat man bis zu 4 Effekte aus 37 zur Verfügung. Darunter sind unter anderem Chorus, Ensemble, Flanger, diverse Delays, Filter, Phaser, Enhancer, Exicter, Tremolo, Verzerrer ... und diverse kombinierte Effekte. Das ganze wird noch durch einen zusätzlichen Hall/Long Delay/Room/Plate etc. Effekt mit 2 Eingängen und einem Equalizer in der Summe garniert.
Für die Verschaltung der 4 Effekte kann man aus 4 verschiedenen Kombinationen wählen. Auf diese Weise ist es z.B. möglich, dass die bis zu 6 Oszillatoren im Single Sound oder bis zu 4 Sounds einer Multi Bank auf jeweils 4 Effekte verteilt werden. Damit ist es z.B. möglich mehrere Chorus - Effekte "gegeneinander" laufen lassen, um so den Sound noch etwas zu verdicken. Ebenfalls interessant kann es klingen, wenn der Sound alle Effekte in Reihe durchläuft. Bei den Kombinationen werden nicht nur die Effekte verteilt sondern auch die alternativen (Individual) Ausgänge berücksichtigt, wobei Hall und 7 Band Equalizer immer dem Stereo Ausgang zugeordnet sind.
Zur Steuerung der Effekte stehen zwei frei belegbare Verknüpfungen zur Verfügung bei denen 14 Controller als Modulationsquellen die Effekte, deren Parameter und den Hall steuern können.
Die Effekte sind alle von recht guter Qualität, wobei der Hall bei sehr hohen Frequenzen ein leichtes Aliasing bzw. hochfrequentes säuseln erzeugt.

Sequenzer

Wie es sich für eine Workstation gehört ist der W mit einem Sequenzer ausgestattet. Es handelt sich dabei um eine leicht abgespeckten Version des Kawai Q-80 die bis zu 2 Songs im Speicher halten kann. Mit 40 Spuren pro Song, 40000 Noten und einer 96stel Auflösung ist er Ideal für alle die, die den Computer doch lieber zur Textverarbeitung als zum Musik machen verwenden wollen. Das direkte abspielen der MIDI Files von Diskette und das Anzeige von Lied - Texten im Display machen den K5000W auch für Alleinunterhalter interessant. Wobei die Spuren des Sequenzers wahlweise auch zum ansteuern von externen Equipment verwendet werden können.
Außerdem bietet der Sequenzer Kompositionshilfen wie AGP (Auto Phrase Generator), ein Tool das aus einer Akkord Spuren mit Hilfe von "Styles" zusätzliche Spuren zur Begleitung errechnet und Chord Advice das den nächsten Akkord vorschlägt. AGP kommt mit etwa 100 "Styles" (Country, Rumba, Samba, Cha Cha etc.) und einem Converter, der es erlaubt "Styles" anderer Hersteller zu importieren. Natürlich lassen sich einzelne Songs auch auf Diskette abspeichern.

Arpeggiator

Was dem einen sein Sequenzer ist dem anderen sein Arpeggiator. So sind einzig K5000R und S mit einem Arpeggiator ausgestattet, wobei letzterer mit 3 zusätzlichen Knöpfen zur direkten Kontrolle der zusätzlichen Parameter ausgerüstet wurde. Beim R kommt man nur über zusätzliche Menüs die Parameter, was für ein Rack aber keinen all zu großen Nachteil bedeutet.
Die Grundfunktion eines Arpeggiators ist das Zerlegen eines Akkordes in einzelne Noten (das Arpeggio). Wobei diese Noten nach einem rhythmischen - meist veränderbarem - Muster gespielt werden. Im Gegensatz zu anderen Geräten, die ein Muster pro Sound erlauben, kann man beim Kawai nur 8 eigene Muster mit einer Länge von bis zu 32 Schritte zu definieren. Wobei man für jeden Schritt Lautstärke, Notenlänge und Panorama einstellen kann. Auch kann man pro Muster die Reihenfolge der Noten definieren. Natürlich gibt es auch vorprogrammierte Reihenfolgen, auch hier bietet der Kawai - Synth weit mehr als die üblichen up/down Kombinationen. Außerdem wird neben der Arpeggiator Funktion auch das rhythmische zerhacken der Noten unterstützt. Einstellen von Tempo, MIDI Sync und abspeichern auf Diskette ist hier Ehrensache.

Anschlüsse

An allen Geräten findet man einen Kopfhörer Ausgang und 4 Line - Ausgänge, wobei 2 davon die Stereo Summe die beiden anderen beiden alternative Ausgänge sind. Die Workstation bietet je einen Anschluss für Pedal und Schalter, der K5000S wurde an dieser Stelle mit jeweils einem weiterer Anschluss erweitert.
Die S/R - Versionen sind mit dem üblichen MIDI Trio (In, Out, Thru) ausgestattet, beim W findet man gleich 2 davon, wobei MIDI Eingang B sich einzig der Steuerung von Bank B und der General MIDI Sounds zuständig fühlt.

Klang

Alleine die additive Klangerzeugung gepaart mit einer guten Auswahl von PCM Wellenformen lässt das Gerät interessant und neu klingen. Auch die serielle Verschaltung zweier Filter und besonders der Formantfilter ist klanglich ein absolutes Highlight.
Wenn man nach einem Geräten für wirklich neue Klänge sucht, dessen klangliche Vielfalt grenzenlos zu sein scheint, ist man beim K5000 sicher an der richtigen Stelle. Besonders die Flächen sind fast nicht zu überbieten und irgendwo gibt es fast nichts, was man aus dem Gerät nicht rausholen kann. Er schafft die typischen FM - Domänen wie E-Pianos, Blibs, Bells und Orgeln genauso souverän wie säuselnde Sphärenklänge oder extreme, quietschende Lead Sounds. Einzig Lernkurve und Aufwand ist bei der additiven Synthese dermaßen hoch, dass man selbst als erfahrener Soundprogrammierer (so fern man nicht schon Erfahrungen mit anderen additiven Synths hatte) das erste halbe Jahr fast verzweifeln möchte. Also wohl eher nix für ungeduldige Menschen.
Insgesamt klingt der K5000 recht schneidend und sandig, ist im Mix sehr durchsetzungsfähig und ganz und gar nicht matschig, wie das bei manchen virtuell Analogen vorkommt. Hier und da fehlt den additiven Wellenformen, bedingt durch die Art der Klangerzeugung, ein wenig Druck aus der Tiefe. Trotzdem sind durchaus druckvolle Sounds mit den Geräten der Kawai Serie möglich. Einzig die Presets werden ihnen, wie bei fast allen komplexen Synthesizern, alles andere als gerecht.
Der General MIDI/PCM- Teil des K5000W klingt ordentlich und versorgt den Musiker mit den für viele Bereiche der Musik notwendigen Brot und Butter Sounds. Besonders bei den Gitarren und die (wie bei Kawai nicht anders zu erwarten) Pianos macht die Workstation eine gute Figur. Für den Rhythmus ist mit 225 Drumsamples gesorgt. Natürlich kann den PCM - Teil des W nicht unbedingt mit JV oder MU100/128 konkurrieren, bietet aber eine solide Grundlage zum arrangieren ganzer Songs auf einem Gerät.

Fazit

Wer einen additiven Synth sucht wird selbst im Jahre 2001, 4 Jahre nach dem erscheinen der K5000 Serie, in dieser Preisklasse nichts besseres finden. Sogar eine allround Synthese Maschine wie der Nord Modular wäre mit der Simulation von auch nur einem der 6 möglichen additiven Oszillatoren pro Stimme überfordert. Einzig Kyma, die DSP - Wunderwaffen aus den USA, stellt im Moment eine wirkliche Alternative da, liegt aber in einer ganz anderen Preisklasse.
Nochmals vielen Dank an Stoffel für die Informationen zum K5000W!



Glossar



Bandpass Filter
Der Bandpass Filter lässt die Frequenzen im Bereich der Filterfrequenz passieren, wobei der Bereich je nach Flankensteilheit (Kurve die angibt wie intensiv die Filterwirkung in unmittelbarer Umgebung der Filters ansteigt bzw. abnimmt) enger oder breiter wird.

GM
Ein dem GM = General MIDI (Level 1) kompatibles Gerät muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Unter anderem müssen bestimmte Sounds einer festgelegten Reihenfolge vorliegen. Auch die Belegung und Funktion einiger Controller wird vorausgesetzt und das Gerät muss mindestens 24 Stimmen haben. Auch ist MIDI - Kanal 10 ist für Drum Kits reserviert.

Harmonische
Sinus Wellen mit der vielfachen Frequenz des Grundtons. Mit Hilfe des Grundtons und den Obertöne kann man jede periodische Wellenform (die meisten in Synthesizern verwendeten Wellenformen wie Sägezahn oder Rechteck sind periodisch) erzeugen.

Hochpass - Filter
Beim Hochpass Filter passieren die hohen Anteile des Klangs den Filter, die Tiefen werden ausgefiltert. Ein durch ein Hochpass Filter geschicktes Signal klingt meist spitz und schneidend. Die eingestellte Grenzfrequenz bestimmt bei welcher Frequenz der Filter sperrt und bei welcher er durchlässig wird.

LA - Synthesis
Ist die in Roland Synthesizern wie D50/10/110/MT32 verwendete Linear Arithmetic Synthesis. Hier werden Teile von Samples (meist Attack Samples) gepaart mit Synthesizer Wellenformen und Loops meist zu Reproduktionen von Naturklängen zusammengesetzt. Die Geräte mit LA Syntese sind aber auch bekannt durch ihre Hauch- und Röchelsounds.

LFO
Low Frequency Oszillator (Oszillator mit geringer Frequenz), ein Oszillator der meist wesentlich langsamer als die eigentlichen "hörbaren" Oszillatoren schwingt und in den meisten Fällen Ziele wie Filter, Tonhöhe und Lautstärke beeinflussen kann.

Loop
Bei Samples die kontinuierliche Wiederholung eines Samples oder einem Bereich des Samples.
Bei Hüllkurven die Wiederholung einer oder mehrere Stufen.

Multisample
Mehrere Samples auf verschiedene Tasten verteilt um Aliasing und unnatürliche Klangveränderungen ( wie Formant Verschiebungen die oft auch erwünschte Mickey Mouse Stimme) zu vermeiden.

Obertöne
Im Prinzip das gleiche wie eine Harmonische, nur das die Frequenz der Harmonische immer ein vielfaches der Frequenz des Grundtons sein muss, daher der Name. Es gibt aber auch nicht harmonische Obertöne, die meist bei Saiteninstrumenten, Glocken, perkussiven und metallisch klingenden Sounds auftreten.

PCM = Pulse Coded Modulation = digitalisierte Klänge = Sample

Resonanz
Bei der Resonanz ist wird eine phasengedrehte Version des am Ausgang anliegenden Signals rückgekoppelt, also wieder in den Eingang geschickt. Dabei werden die Frequenzen in der Grenzfrequenz (also die Frequenz an der die Wirkung der Filters ansetzt) angehoben. Je nach Stärke der Rückkopplung erhält man einen scharfen Ton der im Bereich der Filterfrequenz der sich bei Erhöhung der Resonanz zu einem Sinus verwandelt.

Tiefpass - Filter
Der Tiefpass Filter lässt die tiefen Anteile des Klangs passieren und filtert die hohen aus. Ein durch ein Tiefpass Filter geschicktes Signal klingt meist dumpf. Die eingestellte Grenzfrequenz bestimmt bei welcher Frequenz der Filter sperrt und bei welcher er durchlässig wird.

Klangerzeugung: ............   Additive (ADD) Synthese, 64 oder 128 Ober-töne mit jeweils eigenen Lautstärkehüll-kurven; PCM-Sources; 32stimmig polyphon  
Effekte: ...........................   6 gleichzeitige Effekte, 4 Effektwege  
Arpeggiator: ...................   programmierbar mit Sonderfunktionen: Chord Trigger, Gater, Sequenz-Pattern  
Massenspeicherung: ......   3,5"-Floppy, SysEx  
Anschlüsse:....................   MIDI-In/-Out/-Thru, Main Out, Individual Out ( je Stereo L/R)  
Maße/Gewicht:................   84 mm (B) 88 mm (H) 273 mm (T), ca. 5,9 kg  
Unverb. Preisempfehlung:...........   DM 2290, Macro-Control: DM 299, Memory-Expansion (inkl. Soundset): DM 299, Soundsets: jeweils DM 99,